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Notizen/Angewandte Mathematik/B 8 - Wahrscheinlichkeit und Verteilungen
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B 8 - Wahrscheinlichkeit und Verteilungen

Laplace- und bedingte Wahrscheinlichkeit, Erwartungswert, Binomial- und Normalverteilung mit Bezug zu Qualitätskontrolle, Marketing und Versicherung.

6 Abschnitte·~20 Min Lesezeit·4 Kompetenzen·Stand 06/2026

T·0888 / 13
Prüfungsprofil
B-8.1 · Wahrscheinlichkeitsbegriff und PfadregelnB-8.2 · Bedingte Wahrscheinlichkeit und BayesB-8.3 · BinomialverteilungB-8.4 · Normalverteilung als Näherung
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Lesetiefe: Vertiefung

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Inhalt · 6 Abschnitte▾
  1. B 8 - Wahrscheinlichkeit und Verteilungen
    • 01Wahrscheinlichkeitsbegriff und Pfadregeln○
    • 02Bedingte Wahrscheinlichkeit und Bayes◐
    • 03Binomialverteilung◐
    • 04Normalverteilung◐
    • 05Erwartungswert und Varianz diskreter Zufallsvariablen◐
    • 06Kombinatorik: Permutationen und Kombinationen◐

6 Abschnitte · 30 Merksätze · 8 Formeln · 30 Fehlerwarnungen

§ 01
§ 01

Wahrscheinlichkeitsbegriff und Pfadregeln#

~3 Min Lesezeit●○○BasisLPB-8.1

Kernpunkte

Die Wahrscheinlichkeitsrechnung quantifiziert den Zufall - von der Qualitätskontrolle über das Versicherungswesen bis zur Risikoabschätzung. Eine Wahrscheinlichkeit ist stets eine Zahl zwischen 000 (unmöglich) und 111 (sicher); der erste Schritt jeder Aufgabe ist die klare Definition von Ergebnisraum und interessierendem Ereignis.
Beim Laplace-Versuch sind alle Ergebnisse gleich wahrscheinlich, und es gilt P(A)=Anzahl gu¨nstiger Fa¨lleAnzahl aller Fa¨lleP(A)=\tfrac{\text{Anzahl günstiger Fälle}}{\text{Anzahl aller Fälle}}P(A)=Anzahl aller Fa¨lleAnzahl gu¨nstiger Fa¨lle​. Das setzt Symmetrie voraus (fairer Würfel, gut gemischte Karten) - bei verfälschten Versuchen ist diese Formel nicht anwendbar.
Das Gegenereignis ist oft der schnellste Weg: P(Ac)=1−P(A)P(A^{c})=1-P(A)P(Ac)=1−P(A). Gerade Aufgaben vom Typ „mindestens einmal" löst man elegant über das Gegenereignis „kein einziges Mal" - statt vieler Pfade nur einen zu berechnen.
Bei mehrstufigen Zufallsexperimenten ist das Baumdiagramm das Werkzeug der Wahl (). Es gelten zwei Pfadregeln: Entlang eines Pfades werden die Wahrscheinlichkeiten multipliziert (Produktregel), und über alle Pfade, die zum Ereignis gehören, werden sie addiert (Summenregel).

Baumdiagramm - zweistufiges Experiment

Zweistufiges ZufallsexperimentBaumdiagramm, 4 Pfade, Daten: A → A₁: 0.18; A → A₂: 0.02; B → B₁: 0.24; B → B₂: 0.560.90.10.30.70.20.8P = 0.18P = 0.02P = 0.24P = 0.56ABStartA₁A₂B₁B₂
Abb. 1Pfadwahrscheinlichkeiten multiplizieren, Pfade einer Bedingung addieren.
Abb. 1 ↓
Zwei Ereignisse sind unabhängig, wenn P(A∩B)=P(A)⋅P(B)P(A\cap B)=P(A)\cdot P(B)P(A∩B)=P(A)⋅P(B) gilt - der Eintritt des einen ändert die Wahrscheinlichkeit des anderen nicht. Unabhängigkeit darf nicht unbegründet angenommen werden; beim Ziehen ohne Zurücklegen etwa sind die Stufen gerade nicht unabhängig.
Für die Vereinigung gilt allgemein P(A∪B)=P(A)+P(B)−P(A∩B)P(A\cup B)=P(A)+P(B)-P(A\cap B)P(A∪B)=P(A)+P(B)−P(A∩B); nur bei disjunkten (unvereinbaren) Ereignissen entfällt der Schnittterm und es bleibt P(A∪B)=P(A)+P(B)P(A\cup B)=P(A)+P(B)P(A∪B)=P(A)+P(B). Den Schnitt zu vergessen, zählt Überschneidungen doppelt - ein häufiger Fehler.

Vokabeln

→ Kartei
  • Laplace-ExperimentZufallsversuch mit lauter gleich wahrscheinlichen Ausgängen.
  • ErgebnisraumMenge aller möglichen Ausgänge eines Zufallsversuchs.
  • EreignisTeilmenge des Ergebnisraums; ihm wird eine Wahrscheinlichkeit zugeordnet.
  • PfadmultiplikationsregelEntlang eines Pfades im Baumdiagramm werden die Wahrscheinlichkeiten multipliziert.
  • PfadadditionsregelDie Wahrscheinlichkeiten aller günstigen Pfade werden addiert.
  • GegenereignisKomplement eines Ereignisses; $P(\bar A)=1-P(A)$.

Laplace-Wahrscheinlichkeit und Gegenereignis

P(A)=∣A∣∣Ω∣,P(Ac)=1−P(A)P(A)=\dfrac{|A|}{|\Omega|},\quad P(A^{c})=1-P(A)P(A)=∣Ω∣∣A∣​,P(Ac)=1−P(A)

∣A∣|A|∣A∣ ist die Anzahl der günstigen, ∣Ω∣|\Omega|∣Ω∣ die der insgesamt möglichen Ausgänge. Die Formel setzt voraus, dass alle Ausgänge GLEICH wahrscheinlich sind; das Gegenereignis spart bei „mindestens"-Fragen die Summe über viele Pfade.

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Musterbeispiel

Baumdiagramm und Pfadwahrscheinlichkeit

Aus einer Urne mit 3 roten und 5 blauen Kugeln wird zweimal ohne Zurücklegen gezogen. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, beide rote Kugeln zu ziehen?

  1. 1. Ziehung

    P(rot1)=38P(\text{rot}_{1})=\tfrac{3}{8}P(rot1​)=83​.

  2. 2. Ziehung (bedingt)

    Nach rot zur 1: P(rot2∣rot1)=27P(\text{rot}_{2}\mid \text{rot}_{1})=\tfrac{2}{7}P(rot2​∣rot1​)=72​.

  3. 03Pfadwahrscheinlichkeit

    P(RR)=38⋅27=656=328≈0,107P(RR)=\tfrac{3}{8}\cdot \tfrac{2}{7}=\tfrac{6}{56}=\tfrac{3}{28}\approx 0{,}107P(RR)=83​⋅72​=566​=283​≈0,107.

