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Notizen/Physik/Thermodynamik - Temperatur, Wärme, Hauptsätze
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Thermodynamik - Temperatur, Wärme, Hauptsätze

Beschreibung makroskopischer Systeme über Temperatur, Druck, Volumen und innere Energie. Hauptsätze als universelle Bilanzgesetze; Anwendung in Wärmekraftmaschinen, Klimasystemen und Kältemaschinen.

6 Abschnitte·~22 Min Lesezeit·3 Kompetenzen·Stand 06/2026

T·0444 / 11
Prüfungsprofil
W-3 · Wissen über thermische Zustandsgrößen und Hauptsätze strukturierenE-3 · Wärmeübertragung experimentell quantifizierenS-3 · Wirkungsgrade und Energiewandlung in Technik und Umwelt bewerten
Tiefe

Lesetiefe: Vertiefung

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Inhalt · 6 Abschnitte▾
  1. Thermodynamik - Temperatur, Wärme, Hauptsätze
    • 01Temperatur, ideales Gas und kinetische Gastheorie○
    • 02Hauptsätze der Thermodynamik◐
    • 03Wärmekapazität und Phasenübergänge◐
    • 04Zustandsänderungen idealer Gase●
    • 05Wärmetransport - Leitung, Konvektion, Strahlung◐
    • 06Entropie und Irreversibilität●

6 Abschnitte · 30 Merksätze · 12 Formeln · 30 Fehlerwarnungen

§ 01
§ 01

Temperatur, ideales Gas und kinetische Gastheorie#

~4 Min Lesezeit●○○BasisLPPHY-Therm-3.1

Kernpunkte

Temperatur ist makroskopisch ein Maß für die mittlere kinetische Energie der ungeordneten Teilchenbewegung: Je heißer ein Körper, desto schneller zappeln seine Atome. Diese mikroskopische Deutung verbindet die Alltagsgröße Temperatur mit der Mechanik der einzelnen Teilchen und ist der Schlüssel der gesamten Wärmelehre.
Die SI-Einheit ist das Kelvin (K), gezählt vom absoluten Nullpunkt bei −273,15 ∘-273{,}15\,^{\circ}−273,15∘C, an dem die Teilchenbewegung minimal wird. Die Umrechnung lautet T[K]=ϑ[∘C]+273,15T[\text{K}]=\vartheta[^{\circ}\text{C}]+273{,}15T[K]=ϑ[∘C]+273,15. Temperaturdifferenzen sind in beiden Skalen gleich groß, Absolutwerte aber nicht - in allen Gasgesetzen muss Kelvin eingesetzt werden.
Das ideale Gas ist ein Modell mit punktförmigen Teilchen ohne gegenseitige Wechselwirkung außer elastischen Stößen. Reale Gase verhalten sich bei nicht zu hohem Druck und nicht zu tiefer Temperatur sehr gut wie ein ideales Gas - genau dann sind die Annahmen gerechtfertigt.
Den Zusammenhang aller Zustandsgrößen beschreibt die ideale Gasgleichung pV=nRTpV=nRTpV=nRT mit der universellen Gaskonstante R=8,314R=8{,}314R=8,314 J/(mol K). Dabei ist die Stoffmenge nnn (in mol) von der Teilchenzahl N=nNAN=n N_{A}N=nNA​ zu unterscheiden (NA=6,022⋅1023N_{A}=6{,}022\cdot 10^{23}NA​=6,022⋅1023/mol).
Die kinetische Gastheorie verknüpft die Temperatur direkt mit der Teilchenbewegung: Die mittlere kinetische Energie eines Teilchens ist Eˉkin=32kBT\bar E_{\text{kin}}=\tfrac{3}{2}k_{B}TEˉkin​=23​kB​T mit der Boltzmann-Konstante kB=1,38⋅10−23k_{B}=1{,}38\cdot 10^{-23}kB​=1,38⋅10−23 J/K. Temperatur ist damit nichts anderes als ein Maß für diese mittlere Energie.
Die Teilchen haben nicht alle dieselbe Geschwindigkeit, sondern eine breite, nach rechts schiefe Maxwell-Boltzmann-Verteilung () mit der mittleren Geschwindigkeit vˉ=8kBTπm\bar v=\sqrt{\tfrac{8 k_{B}T}{\pi m}}vˉ=πm8kB​T​​. Mit steigender Temperatur verschiebt sich die Verteilung zu höheren Geschwindigkeiten und wird flacher - leichte Teilchen sind im Mittel schneller als schwere.

Maxwell-Boltzmann-Geschwindigkeitsverteilung

Maxwell-Boltzmann-VerteilungSchaubild von f(v), Nullstellen bei x = 0, Hochpunkt bei (1.414, 0.736), y-Achsenabschnitt bei y = 0, im Bereich x von 0 bis 40.511.522.533.540.10.20.30.40.50.6wahrscheinlichstevf(v)Anteil f(v)Geschwindigkeit v
Abb. 1Die Geschwindigkeiten der Gasteilchen streuen breit; die Verteilung ist nach rechts schief mit einer wahrscheinlichsten Geschwindigkeit.
Abb. 1 ↓

Vokabeln

→ Kartei
  • ideales GasModellgas ohne Eigenvolumen und ohne Wechselwirkung der Teilchen.
  • absolute TemperaturTemperatur in Kelvin, gezählt vom absoluten Nullpunkt.
  • Avogadro-Konstante$N_{A}=6{,}022\cdot10^{23}\,\mathrm{mol}^{-1}$; Teilchenzahl je Mol.
  • isothermBei gleichbleibender Temperatur.
  • isochorBei gleichbleibendem Volumen; es wird keine Volumenarbeit verrichtet.
  • kinetische GastheorieDeutung von Druck und Temperatur aus der Bewegung der Gasteilchen.

Ideale Gasgleichung

p V=n R Tp\,V = n\,R\,TpV=nRT

ppp in Pa, VVV in m3\mathrm{m}^{3}m3, nnn in mol, TTT in KELVIN und R=8,314 Jmol⋅KR=8{,}314\,\tfrac{\mathrm{J}}{\mathrm{mol}\cdot\mathrm{K}}R=8,314mol⋅KJ​. Bei hohem Druck oder tiefer Temperatur weichen reale Gase merklich ab.

Mittlere Translationsenergie eines Gasteilchens

Eˉkin=32kBT\bar E_{\text{kin}}=\tfrac{3}{2}k_{B} TEˉkin​=23​kB​T

kB=1,381⋅10−23 JKk_{B}=1{,}381\cdot10^{-23}\,\tfrac{\mathrm{J}}{\mathrm{K}}kB​=1,381⋅10−23KJ​ ist die Boltzmann-Konstante, TTT die absolute Temperatur. Die Beziehung ist die mikroskopische Deutung der Temperatur - sie gilt für einatomige Gase und ist ein MITTELWERT über eine Geschwindigkeitsverteilung.

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Musterbeispiel

Druckanstieg im Reifen

Reifen 20∘20^{\circ}20∘C, pabs=3,5p_{abs}=3{,}5pabs​=3,5 bar; Temperatur steigt auf 60∘60^{\circ}60∘C bei konstantem Volumen.

  1. 01Kelvin

    T1=293,15T_{1}=293{,}15T1​=293,15 K, T2=333,15T_{2}=333{,}15T2​=333,15 K.