Ergebnis: P(RR)≈0,107P(RR)\approx 0{,}107P(RR)≈0,107 bzw. ca. 10,7 %10{,}7\,\%10,7%.

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Beginne mit klarer Definition des Ergebnisraums und des interessierenden Ereignisses.

  2. 2

    Bei mehrstufigen Experimenten ist ein Baumdiagramm das Werkzeug der Wahl.

    Baumdiagramm - zweistufiges Experiment

    Zweistufiges ZufallsexperimentBaumdiagramm, 4 Pfade, Daten: A → A₁: 0.18; A → A₂: 0.02; B → B₁: 0.24; B → B₂: 0.560.90.10.30.70.20.8P = 0.18P = 0.02P = 0.24P = 0.56ABStartA₁A₂B₁B₂
    Abb.Pfadwahrscheinlichkeiten multiplizieren, Pfade einer Bedingung addieren.
  3. 3

    Gegenereignis ist oft der schnellste Weg, besonders bei "mindestens einmal".

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank1 Punkte

Aufgabenstellung

In einer Urne befinden sich 6 weisse und 4 schwarze Kugeln. Es wird eine Kugel zufällig gezogen. Bestimme die Wahrscheinlichkeit, eine schwarze Kugel zu ziehen. (Alle Cluster)

Maturafokus

  • Definiere das Ereignis in Worten, bevor du rechnest - „mindestens ein Treffer" und „genau ein Treffer" führen zu völlig verschiedenen Ansätzen.
  • Wende die Pfadregeln konsequent an: entlang eines Pfades multiplizieren, über alle günstigen Pfade addieren.
  • Nutze bei „mindestens eins" das Gegenereignis: P(mind. 1)=1−P(keiner)P(\text{mind. }1)=1-P(\text{keiner})P(mind. 1)=1−P(keiner) - das spart die Summe über viele Pfade.
  • Unterscheide Ziehen MIT und OHNE Zurücklegen; ohne Zurücklegen ändern sich die Wahrscheinlichkeiten an jedem Ast.
  • Prüfe die Summe der Wahrscheinlichkeiten an jeder Verzweigung - sie muss eins ergeben.

Typische Fehler

  • Es werden Pfade addiert, die nicht alle Fälle des Ereignisses abdecken; ein günstiger Zweig bleibt liegen.
  • Unabhängigkeit wird ohne Begründung angenommen; beim Ziehen ohne Zurücklegen ist sie gerade nicht gegeben.
  • Das Gegenereignis wird falsch formuliert: Das Gegenteil von „mindestens eins" ist „keiner", nicht „höchstens eins".
  • Der Laplace-Ansatz wird auf ungleich wahrscheinliche Ausgänge angewandt; er setzt Gleichwahrscheinlichkeit voraus.
  • Die Wahrscheinlichkeiten an einer Verzweigung summieren nicht zu eins, ohne dass es auffällt.

§ 01

Aktive Wiederholung

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, beim sechsmaligen Würfeln mindestens eine 6 zu bekommen?

Passende Aufgaben üben50 Fragen zum Thema→

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Formelsammlung SRDP Angewandte Mathematik (BHS) (BMBWF) · SRDP BHS - Aufgabenarchiv Angewandte Mathematik (IQS / BMBWF)

§ 02
§ 02

Bedingte Wahrscheinlichkeit und Bayes#

~4 Min Lesezeit●●○StandardLPB-8.2

Kernpunkte

Häufig liegt bereits eine Information vor, die die Wahrscheinlichkeit verändert - „Das Bauteil ist defekt; aus welchem Werk stammt es?". Die bedingte Wahrscheinlichkeit P(A∣B)=P(A∩B)P(B)P(A\mid B)=\tfrac{P(A\cap B)}{P(B)}P(A∣B)=P(B)P(A∩B)​ beschreibt die Wahrscheinlichkeit von AAA unter der Voraussetzung, dass BBB eingetreten ist - der Ergebnisraum wird auf BBB eingeschränkt.
Aus der Definition folgt unmittelbar der Multiplikationssatz P(A∩B)=P(B)⋅P(A∣B)P(A\cap B)=P(B)\cdot P(A\mid B)P(A∩B)=P(B)⋅P(A∣B) - genau die Pfadregel im Baumdiagramm (): Die Wahrscheinlichkeit eines Pfades ist das Produkt der Wahrscheinlichkeiten entlang seiner Äste.

Baumdiagramm zum Satz von Bayes

Bayes-Baum: Werk und AusschussBaumdiagramm, 4 Pfade, Daten: A → defekt: 0.012; A → ok: 0.588; B → defekt: 0.02; B → ok: 0.380.02defekt0.98ok0.05defekt0.95ok0.6A0.4BP = 0.012P = 0.588P = 0.02P = 0.38Werk AWerk BBauteilA·DA·okB·DB·ok
Abb. 2Zweistufiges Baumdiagramm (Werk →\to→ Qualität): Entlang eines Pfades multiplizieren, über die Pfade „defekt" addieren - so entsteht die totale Wahrscheinlichkeit für Bayes.
Abb. 2 ↓
Der Satz von der totalen Wahrscheinlichkeit P(A)=∑iP(A∣Bi)⋅P(Bi)P(A)=\sum_i P(A\mid B_i)\cdot P(B_i)P(A)=∑i​P(A∣Bi​)⋅P(Bi​) summiert über alle Wege, die zu AAA führen. Für die Ausschusswahrscheinlichkeit etwa addiert man die Pfade über alle Werke - alle Pfade, nicht nur einen, zu berücksichtigen, ist hier entscheidend.
Das Bayes-Theorem P(B∣A)=P(A∣B)⋅P(B)P(A)P(B\mid A)=\tfrac{P(A\mid B)\cdot P(B)}{P(A)}P(B∣A)=P(A)P(A∣B)⋅P(B)​ kehrt die Bedingung um: Es schließt von der Wirkung auf die Ursache - vom Symptom auf die Krankheit, vom Defekt auf das Werk. Der Nenner P(A)P(A)P(A) wird dabei über die totale Wahrscheinlichkeit berechnet.
Zentral ist, P(A∣B)P(A\mid B)P(A∣B) und P(B∣A)P(B\mid A)P(B∣A) nicht zu verwechseln - sie sind im Allgemeinen verschieden. „Test positiv, wenn krank" ist nicht dasselbe wie „krank, wenn Test positiv"; das Bayes-Theorem ist genau die Brücke zwischen beiden.
Das erklärt das berühmte, kontraintuitive Ergebnis medizinischer Tests: Selbst bei hoher Sensitivität kann der positive Vorhersagewert P(krank∣+)P(\text{krank}\mid +)P(krank∣+) klein sein, wenn die Prävalenz niedrig ist - bei 1 %1\,\%1% Kranken sind oft nur rund 20 %20\,\%20% der positiv Getesteten tatsächlich krank. Die Prävalenz darf nie ignoriert werden.