  2. 02Isochor

    p1/T1=p2/T2⇒p2=p1⋅T2/T1p_{1}/T_{1}=p_{2}/T_{2}\Rightarrow p_{2}=p_{1}\cdot T_{2}/T_{1}p1​/T1​=p2​/T2​⇒p2​=p1​⋅T2​/T1​.

  3. 03Einsetzen

    p2=3,5⋅333,15/293,15≈3,98p_{2}=3{,}5\cdot 333{,}15/293{,}15\approx 3{,}98p2​=3,5⋅333,15/293,15≈3,98 bar.

  4. 04Relativdruck

    p2,rel≈2,98p_{2,rel}\approx 2{,}98p2,rel​≈2,98 bar.

Ergebnis: Reifeninnendruck steigt auf rund 4,04{,}04,0 bar absolut, also rund 3,03{,}03,0 bar Reifenanzeige.

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Temperatur ist makroskopisch ein Mass für die mittlere kinetische Energie der Teilchen.

  2. 2

    Das ideale Gas ist ein einfaches Modell, in dem nur elastische Stöße zählen.

  3. 3

    Aus der kinetischen Theorie folgen Bewegungsenergie und Geschwindigkeitsverteilung der Moleküle.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank4 Punkte

Aufgabenstellung

Erkläre das Modell des idealen Gases und die Bedeutung der kinetischen Gastheorie. Bestimme die mittlere kinetische Energie und die mittlere Geschwindigkeit eines Stickstoffmoleküls (m≈4,65⋅10−26m\approx 4{,}65\cdot 10^{-26}m≈4,65⋅10−26 kg) bei Raumtemperatur (T=293T=293T=293 K).

Maturafokus

  • Setze die Temperatur in JEDER Gasrechnung in Kelvin ein: T[K]=ϑ[∘C]+273,15T[\mathrm{K}]=\vartheta[^{\circ}\mathrm{C}]+273{,}15T[K]=ϑ[∘C]+273,15.
  • Trenne Stoffmenge nnn von Teilchenzahl NNN; es gilt N=n NAN=n\,N_{A}N=nNA​ mit NA=6,022⋅1023 mol−1N_{A}=6{,}022\cdot10^{23}\,\mathrm{mol}^{-1}NA​=6,022⋅1023mol−1.
  • Ordne die Sonderfälle zu: isotherm heißt p Vp\,VpV konstant, isobar VT\tfrac{V}{T}TV​ konstant, isochor pT\tfrac{p}{T}Tp​ konstant.
  • Deute die Temperatur mikroskopisch als Maß für die mittlere kinetische Energie der Teilchen.
  • Rechne Drücke konsequent in Pascal um: 1 bar=105 Pa1\,\mathrm{bar}=10^{5}\,\mathrm{Pa}1bar=105Pa, 1 hPa=100 Pa1\,\mathrm{hPa}=100\,\mathrm{Pa}1hPa=100Pa.

Typische Fehler

  • Die Temperatur wird in Grad Celsius in die Gasgleichung eingesetzt.
  • Der Druck bleibt in bar stehen, obwohl R=8,314 Jmol⋅KR=8{,}314\,\tfrac{\mathrm{J}}{\mathrm{mol}\cdot\mathrm{K}}R=8,314mol⋅KJ​ Pascal verlangt.
  • Stoffmenge und Teilchenzahl werden verwechselt; der Faktor NAN_{A}NA​ fehlt.
  • Das ideale Gasgesetz wird bei hohem Druck oder tiefer Temperatur unbesehen verwendet.
  • Aus der mittleren kinetischen Energie wird auf die Geschwindigkeit EINES Teilchens geschlossen; es handelt sich um einen Mittelwert über eine Verteilung.

§ 01

Aktive Wiederholung

Ein Reifen wird bei 20∘20^{\circ}20∘C auf 2,52{,}52,5 bar (relativ) gepumpt. Welcher Druck stellt sich nach starker Sonneneinstrahlung bei 60∘60^{\circ}60∘C ein, wenn das Volumen konstant bleibt? (Vergiss Luftdruck nicht.)

Passende Aufgaben üben50 Fragen zum Thema→

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: OpenStax College Physics - Kinetic Theory (OpenStax)

§ 02
§ 02

Hauptsätze der Thermodynamik#

~4 Min Lesezeit●●○StandardLPPHY-Therm-3.2

Kernpunkte

Die Hauptsätze der Thermodynamik regeln, wie Energie und Wärme in jedem System umgewandelt werden können - und welche Umwandlungen prinzipiell unmöglich sind. Sie gehören zu den am besten bestätigten Naturgesetzen überhaupt.
Der 0. Hauptsatz stellt fest, dass thermisches Gleichgewicht transitiv ist: Sind zwei Körper je mit einem dritten im Gleichgewicht, dann auch untereinander. Erst das macht die Temperatur zu einer eindeutigen Messgröße und das Thermometer überhaupt möglich.
Der 1. Hauptsatz ist die Energieerhaltung in Wärmeprozessen: ΔU=Q+W\Delta U=Q+WΔU=Q+W - die innere Energie eines Systems ändert sich durch zugeführte Wärme QQQ und am System verrichtete Arbeit WWW. Auf die Vorzeichenkonvention ist zu achten (Q>0Q>0Q>0: Wärme zugeführt, W>0W>0W>0: Arbeit am System geleistet).
Der 2. Hauptsatz gibt den Prozessen eine Richtung: In einem abgeschlossenen System kann die Entropie nur zunehmen oder gleich bleiben, und Wärme fließt von selbst stets von warm nach kalt, nie umgekehrt. In der Formulierung von Kelvin und Planck heißt das: Es gibt kein Perpetuum mobile 2. Art - Wärme lässt sich nie vollständig in Arbeit umwandeln.
Der 3. Hauptsatz besagt, dass der absolute Nullpunkt nicht in endlich vielen Schritten erreichbar ist und die Entropie eines idealen Kristalls für T→0T\to 0T→0 verschwindet. Er fixiert den Nullpunkt der Entropieskala.
Technisch werden diese Sätze in Kreisprozessen umgesetzt - Carnot, Stirling, Otto und Diesel (). Jeder reale Wirkungsgrad bleibt unter dem nur von den Temperaturen abhängigen Carnot-Limit ηC=1−Tkalt/Twarm\eta_{C}=1-T_{\text{kalt}}/T_{\text{warm}}ηC​=1−Tkalt​/Twarm​, das die prinzipielle Obergrenze markiert.

p-V-Diagramm - Carnot-Kreisprozess

1 2 3 4 isotherm Tw isotherm Tk adiabat Wnutz p V
Abb. 2Zwei Isothermen (T_warm, T_kalt) und zwei Adiabaten; Fläche = Arbeit.
Abb. 2 ↓

Vokabeln

→ Kartei
  • innere EnergieGesamte in einem System gespeicherte thermische Energie; Zustandsgröße.
  • erster HauptsatzEnergieerhaltung in der Form $\Delta U=Q+W$.
  • zweiter HauptsatzWärme fließt von selbst nur vom wärmeren zum kälteren Körper; die Gesamtentropie nimmt nie ab.
  • Carnot-WirkungsgradTheoretische Obergrenze $1-\tfrac{T_{\text{kalt}}}{T_{\text{warm}}}$ für jede Wärmekraftmaschine.
  • ZustandsgrößeGröße, die nur vom Zustand abhängt, nicht vom Weg dorthin.
  • ProzessgrößeGröße, die vom Weg abhängt; Wärme und Arbeit sind Prozessgrößen.