Vokabeln

→ Kartei
  • bedingte Wahrscheinlichkeit$P(A\mid B)=\tfrac{P(A\cap B)}{P(B)}$; Wahrscheinlichkeit von $A$ unter der Voraussetzung $B$.
  • Satz von BayesUmkehrformel: $P(A\mid B)=\tfrac{P(B\mid A)\cdot P(A)}{P(B)}$.
  • totale WahrscheinlichkeitSumme der Pfadwahrscheinlichkeiten über alle Fälle einer Zerlegung.
  • PrävalenzAnteil der Betroffenen in der Grundgesamtheit; erste Verzweigung im Baumdiagramm.
  • SensitivitätWahrscheinlichkeit eines positiven Tests bei tatsächlich Erkrankten.
  • SpezifitätWahrscheinlichkeit eines negativen Tests bei tatsächlich Gesunden.

Bedingte Wahrscheinlichkeit und Multiplikationssatz

P(A∣B)=P(A∩B)P(B),P(A∩B)=P(A)⋅P(B∣A)P(A\mid B)=\dfrac{P(A\cap B)}{P(B)},\quad P(A\cap B)=P(A)\cdot P(B\mid A)P(A∣B)=P(B)P(A∩B)​,P(A∩B)=P(A)⋅P(B∣A)

P(A∣B)P(A\mid B)P(A∣B) ist die Wahrscheinlichkeit von AAA unter der Voraussetzung BBB; der Nenner ist das GEGEBENE Ereignis. Der Multiplikationssatz ist die Pfadregel des Baumdiagramms in Formelschreibweise.

Bayes-Theorem

P(B∣A)=P(A∣B)⋅P(B)P(A)P(B\mid A)=\dfrac{P(A\mid B)\cdot P(B)}{P(A)}P(B∣A)=P(A)P(A∣B)⋅P(B)​

Die Formel dreht die Bedingung um. P(B)P(B)P(B) im Nenner wird meist über den Satz von der totalen Wahrscheinlichkeit als Summe ALLER Pfade zu AAA berechnet - genau dort steckt bei Testaufgaben die Prävalenz.

Musterbeispiel

Bayes-Theorem für einen medizinischen Test

Prävalenz 1 %1\,\%1%, Sensitivität 95 %95\,\%95%, Spezifität 96 %96\,\%96%. Berechne P(K∣+)P(K\mid +)P(K∣+).

  1. 01Annahmen

    P(K)=0,01P(K)=0{,}01P(K)=0,01, P(+∣K)=0,95P(+\mid K)=0{,}95P(+∣K)=0,95, P(+∣Kc)=0,04P(+\mid K^{c})=0{,}04P(+∣Kc)=0,04.

  2. 02Gesamtwahrscheinlichkeit positiv

    P(+)=0,95⋅0,01+0,04⋅0,99=0,0095+0,0396=0,0491P(+)=0{,}95\cdot 0{,}01+0{,}04\cdot 0{,}99=0{,}0095+0{,}0396=0{,}0491P(+)=0,95⋅0,01+0,04⋅0,99=0,0095+0,0396=0,0491.

  3. 03Bayes

    P(K∣+)=0,95⋅0,010,0491≈0,194P(K\mid +)=\tfrac{0{,}95\cdot 0{,}01}{0{,}0491}\approx 0{,}194P(K∣+)=0,04910,95⋅0,01​≈0,194.

Ergebnis: Nur ca. 19,4 %19{,}4\,\%19,4% der positiv Getesteten sind tatsächlich krank.

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Bedingte Wahrscheinlichkeit beschränkt das Universum auf das gegebene Ereignis.

  2. 2

    Bayes-Theorem kehrt die Bedingung um - wichtig, wenn man von Symptom auf Ursache schliesst.

  3. 3

    Achte auf die Prävalenz - sie verändert das Ergebnis dramatisch.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank4 Punkte

Aufgabenstellung

In einem Betrieb stammen 60 %60\,\%60% aller Bauteile aus Werk A und 40 %40\,\%40% aus Werk B. Werk A liefert 2 %2\,\%2% Ausschuss, Werk B liefert 5 %5\,\%5% Ausschuss. Ein zufällig gewähltes Bauteil ist defekt. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass es aus Werk B stammt? (HTL)

Maturafokus

  • Halte die Richtung fest: P(A∣B)P(A\mid B)P(A∣B) setzt BBB voraus und fragt nach AAA - die Umkehrung ist eine andere Zahl.
  • Zeichne bei Testaufgaben ein Baumdiagramm mit der PRÄVALENZ als erster Verzweigung; alles Weitere folgt daraus.
  • Berechne den Nenner über den Satz von der totalen Wahrscheinlichkeit als Summe ALLER Pfade zum beobachteten Ergebnis.
  • Deute das Ergebnis im Sachkontext: Ein positiver Test bei seltener Krankheit bedeutet oft nur eine mäßige Erkrankungswahrscheinlichkeit.
  • Prüfe Unabhängigkeit rechnerisch über P(A∩B)=P(A)⋅P(B)P(A\cap B)=P(A)\cdot P(B)P(A∩B)=P(A)⋅P(B) statt sie zu behaupten.

Typische Fehler

  • P(A∣B)P(A\mid B)P(A∣B) und P(B∣A)P(B\mid A)P(B∣A) werden verwechselt; die Sensitivität eines Tests ist nicht die Erkrankungswahrscheinlichkeit bei positivem Befund.
  • Die Prävalenz bleibt unberücksichtigt; bei seltenen Krankheiten dominieren die falsch Positiven.
  • Bei der totalen Wahrscheinlichkeit wird nur ein Pfad summiert statt aller.
  • Der Nenner wird als P(A)P(A)P(A) statt als P(B)P(B)P(B) eingesetzt; der Bezugsraum ist das GEGEBENE Ereignis.
  • Unabhängigkeit wird aus „hat nichts miteinander zu tun" geschlossen statt aus der Produktformel.

§ 02

Aktive Wiederholung

Ein Test erkennt eine Krankheit zu 95 %95\,\%95% richtig; bei Gesunden ist er zu 4 %4\,\%4% fälschlich positiv. 1 %1\,\%1% der Bevölkerung ist krank. Wie hoch ist P(krank∣positiv)P(\text{krank}\mid \text{positiv})P(krank∣positiv)?

Passende Aufgaben üben50 Fragen zum Thema→

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Formelsammlung SRDP Angewandte Mathematik (BHS) (BMBWF) · SRDP BHS - Aufgabenarchiv Angewandte Mathematik (IQS / BMBWF)

§ 03
§ 03

Binomialverteilung#

~4 Min Lesezeit●●○StandardLPB-8.3

Kernpunkte

Die Binomialverteilung ist das Standardmodell für „Zählen von Erfolgen in einer festen Anzahl von Versuchen" - defekte Stücke in einer Stichprobe, Treffer in einer Serie, Zusagen unter Angefragten. Grundlage ist die Bernoulli-Kette: nnn unabhängige Versuche mit jeweils derselben Erfolgswahrscheinlichkeit ppp.
Die Anzahl der Erfolge XXX ist dann binomialverteilt, X∼B(n; p)X\sim B(n;\,p)X∼B(n;p), mit P(X=k)=(nk) pk (1−p)n−kP(X=k)=\binom{n}{k}\,p^{k}\,(1-p)^{n-k}P(X=k)=(kn​)pk(1−p)n−k. Anschaulich zählt (nk)\binom{n}{k}(kn​) die möglichen Positionen der kkk Erfolge, pkp^{k}pk ihre Wahrscheinlichkeit und (1−p)n−k(1-p)^{n-k}(1−p)n−k die der Misserfolge - den Faktor (nk)\binom{n}{k}(kn​) zu vergessen, ist der häufigste Fehler.
Lage und Streuung folgen einfachen Formeln: Erwartungswert E(X)=n pE(X)=n\,pE(X)=np, Varianz V(X)=n p (1−p)V(X)=n\,p\,(1-p)V(X)=np(1−p) und Standardabweichung σ=n p (1−p)\sigma=\sqrt{n\,p\,(1-p)}σ=np(1−p)​. Der Erwartungswert dient als schnelle Plausibilitätsschätzung - bei 303030 Teilen mit 5 %5\,\%5% Ausschuss erwartet man etwa 1,51{,}51,5 defekte.
Die Histogrammform hängt von ppp ab: Für p=0,5p=0{,}5p=0,5 ist die Verteilung symmetrisch, für kleine ppp rechtsschief mit dem Gipfel nahe E(X)E(X)E(X) (). Mit wachsendem nnn wird sie zunehmend glockenförmig.

Binomialverteilung B(15; 0,3)

Binomialverteilung B(15; 0,3)Säulendiagramm: P(X = k) nach k, Daten: P(X = k) · 0: 0.005; P(X = k) · 1: 0.03; P(X = k) · 2: 0.092; P(X = k) · 3: 0.17; P(X = k) · 4: 0.219; P(X = k) · 5: 0.206; P(X = k) · 6: 0.147; P(X = k) · 7: 0.081; P(X = k) · 8: 0.035; P(X = k) · 9: 0.012; P(X = k) · 10: 0.003; P(X = k) · 11: 0.001; P(X = k) · 12: 0; P(X = k) · 13: 0; P(X = k) · 14: 0; P(X = k) · 15: 000.050.10.150.20123456789101112131415P(X = k)k
Abb. 3Wahrscheinlichkeiten P(X=k)P(X=k)P(X=k) für k=0,…,15k=0,\dots,15k=0,…,15 - Maximum nahe E(X)=4,5E(X)=4{,}5E(X)=4,5.
Abb. 3 ↓
Bei „höchstens/mindestens"-Aufgaben braucht man kumulative Wahrscheinlichkeiten P(X≤k)P(X\leq k)P(X≤k), die man am CAS oder aus Tabellen abliest. Diese drei Fälle - genau kkk, höchstens kkk, mindestens kkk - sauber zu unterscheiden, ist prüfungsentscheidend; „mindestens 1" löst man oft über das Gegenereignis.
Vor der Anwendung sind stets die Voraussetzungen zu prüfen: feste Versuchszahl nnn, Unabhängigkeit und konstantes ppp. Sind sie erfüllt und ist nnn groß bei ppp nahe 0,50{,}50,5, lässt sich die Binomialverteilung durch die Normalverteilung annähern (siehe nächster Abschnitt).

Vokabeln

→ Kartei
  • Bernoulli-VersuchZufallsversuch mit genau zwei Ausgängen, Treffer und Niete.
  • BinomialverteilungVerteilung der Trefferanzahl bei $n$ unabhängigen Bernoulli-Versuchen mit konstantem $p$.
  • Binomialkoeffizient$\binom{n}{k}$; Anzahl der Möglichkeiten, $k$ Treffer auf $n$ Versuche zu verteilen.
  • kumulierte Wahrscheinlichkeit$P(X\le k)$; Summe der Einzelwahrscheinlichkeiten bis $k$.
  • Erwartungswert$E(X)=n\,p$; mittlere Trefferzahl auf lange Sicht.
  • Standardabweichung$\sigma=\sqrt{n\,p\,(1-p)}$; typische Abweichung von der mittleren Trefferzahl.

Binomialverteilung

P(X=k)=(nk) pk(1−p)n−k,X∼B(n,p)P(X=k)=\binom{n}{k}\,p^{k}(1-p)^{n-k},\quad X\sim B(n,p)P(X=k)=(kn​)pk(1−p)n−k,X∼B(n,p)

nnn ist die Anzahl der Versuche, ppp die Trefferwahrscheinlichkeit je Versuch und kkk die gefragte Trefferzahl. Voraussetzung sind Unabhängigkeit und konstantes ppp - beim Ziehen ohne Zurücklegen ist beides verletzt.

Erwartungswert und Varianz der Binomialverteilung

E(X)=n p,V(X)=n p (1−p)E(X)=n\,p,\quad V(X)=n\,p\,(1-p)E(X)=np,V(X)=np(1−p)

E(X)E(X)E(X) ist die mittlere Trefferzahl auf lange Sicht; sie muss nicht ganzzahlig sein. Die Standardabweichung ist die WURZEL aus der Varianz, σ=n p (1−p)\sigma=\sqrt{n\,p\,(1-p)}σ=np(1−p)​.

Interaktive Grafik lädt…

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Musterbeispiel

Binomialverteilung - Qualitätskontrolle

In der Produktion sind 4 %4\,\%4% der Teile defekt. In einer Stichprobe von 25 Teilen - wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass genau 222 defekt sind?

  1. 01Verteilung

    X∼B(25;0,04)X\sim B(25; 0{,}04)X∼B(25;0,04).

  2. 02Wahrscheinlichkeit

    P(X=2)=(252)⋅0,042⋅0,9623≈300⋅0,0016⋅0,3911≈0,188P(X=2)=\binom{25}{2}\cdot 0{,}04^{2}\cdot 0{,}96^{23}\approx 300\cdot 0{,}0016\cdot 0{,}3911\approx 0{,}188P(X=2)=(225​)⋅0,042⋅0,9623≈300⋅0,0016⋅0,3911≈0,188.

Ergebnis: P(X=2)≈0,188P(X=2)\approx 0{,}188P(X=2)≈0,188 bzw. 18,8 %18{,}8\,\%18,8%.

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Prüfe zuerst, ob die Voraussetzungen der Binomialverteilung (Unabhängigkeit, konstantes ppp) erfüllt sind.

  2. 2

    Verwende den CAS-Rechner für kumulative Wahrscheinlichkeiten.