1. Hauptsatz (Energieerhaltung)

ΔU=Q+W\Delta U = Q + WΔU=Q+W

ΔU\Delta UΔU ist die Änderung der inneren Energie, QQQ die zugeführte Wärme, WWW die am System verrichtete Arbeit. Die Vorzeichenkonvention ist vor der Rechnung festzulegen und dann durchzuhalten.

Carnot-Wirkungsgrad

ηC=1−TkaltTwarm\eta_{C}=1-\dfrac{T_{kalt}}{T_{warm}}ηC​=1−Twarm​Tkalt​​

TkaltT_{\text{kalt}}Tkalt​ und TwarmT_{\text{warm}}Twarm​ sind die absoluten Temperaturen der beiden Wärmereservoire in KELVIN. Der Wert ist eine theoretische Obergrenze; keine reale Maschine erreicht ihn.

Carnot-Leistungsziffer (Kühlmaschine)

COPKu¨hl=TkaltTwarm−TkaltCOP_{Kühl}=\dfrac{T_{kalt}}{T_{warm}-T_{kalt}}COPKu¨hl​=Twarm​−Tkalt​Tkalt​​

Der COP gibt an, wie viel Wärme je aufgewendeter Arbeitseinheit befördert wird. Er kann größer als eins sein - eine Wärmepumpe erzeugt keine Energie, sie verschiebt sie nur.

Musterbeispiel

Maximalwirkungsgrad einer Wärmekraftmaschine

Eine Dampfturbine arbeitet zwischen Twarm=550T_{warm}=550Twarm​=550 K und Tkalt=300T_{kalt}=300Tkalt​=300 K. Welchen maximalen Wirkungsgrad kann sie erreichen?

  1. 01Carnot-Formel

    Der obere Grenzwert hängt nur von den beiden absoluten Temperaturen ab: ηC=1−Tkalt/Twarm\eta_{C}=1-T_{kalt}/T_{warm}ηC​=1−Tkalt​/Twarm​. Temperaturen müssen in Kelvin eingesetzt werden.

  2. 02Einsetzen

    ηC=1−300/550=1−0,545=0,455\eta_{C}=1-300/550=1-0{,}545=0{,}455ηC​=1−300/550=1−0,545=0,455.

  3. 03Interpretation

    Der Carnot-Wirkungsgrad ist eine prinzipielle Obergrenze für jede zwischen diesen Reservoirs arbeitende Maschine. Reale Turbinen liegen wegen Reibung, Wärmeleitung und endlicher Prozessgeschwindigkeit darunter; eine größere Temperaturdifferenz hebt die Grenze an.

Ergebnis: Maximalwirkungsgrad ≈45,5%\approx 45{,}5\%≈45,5%. Reale Turbinen erreichen ca. 35−40%35-40\%35−40%.

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Der 1. Hauptsatz ist die Energieerhaltung in der Thermodynamik.

  2. 2

    Der 2. Hauptsatz beschränkt die Richtung spontaner Prozesse - Entropie nimmt zu.

    p-V-Diagramm - Carnot-Kreisprozess

    1 2 3 4 isotherm Tw isotherm Tk adiabat Wnutz p V
    Abb.Zwei Isothermen (T_warm, T_kalt) und zwei Adiabaten; Fläche = Arbeit.
  3. 3

    Der Carnot-Wirkungsgrad ist die theoretische Obergrenze für jede Wärmekraftmaschine.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank4 Punkte

Aufgabenstellung

Formuliere die ersten beiden Hauptsätze der Thermodynamik und erläutere ihre Bedeutung am Beispiel eines Verbrennungsmotors. Berechne den Carnot-Wirkungsgrad für einen Motor mit Twarm=900T_{warm}=900Twarm​=900 K und Tkalt=350T_{kalt}=350Tkalt​=350 K und diskutiere, warum reale Wirkungsgrade deutlich darunter liegen.

Maturafokus

  • Nenne die Vorzeichenkonvention ausdrücklich, bevor du rechnest: zugeführte Wärme und am System verrichtete Arbeit werden positiv gezählt.
  • Formuliere den ersten Hauptsatz als Energieerhaltung: ΔU=Q+W\Delta U=Q+WΔU=Q+W - die innere Energie ändert sich nur durch Wärme oder Arbeit.
  • Trenne den realen Wirkungsgrad vom Carnot-Wirkungsgrad ηC=1−TkaltTwarm\eta_{C}=1-\tfrac{T_{\text{kalt}}}{T_{\text{warm}}}ηC​=1−Twarm​Tkalt​​ als theoretischer Obergrenze.
  • Formuliere den zweiten Hauptsatz in einer der geläufigen Fassungen und beziehe ihn auf die Aufgabe.
  • Setze in ηC\eta_{C}ηC​ beide Temperaturen in KELVIN ein - mit Celsius kommt Unsinn heraus.

Typische Fehler

  • Die Vorzeichenkonvention für WWW wird gewechselt oder gar nicht genannt; das Ergebnis kippt im Vorzeichen.
  • Ein Wirkungsgrad über dem Carnot-Wert wird angegeben; das verletzt den zweiten Hauptsatz.
  • Entropie wird als Energie beschrieben; sie ist eine Zustandsgröße mit der Einheit JK\tfrac{\mathrm{J}}{\mathrm{K}}KJ​.
  • Im Carnot-Wirkungsgrad werden Celsius-Werte eingesetzt.
  • Der erste Hauptsatz wird als „Energie kann nicht vernichtet werden" wiedergegeben, ohne innere Energie, Wärme und Arbeit zu benennen.

§ 02

Aktive Wiederholung

Eine Kühlmaschine entzieht einem Innenraum bei 5∘5^{\circ}5∘C während einer Stunde 3,63{,}63,6 MJ Wärme und gibt diese an die Umgebung bei 25∘25^{\circ}25∘C ab. Berechne die maximale Leistungsziffer und vergleiche mit dem Carnot-Idealwert.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: MIT OCW 8.044 - Statistical Physics (MIT OpenCourseWare)

§ 03
§ 03

Wärmekapazität und Phasenübergänge#

~3 Min Lesezeit●●○StandardLPPHY-Therm-3.3

Kernpunkte

Um einen Stoff zu erwärmen, muss man Wärme zuführen: Q=c m ΔTQ=c\,m\,\Delta TQ=cmΔT. Die spezifische Wärmekapazität ccc gibt an, wie viel Energie ein Kilogramm pro Kelvin Temperaturanstieg aufnimmt. Verschiedene Stoffe brauchen sehr unterschiedlich viel - Metalle wenig, Wasser außergewöhnlich viel.
Wasser hat mit c≈4,18c\approx 4{,}18c≈4,18 kJ/(kg K) eine der höchsten Wärmekapazitäten überhaupt und ist deshalb ein hervorragender Wärmespeicher. Das erklärt das milde Klima an Küsten und den Einsatz von Wasser als Kühl- und Heizmittel: Es nimmt viel Energie auf, ohne sich stark zu erwärmen.
Bei einem Phasenübergang bleibt die Temperatur trotz Wärmezufuhr konstant, weil die Energie das Aufbrechen der Bindungen leistet (latente Wärme): Q=Ls mQ=L_{s}\,mQ=Ls​m beim Schmelzen, Q=Lv mQ=L_{v}\,mQ=Lv​m beim Verdampfen. Im TTT-QQQ-Diagramm erscheinen diese Übergänge als waagrechte Plateaus ().

Erwärmungskurve von Wasser mit Schmelz- und Siedeplateau

Erwärmungskurve von Wasser mit Schmelz- und SiedeplateauLiniendiagramm: ϑ in °C nach zugeführte Wärme Q (rel.)020406080100120050100150200250300ϑ in °Czugeführte Wärme Q (rel.)
Abb. 3Während eines Phasenübergangs bleibt die Temperatur trotz Wärmezufuhr konstant (latente Wärme).
Abb. 3 ↓
Für Wasser ist die Schmelzwärme LSchmelz=334L_{\text{Schmelz}}=334LSchmelz​=334 kJ/kg, die Verdampfungswärme sogar LVerdampf=2257L_{\text{Verdampf}}=2257LVerdampf​=2257 kJ/kg - Verdampfen kostet also rund siebenmal mehr Energie als Schmelzen. Deshalb kühlt verdunstender Schweiß so wirksam und dauert das Verdampfen viel länger als das Schmelzen gleicher Massen.
Bei Mischungsaufgaben gilt die Energieerhaltung: Die abgegebene Wärme des wärmeren Körpers ist gleich der aufgenommenen des kälteren, also ∑mici(Ti−Tm)=0\sum m_{i}c_{i}(T_{i}-T_{m})=0∑mi​ci​(Ti​−Tm​)=0. Wichtig ist, mögliche Phasenübergänge (schmelzendes Eis) als eigene Energieposten mitzudenken.
Mehrstufige Aufgaben zerlegt man konsequent in Heizphasen (Q=cmΔTQ=cm\Delta TQ=cmΔT) und Phasenübergänge (Q=LmQ=LmQ=Lm) und addiert die Teilenergien. Ein Einheitencheck (kJ gegen J) verhindert Größenordnungsfehler, die hier besonders häufig sind.

Vokabeln

→ Kartei
  • spezifische WärmekapazitätWärme, die 1 kg eines Stoffes um 1 K erwärmt.
  • latente WärmeWärme beim Phasenübergang; sie ändert die Temperatur nicht.
  • SchmelzenthalpieLatente Wärme des Übergangs fest zu flüssig.
  • VerdampfungsenthalpieLatente Wärme des Übergangs flüssig zu gasförmig; deutlich größer als die Schmelzenthalpie.
  • MischungstemperaturGemeinsame Endtemperatur zweier in Kontakt gebrachter Körper.
  • PhasenübergangWechsel des Aggregatzustands bei konstanter Temperatur.

Wärme und latente Wärme

Q=c m ΔT,Q=Ls m  (Phasenu¨bergang)Q=c\,m\,\Delta T,\quad Q=L_{s}\,m \;\text{(Phasenübergang)}Q=cmΔT,Q=Ls​m(Phasenu¨bergang)

ccc ist die spezifische Wärmekapazität in Jkg⋅K\tfrac{\mathrm{J}}{\mathrm{kg}\cdot\mathrm{K}}kg⋅KJ​, LsL_{s}Ls​ die spezifische Umwandlungsenthalpie in Jkg\tfrac{\mathrm{J}}{\mathrm{kg}}kgJ​. Beim Phasenübergang bleibt die Temperatur konstant, obwohl Wärme zugeführt wird.

Wärmeleitung (Fourier)

Q˙=λAΔTd\dot Q = \lambda A\dfrac{\Delta T}{d}Q˙​=λAdΔT​

Q˙\dot QQ˙​ ist der Wärmestrom in W, λ\lambdaλ die Wärmeleitfähigkeit, AAA die durchströmte Fläche, ddd die Schichtdicke. Die Dicke steht im NENNER: doppelte Dämmstärke halbiert den Verlust.

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Musterbeispiel

Mischungstemperatur

200200200 g Wasser von 80∘80^{\circ}80∘C werden mit 300300300 g Wasser von 20∘20^{\circ}20∘C vermischt. Welche Mischungstemperatur stellt sich ein? cW=4,18c_{W}=4{,}18cW​=4,18 kJ/(kg K).

  1. 01Energiebilanz

    m1c(T1−Tm)=m2c(Tm−T2)m_{1} c (T_{1}-T_{m}) = m_{2} c (T_{m}-T_{2})m1​c(T1​−Tm​)=m2​c(Tm​−T2​).

  2. 02Auflösen

    Tm=m1T1+m2T2m1+m2T_{m}=\dfrac{m_{1} T_{1}+m_{2} T_{2}}{m_{1}+m_{2}}Tm​=m1​+m2​m1​T1​+m2​T2​​.

  3. 03Einsetzen

    Tm=0,2⋅80+0,3⋅200,5=16+60,5=44∘T_{m}=\dfrac{0{,}2\cdot 80+0{,}3\cdot 20}{0{,}5}=\dfrac{16+6}{0{,}5}=44^{\circ}Tm​=0,50,2⋅80+0,3⋅20​=0,516+6​=44∘C.

Ergebnis: Mischungstemperatur 44∘44^{\circ}44∘C.

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Die Wärmekapazität gibt an, wie viel Energie ein Stoff pro Kelvin Temperaturänderung aufnimmt.

  2. 2

    Bei Phasenübergängen bleibt die Temperatur konstant, obwohl Energie zugeführt wird - das ist latente Wärme.

  3. 3

    Energiebilanzen helfen, Mischungstemperaturen oder Heizdauern zu berechnen.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank4 Punkte

Aufgabenstellung

Erläutere den Begriff der spezifischen Wärmekapazität und beschreibe, warum Wasser ein besonders guter Wärmespeicher ist. Bestimme die Endtemperatur, wenn 505050 g Aluminium (c=897c=897c=897 J/(kg K)) der Temperatur 150∘150^{\circ}150∘C in 200200200 g Wasser von 20∘20^{\circ}20∘C gelegt werden.

Maturafokus

  • Zerlege mehrstufige Aufgaben in Abschnitte: Erwärmen mit Q=m c ΔTQ=m\,c\,\Delta TQ=mcΔT, Phasenübergang mit Q=m LQ=m\,LQ=mL bei KONSTANTER Temperatur.
  • Stelle Mischungsaufgaben als Bilanz auf: Die vom wärmeren Körper abgegebene Wärme ist gleich der vom kälteren aufgenommenen.
  • Prüfe vorab, ob der Phasenübergang vollständig abläuft - reicht die Wärme nicht, bleibt ein Teil des Eises liegen.
  • Führe die Einheiten konsequent: ccc in Jkg⋅K\tfrac{\mathrm{J}}{\mathrm{kg}\cdot\mathrm{K}}kg⋅KJ​, LLL in Jkg\tfrac{\mathrm{J}}{\mathrm{kg}}kgJ​.
  • Nutze, dass Temperaturdifferenzen in Kelvin und Grad Celsius zahlengleich sind - Absolutwerte aber nicht.