  3. 3

    Erwartungswert und Standardabweichung helfen bei der Plausibilitätsprüfung.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank3 Punkte

Aufgabenstellung

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, bei zehnmaligem Werfen einer fairen Münze genau 7 mal Kopf zu erhalten? Gib die Verteilung an. (Alle Cluster)

Maturafokus

  • Prüfe zuerst die drei Bedingungen der Binomialverteilung: feste Anzahl nnn, nur zwei Ausgänge, konstantes ppp bei Unabhängigkeit.
  • Setze die Formel vollständig an: P(X=k)=(nk)pk(1−p)n−kP(X=k)=\binom{n}{k}p^{k}(1-p)^{n-k}P(X=k)=(kn​)pk(1−p)n−k - der Binomialkoeffizient darf nie fehlen.
  • Übersetze die Fragestellung in Grenzen: „genau kkk", „höchstens kkk" als P(X≤k)P(X\le k)P(X≤k), „mindestens kkk" als 1−P(X≤k−1)1-P(X\le k-1)1−P(X≤k−1).
  • Verwende E(X)=n pE(X)=n\,pE(X)=np als Plausibilitätsschätzung, bevor du rechnest.
  • Nutze die Technologie für kumulierte Wahrscheinlichkeiten und notiere, welche Funktion du verwendet hast.

Typische Fehler

  • Der Faktor (nk)\binom{n}{k}(kn​) fehlt; gerechnet wird dann nur die Wahrscheinlichkeit EINES bestimmten Pfades.
  • „Höchstens" und „mindestens" werden vertauscht, oder bei „mindestens kkk" wird bis kkk statt bis k−1k-1k−1 kumuliert.
  • Die Voraussetzungen werden nicht geprüft; beim Ziehen ohne Zurücklegen ist ppp gerade nicht konstant.
  • Erwartungswert und Standardabweichung werden vertauscht: σ=n p (1−p)\sigma=\sqrt{n\,p\,(1-p)}σ=np(1−p)​, nicht n p (1−p)n\,p\,(1-p)np(1−p).
  • Ein nicht ganzzahliger Erwartungswert wird als unmöglich abgetan; er ist ein Mittelwert, kein Einzelergebnis.

§ 03

Aktive Wiederholung

In einer Stichprobe von 30 Bauteilen sind erfahrungsgemäß 5 %5\,\%5% defekt. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für höchstens 2 defekte Teile?

Passende Aufgaben üben50 Fragen zum Thema→

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Formelsammlung SRDP Angewandte Mathematik (BHS) (BMBWF) · SRDP BHS - Aufgabenarchiv Angewandte Mathematik (IQS / BMBWF)

§ 04
§ 04

Normalverteilung#

~3 Min Lesezeit●●○StandardLPB-8.4

Kernpunkte

Die Normalverteilung ist die wichtigste stetige Verteilung: Sie beschreibt viele natürliche Streuungen - Füllmengen, Werkstückmaße, Messfehler -, bei denen sich viele kleine zufällige Einflüsse überlagern. Ihr Graph ist die symmetrische Glockenkurve (, ).

Normalverteilung - 68-95-99,7-Regel

Normalverteilung - 68-95-99,7-RegelSchaubild von φ(x), Hochpunkt bei (0, 0.399), y-Achsenabschnitt bei y = 0.399, im Bereich x von -4 bis 4−4−3−2−112340.10.20.30.4μμ − σμ + σμ − 2σμ + 2σμμ − σμ + σμ − 2σμ + 2σφ(x)φ(x)x
Abb. 4Anteile innerhalb 1, 2 und 3 Standardabweichungen um den Mittelwert.

Normalverteilung N(500, 4²)

Normalverteilung N(500; 4²)Schaubild von φ(x), Hochpunkt bei (500, 0.1), im Bereich x von 488 bis 5124904955005055100.020.040.060.080.1μ = 500μ − σμ + σφ(x)φ(x)X (mL)
Abb. 5Symmetrisch um μ=500\mu=500μ=500 mit σ=4\sigma=4σ=4.
Abb. 4 ↓Abb. 5 ↓
Eine Normalverteilung X∼N(μ; σ2)X\sim N(\mu;\,\sigma^{2})X∼N(μ;σ2) ist vollständig durch zwei Parameter festgelegt: den Erwartungswert μ\muμ (Lage des Gipfels, Symmetrieachse) und die Standardabweichung σ\sigmaσ (Breite der Glocke). Achtung: N(μ;σ2)N(\mu;\sigma^{2})N(μ;σ2) wird mit der Varianz σ2\sigma^{2}σ2 notiert, gerechnet wird aber mit σ\sigmaσ.
Die Standardisierung Z=X−μσZ=\tfrac{X-\mu}{\sigma}Z=σX−μ​ überführt jede Normalverteilung in die Standardnormalverteilung Z∼N(0; 1)Z\sim N(0;\,1)Z∼N(0;1). Der zzz-Wert misst, wie viele Standardabweichungen ein Wert vom Mittelwert entfernt ist - hier durch σ\sigmaσ (nicht σ2\sigma^{2}σ2!) zu dividieren, ist die zentrale Fehlerquelle.
Die 68-95-99,7-Regel gibt die wichtigsten Anteile direkt: rund 68 %68\,\%68% der Werte liegen in [μ−σ; μ+σ][\mu-\sigma;\,\mu+\sigma][μ−σ;μ+σ], etwa 95 %95\,\%95% in [μ−2σ; μ+2σ][\mu-2\sigma;\,\mu+2\sigma][μ−2σ;μ+2σ] und 99,7 %99{,}7\,\%99,7% in [μ−3σ; μ+3σ][\mu-3\sigma;\,\mu+3\sigma][μ−3σ;μ+3σ]. Diese Faustregel löst viele Toleranz- und Qualitätsfragen ohne Tabelle.
Für beliebige Bereiche liefern Tabelle oder CAS die kumulative Wahrscheinlichkeit Φ(z)=P(Z≤z)\Phi(z)=P(Z\leq z)Φ(z)=P(Z≤z); umgekehrt bestimmt man aus einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit das zugehörige Quantil. Da die Verteilung stetig ist, gilt P(X≤x)=P(X<x)P(X\leq x)=P(X<x)P(X≤x)=P(X<x) - der einzelne Punkt hat Wahrscheinlichkeit null.
Schließlich verbindet die Näherung beide Welten: Eine Binomialverteilung lässt sich für n p≥5n\,p\geq 5np≥5 und n(1−p)≥5n(1-p)\geq 5n(1−p)≥5 gut durch eine Normalverteilung mit μ=np\mu=npμ=np und σ=np(1−p)\sigma=\sqrt{np(1-p)}σ=np(1−p)​ annähern - praktisch bei großen Stichproben, wo die Binomialrechnung aufwändig würde.

Vokabeln

→ Kartei
  • NormalverteilungSymmetrische, glockenförmige stetige Verteilung mit den Parametern $\mu$ und $\sigma$.
  • StandardisierungUmrechnung auf die Standardnormalverteilung über $z=\tfrac{x-\mu}{\sigma}$.
  • StandardnormalverteilungNormalverteilung mit $\mu=0$ und $\sigma=1$; ihre Verteilungsfunktion heißt $\Phi$.
  • Sigma-RegelFaustregel für die Anteile innerhalb ein, zwei und drei Standardabweichungen.
  • Verteilungsfunktion$\Phi(z)=P(Z\le z)$; die Fläche links von $z$.
  • ToleranzgrenzeAus einem geforderten Anteil rückgerechnete Merkmalsgrenze.

Standardisierung

Z=X−μσ,X∼N(μ,σ2)Z=\dfrac{X-\mu}{\sigma},\quad X\sim N(\mu,\sigma^{2})Z=σX−μ​,X∼N(μ,σ2)

μ\muμ ist der Erwartungswert, σ\sigmaσ die Standardabweichung. Dividiert wird durch σ\sigmaσ, nicht durch die Varianz σ2\sigma^{2}σ2; die standardisierte Größe ZZZ ist dimensionslos und folgt der Standardnormalverteilung.

Interaktive Grafik lädt…

Musterbeispiel

Anteile mit der 68-95-99,7-Regel

Werkstückhöhe X∼N(50;0,52)X\sim N(50; 0{,}5^{2})X∼N(50;0,52) mm. Anteil zwischen 494949 und 515151 mm?

  1. 01Standardisieren

    z1=49−500,5=−2z_{1}=\tfrac{49-50}{0{,}5}=-2z1​=0,549−50​=−2, z2=2z_{2}=2z2​=2.

  2. 02Regel

    P(−2<Z<2)≈0,9545P(-2<Z<2)\approx 0{,}9545P(−2<Z<2)≈0,9545.

Ergebnis: Etwa 95,45 %95{,}45\,\%95,45% liegen im Bereich [49, 51][49,\,51][49,51].

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Standardisiere zuerst, dann nutze Tabelle oder CAS.

    Normalverteilung - 68-95-99,7-Regel

    Normalverteilung - 68-95-99,7-RegelSchaubild von φ(x), Hochpunkt bei (0, 0.399), y-Achsenabschnitt bei y = 0.399, im Bereich x von -4 bis 4−4−3−2−112340.10.20.30.4μμ − σμ + σμ − 2σμ + 2σμμ − σμ + σμ − 2σμ + 2σφ(x)φ(x)x
    Abb.Anteile innerhalb 1, 2 und 3 Standardabweichungen um den Mittelwert.
  2. 2

    Die 68-95-99,7-Regel deckt die Standardfaelle ab.

  3. 3

    Achte auf "unter" vs. "über" und auf Intervalle.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank3 Punkte

Aufgabenstellung

Die Füllmenge einer Limonadenflasche ist normalverteilt mit μ=500 mL\mu=500\,\mathrm{mL}μ=500mL und σ=2 mL\sigma=2\,\mathrm{mL}σ=2mL. Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass eine Flasche weniger als 498 mL498\,\mathrm{mL}498mL enthält. (HUM)

Maturafokus

  • Standardisiere mit z=x−μσz=\tfrac{x-\mu}{\sigma}z=σx−μ​ - dividiert wird durch die Standardabweichung, nicht durch die Varianz.
  • Nutze die Sigma-Regeln als Überschlag: rund 68 % innerhalb μ±σ\mu\pm\sigmaμ±σ, 95 % innerhalb μ±2σ\mu\pm2\sigmaμ±2σ, 99,7 % innerhalb μ±3σ\mu\pm3\sigmaμ±3σ.
  • Lies Φ(z)\Phi(z)Φ(z) als Wahrscheinlichkeit LINKS von zzz und bilde rechte Bereiche als 1−Φ(z)1-\Phi(z)1−Φ(z).
  • Behandle P(X≤x)P(X\le x)P(X≤x) und P(X<x)P(X<x)P(X<x) als gleich - bei stetigen Verteilungen hat jeder Einzelwert die Wahrscheinlichkeit null.
  • Rechne bei Toleranzfragen rückwärts: Aus dem geforderten Anteil folgt zzz und daraus die Grenze x=μ+z σx=\mu+z\,\sigmax=μ+zσ.

Typische Fehler

  • In der Standardisierung wird durch σ2\sigma^{2}σ2 statt durch σ\sigmaσ dividiert.
  • P(X≤x)P(X\le x)P(X≤x) und P(X<x)P(X<x)P(X<x) werden als verschieden behandelt, obwohl die Verteilung stetig ist.
  • Der Tabellenwert Φ(z)\Phi(z)Φ(z) wird als rechte statt als linke Fläche gelesen.
  • Bei negativem zzz wird die Symmetrie Φ(−z)=1−Φ(z)\Phi(-z)=1-\Phi(z)Φ(−z)=1−Φ(z) nicht genutzt.
  • Die Normalverteilung wird auf offensichtlich schiefe oder begrenzte Größen angewandt, ohne die Modellannahme zu prüfen.

§ 04

Aktive Wiederholung

Eine Maschine füllt Flaschen mit μ=500 mL\mu=500\,\mathrm{mL}μ=500mL und σ=4 mL\sigma=4\,\mathrm{mL}σ=4mL. Bestimme P(495<X<505)P(495<X<505)P(495<X<505).

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§ 05
§ 05

Erwartungswert und Varianz diskreter Zufallsvariablen#

~3 Min Lesezeit●●○StandardLPB-8.3

Kernpunkte

Eine diskrete Zufallsvariable ordnet jedem Ausgang einen Zahlenwert zu (Gewinn, Auszahlung, Schadenshöhe). Erwartungswert und Varianz fassen ihre Wahrscheinlichkeitsverteilung in zwei Kennzahlen zusammen - das durchschnittliche Ergebnis und seine Schwankung ().