Typische Fehler

  • Die latente Wärme beim Schmelzen oder Verdampfen wird vergessen; sie ist meist der größte Posten.
  • Die spezifische Wärmekapazität von Wasser wird auf andere Stoffe übertragen.
  • Beim Phasenübergang wird eine Temperaturänderung angesetzt; die Temperatur bleibt dort konstant.
  • In der Mischungsbilanz fehlt das Vorzeichen; abgegebene und aufgenommene Wärme werden addiert statt gleichgesetzt.
  • Es wird angenommen, das gesamte Eis schmelze, ohne die verfügbare Wärme zu prüfen.

§ 03

Aktive Wiederholung

Wie viel Energie ist nötig, um 250250250 g Eis von −10∘-10^{\circ}−10∘C in Wasserdampf von 100∘100^{\circ}100∘C zu verwandeln? (cEis=2,1c_{Eis}=2{,}1cEis​=2,1 kJ/(kg K), LS=334L_{S}=334LS​=334 kJ/kg, cW=4,18c_{W}=4{,}18cW​=4,18 kJ/(kg K), LV=2257L_{V}=2257LV​=2257 kJ/kg.)

Passende Aufgaben üben50 Fragen zum Thema→

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: OpenStax College Physics - Heat and Heat Transfer (OpenStax)

§ 04
§ 04

Zustandsänderungen idealer Gase#

~4 Min Lesezeit●●●VertiefungLPPHY-Therm-3.4

p-V-Diagramm - Carnot-Kreisprozess

1 2 3 4 isotherm Tw isotherm Tk adiabat Wnutz p V
Abb. 4Zwei Isothermen (T_warm, T_kalt) und zwei Adiabaten; Fläche = Arbeit.

Kernpunkte

Vier Zustandsänderungen idealer Gase decken praktisch jede Aufgabe ab, und jede ist dadurch gekennzeichnet, welche Zustandsgröße festgehalten wird: isotherm die Temperatur, isobar der Druck, isochor das Volumen, adiabatisch der Wärmeaustausch mit der Umgebung. Wer zuerst diese Zuordnung trifft, hat die Aufgabe im Wesentlichen gelöst.
Im p-V-Diagramm liest sich alles ab. Die Fläche unter der Zustandskurve ist die Volumenarbeit; ein geschlossener Kreisprozess umschließt die je Umlauf gewonnene Arbeit. Die Isotherme ist eine Hyperbel, die Adiabate verläuft STEILER, weil bei ihr zusätzlich die Temperatur sinkt.
Der erste Hauptsatz ΔU=Q+W\Delta U=Q+WΔU=Q+W liefert für jede Zustandsänderung die vollständige Bilanz. Isotherm bleibt ΔU=0\Delta U=0ΔU=0, die zugeführte Wärme wird vollständig in Arbeit umgesetzt. Isochor wird keine Volumenarbeit verrichtet, die gesamte Wärme erhöht die innere Energie. Isobar teilt sich die Wärme auf innere Energie und Volumenarbeit auf. Adiabatisch ist Q=0Q=0Q=0, die Arbeit geht vollständig zu Lasten der inneren Energie - deshalb kühlt ein Gas beim raschen Expandieren ab.
Die Adiabatengleichung p Vκ=constp\,V^{\kappa}=\text{const}pVκ=const unterscheidet sich von der Isothermengleichung nur durch den Exponenten κ=cpcv\kappa=\tfrac{c_{p}}{c_{v}}κ=cv​cp​​, der für einatomige Gase 1,67 und für zweiatomige rund 1,4 beträgt. Genau dieser Exponent wird beim Rechnen am häufigsten vergessen.
Die Alltagsbezüge sind prüfungsrelevant und lassen sich in einem Satz begründen: Eine Fahrradpumpe wird warm, weil die rasche Kompression adiabatisch verläuft; eine Spraydose kühlt beim Entleeren aus demselben Grund in umgekehrter Richtung ab. Beide Vorgänge sind zu schnell für einen nennenswerten Wärmeaustausch.
Kreisprozesse setzen die Einzelschritte zusammen. Der Carnot-Prozess besteht aus zwei Isothermen und zwei Adiabaten und liefert die theoretische Obergrenze des Wirkungsgrads; reale Maschinen wie der Otto- oder Dieselprozess bleiben darunter, weil sie mit endlicher Geschwindigkeit und mit Reibung arbeiten.
Für die Bearbeitung empfiehlt sich ein festes Vorgehen: Zustandsänderung benennen, die zugehörige vereinfachte Formel notieren, dann ΔU\Delta UΔU, QQQ und WWW getrennt bestimmen und zum Schluss über den ersten Hauptsatz gegenprüfen. Stimmt die Summe nicht, steckt der Fehler fast immer in einem Vorzeichen.

Vokabeln

→ Kartei
  • isobarBei gleichbleibendem Druck; im p-V-Diagramm eine Waagrechte.
  • adiabatischOhne Wärmeaustausch mit der Umgebung; $Q=0$.
  • Adiabatenexponent$\kappa=\tfrac{c_{p}}{c_{v}}$; rund 1,4 für zweiatomige Gase.
  • VolumenarbeitArbeit bei Volumenänderung; im p-V-Diagramm die Fläche unter der Kurve.
  • KreisprozessFolge von Zustandsänderungen, die zum Ausgangszustand zurückführt.
  • Carnot-ProzessIdealer Kreisprozess aus zwei Isothermen und zwei Adiabaten.

Isobare Volumenarbeit

Wisobar=p ΔV=nR ΔTW_{isobar}=p\,\Delta V=nR\,\Delta TWisobar​=pΔV=nRΔT

ppp ist der konstante Druck, ΔV\Delta VΔV die Volumenänderung. Im p-V-Diagramm ist das die Rechteckfläche unter der waagrechten Zustandslinie.

Adiabatengleichung

p Vκ=const,κ=cpcVp\,V^{\kappa}=\text{const},\quad \kappa=\dfrac{c_{p}}{c_{V}}pVκ=const,κ=cV​cp​​

κ\kappaκ ist der Adiabatenexponent, das Verhältnis der spezifischen Wärmekapazitäten; für Luft rund 1,4. Ohne diesen Exponenten wird daraus die Isothermengleichung - deshalb verläuft die Adiabate im p-V-Diagramm steiler.

Musterbeispiel

Isobare Erwärmung von einem Mol Gas

n=1n=1n=1 mol, p=p=p=const, T:300→400T:300\to 400T:300→400 K, Cp=52RC_{p}=\tfrac{5}{2}RCp​=25​R, CV=32RC_{V}=\tfrac{3}{2}RCV​=23​R.

  1. 01Volumenarbeit

    W=nR ΔT=1⋅8,314⋅100≈831W=nR\,\Delta T=1\cdot 8{,}314\cdot 100\approx 831W=nRΔT=1⋅8,314⋅100≈831 J.

  2. 02Zugeführte Wärme

    Q=nCpΔT=1⋅52⋅8,314⋅100≈2079Q=nC_{p}\Delta T=1\cdot\tfrac{5}{2}\cdot 8{,}314\cdot 100\approx 2079Q=nCp​ΔT=1⋅25​⋅8,314⋅100≈2079 J.