Wahrscheinlichkeitsverteilung einer Zufallsvariablen

Wahrscheinlichkeitsverteilung einer ZufallsvariablenSäulendiagramm: P(X), Daten: P(X) · X = 0: 0.5; P(X) · X = 5: 0.3; P(X) · X = 10: 0.200.10.20.30.40.5X = 0X = 5X = 100.50.30.2P(X)
Abb. 6Verteilung mit P(X=0)=0,5P(X{=}0)=0{,}5P(X=0)=0,5, P(X=5)=0,3P(X{=}5)=0{,}3P(X=5)=0,3, P(X=10)=0,2P(X{=}10)=0{,}2P(X=10)=0,2; der Erwartungswert E(X)=3,5E(X)=3{,}5E(X)=3,5 ist der wahrscheinlichkeitsgewichtete Schwerpunkt.
Abb. 6 ↓
Der Erwartungswert E(X)=∑xi piE(X)=\sum x_i\,p_iE(X)=∑xi​pi​ ist der mit den Wahrscheinlichkeiten gewichtete Mittelwert - der „langfristige Durchschnitt" bei sehr vielen Wiederholungen. Er ist kein konkreter Einzelwert: Ein E(X)=3,5E(X)=3{,}5E(X)=3,5 kann durchaus ein Wert sein, der nie eintritt, und ist nicht mit dem wahrscheinlichsten Wert zu verwechseln.
Die Varianz V(X)=∑(xi−μ)2 piV(X)=\sum (x_i-\mu)^{2}\,p_iV(X)=∑(xi​−μ)2pi​ misst die mittlere quadratische Abweichung vom Erwartungswert, die Standardabweichung σ=V(X)\sigma=\sqrt{V(X)}σ=V(X)​ bringt die Streuung zurück in die Einheit der Daten. Varianz und Standardabweichung sind sauber zu trennen - gefragt ist meist σ\sigmaσ.
Lineare Transformationen folgen festen Regeln: E(aX+b)=a E(X)+bE(aX+b)=a\,E(X)+bE(aX+b)=aE(X)+b und V(aX+b)=a2 V(X)V(aX+b)=a^{2}\,V(X)V(aX+b)=a2V(X). Eine additive Konstante verschiebt den Erwartungswert, lässt die Streuung aber unberührt; ein Faktor aaa wirkt auf die Varianz quadratisch.
Im Glücksspiel ist der Erwartungswert das Fairnesskriterium: Bei einem fairen Spiel ist E(X)=0E(X)=0E(X)=0 (Einsatz und erwartete Auszahlung heben sich auf), bei E(X)<0E(X)<0E(X)<0 verliert man im Mittel. Voraussetzung jeder Rechnung ist, dass die Wahrscheinlichkeiten zu 111 summieren.
In der Versicherungsmathematik bestimmt der Erwartungswert die faire Prämie: Sie entspricht der erwarteten Schadenshöhe zuzüglich eines Sicherheits- und Kostenzuschlags. In der Matura ist das Ergebnis stets mit „im Mittel" zu deuten - nie als sicheres Einzelergebnis.

Vokabeln

→ Kartei
  • ZufallsvariableZuordnung einer Zahl zu jedem Ausgang eines Zufallsversuchs.
  • WahrscheinlichkeitsverteilungTabelle oder Funktion, die jedem Wert seine Wahrscheinlichkeit zuweist.
  • Erwartungswert$E(X)=\sum x_{i}p_{i}$; langfristiger Durchschnitt vieler Wiederholungen.
  • VarianzMittleres Abweichungsquadrat vom Erwartungswert.
  • faires SpielSpiel mit Erwartungswert null für den Einsatz.
  • ModusWert mit der größten Wahrscheinlichkeit; nicht der Erwartungswert.

Erwartungswert und Varianz

E(X)=∑xi pi,V(X)=∑(xi−E(X))2 piE(X)=\sum x_{i}\,p_{i},\quad V(X)=\sum (x_{i}-E(X))^{2}\,p_{i}E(X)=∑xi​pi​,V(X)=∑(xi​−E(X))2pi​

xix_{i}xi​ sind die Werte der Zufallsvariablen, pip_{i}pi​ ihre Wahrscheinlichkeiten, die sich zu eins summieren müssen. Der Erwartungswert ist ein langfristiger Durchschnitt, nicht der wahrscheinlichste Einzelwert.

Musterbeispiel

Erwartungswert eines Würfelspiels

Spielregel: bei "6" gewinnst du 10 Euro10\,\mathrm{Euro}10Euro, sonst verlierst du 2 Euro2\,\mathrm{Euro}2Euro.

  1. 01Wahrscheinlichkeiten

    P(X=10)=16P(X=10)=\tfrac{1}{6}P(X=10)=61​, P(X=−2)=56P(X=-2)=\tfrac{5}{6}P(X=−2)=65​.

  2. 02Erwartungswert

    E(X)=16⋅10+56⋅(−2)=10−106=0E(X)=\tfrac{1}{6}\cdot 10+\tfrac{5}{6}\cdot(-2)=\tfrac{10-10}{6}=0E(X)=61​⋅10+65​⋅(−2)=610−10​=0.

  3. 03Interpretation

    Faires Spiel - im Mittel weder Gewinn noch Verlust.

Ergebnis: E(X)=0E(X)=0E(X)=0, also faires Spiel.

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Erwartungswert ist das langfristige Mittel, kein konkreter Wert eines Versuchs.

  2. 2

    Varianz misst die Streuung um den Erwartungswert.

  3. 3

    Versicherungsprämie = Erwartungswert plus Sicherheitszuschlag.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank3 Punkte

Aufgabenstellung

Eine Zufallsvariable XXX kann die Werte 0,5,100, 5, 100,5,10 mit Wahrscheinlichkeiten 0,5,  0,3,  0,20{,}5,\;0{,}3,\;0{,}20,5,0,3,0,2 annehmen. Bestimme E(X)E(X)E(X) und σ(X)\sigma(X)σ(X). (Alle Cluster)

Maturafokus

  • Notiere zuerst die vollständige Wahrscheinlichkeitsverteilung als Tabelle und prüfe, dass sich die Wahrscheinlichkeiten zu eins summieren.
  • Berechne E(X)=∑xi piE(X)=\sum x_{i}\,p_{i}E(X)=∑xi​pi​ und deute den Wert als langfristigen Durchschnitt, nicht als sicheres Ergebnis.
  • Bestimme die Varianz als V(X)=∑(xi−μ)2piV(X)=\sum (x_{i}-\mu)^{2}p_{i}V(X)=∑(xi​−μ)2pi​ und die Standardabweichung als deren Wurzel.
  • Beurteile Spiele und Verträge über den Erwartungswert: negativ bedeutet auf lange Sicht Verlust für den Spieler.
  • Formuliere die Interpretation mit „im Mittel" oder „auf lange Sicht", nie mit „sicher".

Typische Fehler

  • Die Wahrscheinlichkeiten summieren nicht zu eins; ein Ausgang fehlt in der Tabelle.
  • Varianz und Standardabweichung werden verwechselt; ihre Einheiten unterscheiden sich um ein Quadrat.
  • Der Erwartungswert wird mit dem wahrscheinlichsten Wert gleichgesetzt; letzterer ist der Modus.
  • Ein nicht auftretender Erwartungswert wird als Fehler gedeutet - bei einem Würfel ist E(X)=3,5E(X)=3{,}5E(X)=3,5 korrekt.
  • Bei Versicherungen wird der Beitrag mit dem Erwartungswert des Schadens gleichgesetzt; Verwaltungskosten und Risikozuschlag fehlen.

§ 05

Aktive Wiederholung

Bei einem Spiel wird ein Würfel geworfen. Bei einer "6" gewinnt man 10 Euro10\,\mathrm{Euro}10Euro, sonst verliert man 2 Euro2\,\mathrm{Euro}2Euro. Lohnt sich das Spiel im Mittel?

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§ 06
§ 06

Kombinatorik: Permutationen und Kombinationen#

~3 Min Lesezeit●●○StandardLPB-8.1

Baumdiagramm - zweistufiges Experiment

Zweistufiges ZufallsexperimentBaumdiagramm, 4 Pfade, Daten: A → A₁: 0.18; A → A₂: 0.02; B → B₁: 0.24; B → B₂: 0.560.90.10.30.70.20.8P = 0.18P = 0.02P = 0.24P = 0.56ABStartA₁A₂B₁B₂
Abb. 7Pfadwahrscheinlichkeiten multiplizieren, Pfade einer Bedingung addieren.