  3. 03Innere Energie

    ΔU=nCVΔT=1⋅32⋅8,314⋅100≈1247\Delta U=nC_{V}\Delta T=1\cdot\tfrac{3}{2}\cdot 8{,}314\cdot 100\approx 1247ΔU=nCV​ΔT=1⋅23​⋅8,314⋅100≈1247 J.

  4. 04Kontrolle

    ΔU=Q−W=2079−831=1248\Delta U=Q-W=2079-831=1248ΔU=Q−W=2079−831=1248 J - konsistent.

Ergebnis: Volumenarbeit ≈831\approx 831≈831 J, Wärme ≈2079\approx 2079≈2079 J, davon ≈1247\approx 1247≈1247 J als innere Energie.

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Jede Zustandsänderung hält eine Größe konstant - Temperatur, Druck, Volumen oder den Wärmeaustausch.

    p-V-Diagramm - Carnot-Kreisprozess

    1 2 3 4 isotherm Tw isotherm Tk adiabat Wnutz p V
    Abb.Zwei Isothermen (T_warm, T_kalt) und zwei Adiabaten; Fläche = Arbeit.
  2. 2

    Der 1. Hauptsatz verbindet für jeden Prozess innere Energie, Wärme und Arbeit.

  3. 3

    Im p-V-Diagramm ist die eingeschlossene Fläche eines Kreisprozesses die Nutzarbeit.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank4 Punkte

Aufgabenstellung

Beschreibe isotherme, isobare, isochore und adiabatische Zustandsänderungen eines idealen Gases und ordne sie im p-V-Diagramm ein. Wie wendet man jeweils den 1. Hauptsatz an?

Maturafokus

  • Benenne die Zustandsänderung zuerst und notiere die zugehörige vereinfachte Formel, bevor du rechnest.
  • Bestimme ΔU\Delta UΔU, QQQ und WWW getrennt und prüfe sie über den ersten Hauptsatz gegen.
  • Deute im p-V-Diagramm die Fläche unter der Kurve als Volumenarbeit und die umschlossene Fläche als Nutzarbeit des Kreisprozesses.
  • Unterscheide Adiabate und Isotherme am Verlauf: Die Adiabate ist steiler, weil zusätzlich die Temperatur sinkt.
  • Setze in der Adiabatengleichung den Exponenten κ=cpcv\kappa=\tfrac{c_{p}}{c_{v}}κ=cv​cp​​ ein - rund 1,4 für Luft.

Typische Fehler

  • Bei isochorer Änderung wird Volumenarbeit angesetzt; ohne Volumenänderung wird keine verrichtet.
  • Die Adiabatengleichung wird mit der Isothermengleichung verwechselt; der Exponent κ\kappaκ fehlt.
  • Bei isothermer Änderung wird ΔU≠0\Delta U\neq0ΔU=0 angenommen; beim idealen Gas hängt UUU nur von TTT ab.
  • Das Vorzeichen der Arbeit wird beim Übergang zwischen Kompression und Expansion nicht gewechselt.
  • Ein realer Kreisprozess wird mit dem Carnot-Wirkungsgrad gleichgesetzt; dieser ist nur die Obergrenze.

§ 04

Aktive Wiederholung

111 mol ideales Gas wird bei konstantem Druck p=1,0p=1{,}0p=1,0 bar von 300300300 K auf 400400400 K erwärmt. Berechne die Volumenarbeit und die zugeführte Wärme (Cp=52RC_{p}=\tfrac{5}{2}RCp​=25​R, CV=32RC_{V}=\tfrac{3}{2}RCV​=23​R, R=8,314R=8{,}314R=8,314 J/(mol K)).

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: OpenStax College Physics - Thermodynamic Processes (OpenStax)

§ 05
§ 05

Wärmetransport - Leitung, Konvektion, Strahlung#

~4 Min Lesezeit●●○StandardLPPHY-Therm-3.5

Kernpunkte

Wärme kann auf drei grundverschiedene Arten transportiert werden: durch Leitung (vor allem in Festkörpern), durch Konvektion (in strömenden Fluiden) und durch Strahlung (sogar im Vakuum). In realen Situationen wirken meist mehrere Mechanismen zugleich.
Bei der Wärmeleitung wandert Energie durch Stöße von Teilchen zu Teilchen, ohne dass Materie transportiert wird. Das Fourier-Gesetz Q˙=λAΔTd\dot Q=\lambda A\dfrac{\Delta T}{d}Q˙​=λAdΔT​ () zeigt: Der Wärmestrom wächst mit Fläche und Temperaturdifferenz und sinkt mit der Schichtdicke. Metalle haben ein großes λ\lambdaλ (gute Leiter), Dämmstoffe und Luft ein kleines.

Wärmeleitung durch eine Wand (Fourier)

Wärmeleitung durch eine WandSchematische Darstellung mit 6 Elementen, Wand, Q̇, d, innen T₁, außen T₂WandQ̇dinnen T₁außen T₂
Abb. 5Der Wärmestrom Q˙=λA ΔT/d\dot Q=\lambda A\,\Delta T/dQ˙​=λAΔT/d wächst mit Fläche und Temperaturdifferenz, sinkt mit der Wanddicke.
Abb. 5 ↓
Bei der Konvektion transportiert das strömende Fluid die Wärme selbst mit: Warmes, weniger dichtes Material steigt auf, kühleres sinkt ab. Das treibt Heizkörper im Raum, den Golfstrom im Ozean und das gesamte Wettergeschehen an.
Jeder Körper sendet allein aufgrund seiner Temperatur Wärmestrahlung aus; nach dem Stefan-Boltzmann-Gesetz ist die Strahlungsleistung P=εσAT4P=\varepsilon\sigma A T^{4}P=εσAT4. Die vierte Potenz ist entscheidend: Verdoppelt sich die absolute Temperatur, steigt die Abstrahlung auf das Sechzehnfache. Strahlung benötigt kein Medium - so erreicht uns die Sonnenenergie durch das Vakuum.
Wärmedämmung nutzt diese Gesetze gezielt: dicke Schichten mit kleiner Leitfähigkeit, mehrfache ruhende Luftschichten (Doppelverglasung) gegen Leitung und Konvektion sowie reflektierende, blanke Oberflächen gegen Strahlung.
Beim Treibhauseffekt dringt die kurzwellige Sonnenstrahlung weitgehend ungehindert bis zum Boden, während die von der erwärmten Erde ausgehende langwellige Wärmestrahlung von Treibhausgasen absorbiert und teilweise zurückgestrahlt wird. Diese Rückstrahlung erhöht die Oberflächentemperatur - ohne sie wäre die Erde global vereist.

Vokabeln

→ Kartei
  • WärmeleitungEnergietransport durch Stöße benachbarter Teilchen ohne Stofftransport.
  • KonvektionEnergietransport durch strömendes Fluid.
  • WärmestrahlungEnergietransport durch elektromagnetische Wellen; funktioniert auch im Vakuum.
  • WärmeleitfähigkeitMaterialkenngröße $\lambda$ in $\tfrac{\mathrm{W}}{\mathrm{m}\cdot\mathrm{K}}$.
  • Fourier-Gesetz$\dot Q=\lambda\,A\,\tfrac{\Delta T}{d}$; Wärmestrom durch eine Schicht.
  • Stefan-Boltzmann-Gesetz$P=\sigma\,A\,T^{4}$; abgestrahlte Leistung eines schwarzen Körpers.

Wärmeleitung (Fourier)

Q˙=λAΔTd\dot Q=\lambda A\dfrac{\Delta T}{d}Q˙​=λAdΔT​

Q˙\dot QQ˙​ ist der Wärmestrom in W, λ\lambdaλ die Wärmeleitfähigkeit, AAA die durchströmte Fläche, ddd die Schichtdicke. Die Dicke steht im NENNER: doppelte Dämmstärke halbiert den Verlust.

Wärmestrahlung (Stefan-Boltzmann)

P=ε σ A T4P=\varepsilon\,\sigma\,A\,T^{4}P=εσAT4

ε\varepsilonε ist der Emissionsgrad (eins für den schwarzen Körper), σ=5,67⋅10−8 Wm2K4\sigma=5{,}67\cdot10^{-8}\,\tfrac{\mathrm{W}}{\mathrm{m}^{2}\mathrm{K}^{4}}σ=5,67⋅10−8m2K4W​ die Stefan-Boltzmann-Konstante, TTT die absolute Temperatur. Die vierte Potenz macht den Effekt bei hohen Temperaturen beherrschend.

Musterbeispiel

Wärmeverlust durch ein Einfachglasfenster

A=2,0A=2{,}0A=2,0 m2^{2}2, d=4,0d=4{,}0d=4,0 mm, λ=0,80\lambda=0{,}80λ=0,80 W/(m K), ΔT=20\Delta T=20ΔT=20 K.

  1. 01Fourier

    Q˙=λAΔT/d\dot Q=\lambda A\Delta T/dQ˙​=λAΔT/d.

  2. 02Einsetzen

    Q˙=0,80⋅2,0⋅20/0,004=8000\dot Q=0{,}80\cdot 2{,}0\cdot 20/0{,}004=8000Q˙​=0,80⋅2,0⋅20/0,004=8000 W.

  3. 03Vergleich

    Doppelverglasung mit Luftschicht (kleines λ\lambdaλ, großes ddd) senkt den Verlust um etwa eine Größenordnung.

Ergebnis: Der idealisierte Wärmestrom beträgt 888 kW; reale Fenster sind durch Grenzschichten und Mehrfachverglasung deutlich besser.

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Wärme wird durch Leitung, Konvektion und Strahlung transportiert - nur Strahlung braucht kein Medium.

  2. 2

    Das Fourier-Gesetz beschreibt, wie schnell Wärme durch eine Wand fließt.

  3. 3

    Die Strahlungsleistung wächst mit der vierten Potenz der Temperatur - zentral für Sterne und den Treibhauseffekt.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank4 Punkte

Aufgabenstellung

Beschreibe die drei Arten des Wärmetransports mit je einem Alltagsbeispiel. Erläutere, wie Gebäudedämmung physikalisch wirkt, und welche Rolle die Stefan-Boltzmann-Strahlung beim Treibhauseffekt spielt.

Maturafokus

  • Ordne den Mechanismus dem Kontext zu: Leitung im Festkörper, Konvektion in Fluiden, Strahlung auch im Vakuum.
  • Wende das Fourier-Gesetz Q˙=λ A ΔTd\dot Q=\lambda\,A\,\tfrac{\Delta T}{d}Q˙​=λAdΔT​ an und achte darauf, dass die Schichtdicke im NENNER steht.
  • Betone die vierte Potenz bei der Strahlung: P=σ A T4P=\sigma\,A\,T^{4}P=σAT4 - eine Verdopplung der absoluten Temperatur bedeutet das Sechzehnfache.
  • Setze bei Stefan-Boltzmann die Temperatur in Kelvin ein; Celsius liefert grob falsche Werte.
  • Begründe die Wirkung einer Doppelverglasung über die schlechte Wärmeleitfähigkeit des eingeschlossenen Gases.

Typische Fehler

  • Konvektion wird in Festkörpern angenommen; dort ist kein Stofftransport möglich.
  • Bei Stefan-Boltzmann wird die Temperatur in Grad Celsius eingesetzt.
  • Schichtdicke und Fläche werden in der Fourier-Formel vertauscht.
  • Wärmestrom und Wärmemenge werden verwechselt; der eine trägt die Einheit W, die andere J.
  • Strahlung wird als auf heiße Körper beschränkt beschrieben; jeder Körper über dem absoluten Nullpunkt strahlt.

§ 05

Aktive Wiederholung

Ein Einfachglasfenster (Fläche 2,02{,}02,0 m2^{2}2, Dicke 4,04{,}04,0 mm, λ=0,80\lambda=0{,}80λ=0,80 W/(m K)) trennt 21∘21^{\circ}21∘C innen von 1∘1^{\circ}1∘C aussen. Berechne den Wärmestrom und vergleiche qualitativ mit Doppelverglasung.

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Quellen: OpenStax College Physics - Heat Transfer Methods (OpenStax)

§ 06
§ 06

Entropie und Irreversibilität#

~3 Min Lesezeit●●●VertiefungLPPHY-Therm-3.6

Kernpunkte

Die Entropie SSS ist die Zustandsgröße, die festlegt, in welche Richtung Prozesse von selbst ablaufen. Bei reversibler Wärmezufuhr ändert sie sich um ΔS=QrevT\Delta S=\dfrac{Q_{rev}}{T}ΔS=TQrev​​ - dieselbe Wärmemenge erzeugt bei tiefer Temperatur mehr Entropie als bei hoher.
Statistisch gedeutet (Boltzmann) ist S=kBln⁡WS=k_{B}\ln WS=kB​lnW, wobei WWW die Zahl der mikroskopischen Anordnungen zählt, die denselben makroskopischen Zustand ergeben. Ein „unordentlicher", wahrscheinlicherer Zustand hat mehr Mikrozustände und damit höhere Entropie - Entropiezunahme ist der Lauf zum Wahrscheinlicheren.
Der 2. Hauptsatz lautet in dieser Sprache: In einem abgeschlossenen System nimmt die Gesamtentropie nie ab (ΔS≥0\Delta S\geq 0ΔS≥0). Reversible (ideale) Prozesse halten ΔS=0\Delta S=0ΔS=0, alle realen, irreversiblen Prozesse erzeugen Entropie.
Daraus folgt die Alltagsbeobachtung, dass Wärme von selbst nur von warm nach kalt fließt: Dabei sinkt zwar die Entropie des warmen Reservoirs, die des kalten steigt aber stärker, sodass die Gesamtbilanz positiv ist. Der umgekehrte Vorgang würde die Gesamtentropie senken und ist ohne äußeren Aufwand (Kühlmaschine) unmöglich.
Wichtig: Die Entropie eines Teilsystems darf durchaus abnehmen (etwa Wasser, das zu Eis gefriert) - der 2. Hauptsatz verlangt nur, dass die Summe aus System und Umgebung nicht abnimmt. Lokale Ordnung wird stets durch größere Unordnung anderswo „erkauft".
Die Entropie gibt der Zeit eine Richtung (den thermodynamischen Zeitpfeil) und begrenzt zugleich die Umwandelbarkeit von Wärme in Arbeit. Genau deshalb kann keine Maschine den Carnot-Wirkungsgrad überschreiten, wie er sich aus den Kreisprozessen ergibt ().

p-V-Diagramm - Carnot-Kreisprozess

1 2 3 4 isotherm Tw isotherm Tk adiabat Wnutz p V
Abb. 6Zwei Isothermen (T_warm, T_kalt) und zwei Adiabaten; Fläche = Arbeit.
Abb. 6 ↓

Vokabeln

→ Kartei
  • EntropieZustandsgröße $S$ in $\tfrac{\mathrm{J}}{\mathrm{K}}$; Maß für die Zahl der zugänglichen Mikrozustände.
  • reversibelUmkehrbar ohne bleibende Änderung der Umgebung; idealisierter Grenzfall.
  • irreversibelNicht von selbst umkehrbar; jeder reale Prozess ist es.
  • MikrozustandKonkrete Anordnung aller Teilchen; viele Mikrozustände ergeben denselben Makrozustand.
  • WärmetodGedankenmodell eines Endzustands maximaler Entropie.
  • EntropiebilanzVergleich der Entropieänderungen aller beteiligten Systeme.

Entropie - thermodynamisch und statistisch

ΔS=QrevT,S=kBln⁡W\Delta S=\dfrac{Q_{rev}}{T},\quad S=k_{B}\ln WΔS=TQrev​​,S=kB​lnW

QrevQ_{rev}Qrev​ ist die reversibel ausgetauschte Wärme, TTT die absolute Temperatur, WWW die Zahl der Mikrozustände und kBk_{B}kB​ die Boltzmann-Konstante. Beide Ausdrücke beschreiben dieselbe Zustandsgröße mit der Einheit JK\tfrac{\mathrm{J}}{\mathrm{K}}KJ​.

Musterbeispiel

Entropiebilanz bei Wärmeleitung

Q=1000Q=1000Q=1000 J von Tw=400T_{w}=400Tw​=400 K zu Tk=300T_{k}=300Tk​=300 K.

  1. 01Warmes Reservoir

    ΔSw=−Q/Tw=−1000/400=−2,50\Delta S_{w}=-Q/T_{w}=-1000/400=-2{,}50ΔSw​=−Q/Tw​=−1000/400=−2,50 J/K.

  2. 02Kaltes Reservoir

    ΔSk=+Q/Tk=+1000/300≈+3,33\Delta S_{k}=+Q/T_{k}=+1000/300\approx +3{,}33ΔSk​=+Q/Tk​=+1000/300≈+3,33 J/K.

  3. 03Gesamt

    ΔSges=−2,50+3,33=+0,83\Delta S_{ges}=-2{,}50+3{,}33=+0{,}83ΔSges​=−2,50+3,33=+0,83 J/K >0>0>0.

Ergebnis: Die Gesamtentropie steigt um ≈0,83\approx 0{,}83≈0,83 J/K - der Prozess ist irreversibel und läuft spontan nur in dieser Richtung.

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Entropie ist eine Zustandsgröße und ein Mass für die Unordnung eines Systems.

  2. 2

    Im abgeschlossenen System kann die Gesamtentropie nie abnehmen - das ist der 2. Hauptsatz.

    p-V-Diagramm - Carnot-Kreisprozess

    1 2 3 4 isotherm Tw isotherm Tk adiabat Wnutz p V
    Abb.Zwei Isothermen (T_warm, T_kalt) und zwei Adiabaten; Fläche = Arbeit.
  3. 3

    Die Entropie gibt der Zeit eine Richtung und begrenzt die Umwandlung von Wärme in Arbeit.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank4 Punkte

Aufgabenstellung

Erläutere den Begriff der Entropie thermodynamisch und statistisch. Begründe mit der Entropie, warum Wärme spontan nur von warm nach kalt fließt und warum kein perpetuum mobile 2. Art möglich ist.

Maturafokus

  • Berechne die Entropieänderung bei reversibler Wärmeübertragung als ΔS=QT\Delta S=\tfrac{Q}{T}ΔS=TQ​ mit TTT in Kelvin.
  • Prüfe die Vorzeichen: Der abgebende Körper verliert, der aufnehmende gewinnt Entropie - in der Summe bleibt sie gleich oder wächst.
  • Verbinde beide Deutungen: thermodynamisch als QT\tfrac{Q}{T}TQ​, statistisch als Maß für die Zahl der möglichen Mikrozustände.
  • Formuliere den zweiten Hauptsatz über die Entropie: In einem abgeschlossenen System nimmt sie nie ab.
  • Erkläre Irreversibilität an einem Alltagsbeispiel - Wärme fließt von selbst nur in eine Richtung, Tinte entmischt sich nicht von allein.

Typische Fehler

  • Entropie wird als Energie behandelt; sie hat die Einheit JK\tfrac{\mathrm{J}}{\mathrm{K}}KJ​ und ist eine Zustandsgröße.
  • Die Entropieabnahme eines TEILSYSTEMS wird als Verstoß gegen den zweiten Hauptsatz gedeutet; maßgeblich ist die Gesamtbilanz.
  • In ΔS=QT\Delta S=\tfrac{Q}{T}ΔS=TQ​ wird die Temperatur in Celsius eingesetzt.
  • Entropie wird ausschließlich als „Unordnung" beschrieben, ohne den Bezug zur Zahl der Mikrozustände.
  • Reversible und irreversible Prozesse werden gleich behandelt; nur beim reversiblen bleibt die Gesamtentropie konstant.

§ 06

Aktive Wiederholung

Eine Wärmemenge Q=1000Q=1000Q=1000 J fließt von einem Reservoir bei 400400400 K zu einem bei 300300300 K. Berechne die Entropieänderung beider Reservoire und der Gesamtanordnung und interpretiere das Vorzeichen.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: MIT OCW 8.044 - Statistical Physics (MIT OpenCourseWare)

Stand 06/2026 · Vollständige Fassung über den Tiefenregler — gleiche Stelle, gleiche Anker

Inhalt

Abschnitt -- / 06

    • 01Temperatur, ideales Gas und kinetische Gastheorie○
    • 02Hauptsätze der Thermodynamik◐
    • 03Wärmekapazität und Phasenübergänge◐
    • 04Zustandsänderungen idealer Gase●
    • 05Wärmetransport - Leitung, Konvektion, Strahlung◐
    • 06Entropie und Irreversibilität●

0/6 Gelesen

Aus den Notizen ins Training

Thermodynamik - Temperatur, Wärme, Hauptsätze

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Erkläre das Modell des idealen Gases und die Bedeutung der kinetischen Gastheorie. Bestimme die mittlere kinetische Energie und die mittlere Geschwindigkeit eines Stickstoffmoleküls (m≈4,65⋅10−26m\approx 4{,}65\cdot 10^{-26}m≈4,65⋅10−26 kg) bei Raumtemperatur (T=293T=293T=293 K).

4 BE · 2024

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Belege & Quellen

Quellen

OpenStax

  • OpenStax College Physics - Kinetic Theory

MIT OpenCourseWare

  • MIT OCW 8.044 - Statistical Physics

Siehe auch

  • Mechanik 2 - Energie, Impuls, Schwingungen und WellenDer Energieerhaltungssatz erhält hier mit der inneren Energie seinen fehlenden Posten.
  • Astrophysik und KosmologieStrahlungsbilanz und Stefan-Boltzmann-Gesetz tragen dort das Klimamodell.
  • Atom- und KernphysikDie kinetische Gastheorie führt von der Temperatur zur Teilchenbewegung.

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