Kernpunkte

Kombinatorik beantwortet die Frage „Auf wie viele Arten?" - und damit die Zähler und Nenner jeder Laplace-Wahrscheinlichkeit. Der ganze Bereich lässt sich auf zwei Entscheidungen zurückführen: Kommt es auf die REIHENFOLGE an, und darf ein Element MEHRFACH auftreten? Aus diesen beiden Fragen folgt die passende Formel zwingend, und wer sie zuerst beantwortet, wählt nie die falsche.
Kommt es auf die Reihenfolge an und ist Wiederholung erlaubt, gibt es nkn^{k}nk Möglichkeiten - jede der kkk Stellen kann unabhängig mit einem der nnn Zeichen belegt werden. Das ist der Fall einer Zahlenkombination am Schloss: Bei vier Stellen und zehn Ziffern sind es 104=10 00010^{4}=10\,000104=10000 Varianten.
Kommt es auf die Reihenfolge an, ist Wiederholung aber ausgeschlossen, spricht man von Variationen: n!(n−k)!\tfrac{n!}{(n-k)!}(n−k)!n!​. Für die ersten drei Plätze eines Rennens mit acht Teilnehmenden sind das 8⋅7⋅6=3368\cdot7\cdot6=3368⋅7⋅6=336 Möglichkeiten. Der Sonderfall k=nk=nk=n ist die Permutation mit n!n!n! Anordnungen aller Elemente.
Kommt es auf die Reihenfolge NICHT an, zählt man Kombinationen: (nk)=n!k! (n−k)!\binom{n}{k}=\tfrac{n!}{k!\,(n-k)!}(kn​)=k!(n−k)!n!​. Der Nenner k!k!k! dividiert genau die Anordnungen heraus, die als dieselbe Auswahl gelten. Beim Lotto „6 aus 45" ergibt das (456)=8 145 060\binom{45}{6}=8\,145\,060(645​)=8145060 mögliche Tippreihen - und damit unmittelbar die Gewinnwahrscheinlichkeit.
Die Fakultät wächst dramatisch schnell: 10!10!10! liegt bereits bei rund 3,6 Millionen, 20!20!20! über 2⋅10182\cdot10^{18}2⋅1018. Für die Praxis heißt das zweierlei - kürzen statt ausrechnen (8!5!=8⋅7⋅6\tfrac{8!}{5!}=8\cdot7\cdot65!8!​=8⋅7⋅6) und beim Rechner auf die Anzeigegrenze achten. Die Festlegung 0!=10!=10!=1 ist keine Willkür, sondern hält die Formeln in den Randfällen gültig.
In Anwendungsaufgaben ist die Kombinatorik fast immer Zwischenschritt und nicht Ziel: Aus der Anzahl der günstigen und der Anzahl aller Möglichkeiten wird die Wahrscheinlichkeit gebildet. Deshalb gehört zur vollständigen Lösung, dass Zähler und Nenner NACH DERSELBEN Regel gezählt werden - beide geordnet oder beide ungeordnet. Vermischt man die beiden Sichtweisen, kürzt sich der Fehler nicht heraus.

Vokabeln

→ Kartei
  • PermutationAnordnung aller $n$ Elemente; es gibt $n!$ davon.
  • VariationGeordnete Auswahl von $k$ aus $n$ ohne Wiederholung; $\tfrac{n!}{(n-k)!}$.
  • KombinationUngeordnete Auswahl von $k$ aus $n$; $\binom{n}{k}$.
  • Fakultät$n!=1\cdot2\cdot\dots\cdot n$, mit der Festlegung $0!=1$.
  • mit ZurücklegenJedes Element kann mehrfach gewählt werden; führt auf $n^{k}$.
  • Binomialkoeffizient$\binom{n}{k}=\tfrac{n!}{k!\,(n-k)!}$; Anzahl der ungeordneten Auswahlen.

Permutationen, Variationen, Kombinationen

P(n)=n!,Vkn=n!(n−k)!,(nk)=n!k! (n−k)!P(n)=n!,\quad V_{k}^{n}=\dfrac{n!}{(n-k)!},\quad \binom{n}{k}=\dfrac{n!}{k!\,(n-k)!}P(n)=n!,Vkn​=(n−k)!n!​,(kn​)=k!(n−k)!n!​

nnn ist die Anzahl der verfügbaren Elemente, kkk die der ausgewählten. Die Variation zählt GEORDNETE Auswahlen ohne Wiederholung, der Binomialkoeffizient ungeordnete; mit Wiederholung und Ordnung sind es nkn^{k}nk.

Musterbeispiel

Ungeordnete Auswahl (Kombination)

Auf wie viele Arten lassen sich 3 aus 10 Kandidaten ohne Berücksichtigung der Reihenfolge auswählen?

  1. Schritt 1 - Modell

    Ungeordnete Auswahl ohne Zurücklegen: Kombination (103)\binom{10}{3}(310​).

  2. Schritt 2 - Einsetzen

    (103)=10!3! 7!=10⋅9⋅83⋅2⋅1\binom{10}{3}=\tfrac{10!}{3!\,7!}=\tfrac{10\cdot 9\cdot 8}{3\cdot 2\cdot 1}(310​)=3!7!10!​=3⋅2⋅110⋅9⋅8​.

  3. Schritt 3 - Auswerten

    =7206=120=\tfrac{720}{6}=120=6720​=120 mögliche Dreierteams.

Ergebnis: Es gibt (103)=120\binom{10}{3}=120(310​)=120 mögliche Auswahlen.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank2 Punkte

Aufgabenstellung

Ein Code besteht aus 4 verschiedenen Ziffern aus den Ziffern 0 bis 9, wobei die Reihenfolge zählt. Berechne die Anzahl möglicher Codes. (HTL)

Maturafokus

  • Beantworte vor der Formelwahl zwei Fragen: Kommt es auf die Reihenfolge an? Ist Wiederholung erlaubt? Daraus folgt die Formel eindeutig.
  • Merke die vier Fälle: nkn^{k}nk (geordnet mit Wiederholung), n!(n−k)!\tfrac{n!}{(n-k)!}(n−k)!n!​ (geordnet ohne), (nk)\binom{n}{k}(kn​) (ungeordnet ohne), n!n!n! (Permutation aller Elemente).
  • Kürze Fakultäten, statt sie auszurechnen: 8!5!=8⋅7⋅6\tfrac{8!}{5!}=8\cdot7\cdot65!8!​=8⋅7⋅6.
  • Zähle Zähler und Nenner einer Wahrscheinlichkeit nach DERSELBEN Regel - beide geordnet oder beide ungeordnet.
  • Deute das Ergebnis im Sachkontext, etwa als Gewinnwahrscheinlichkeit oder als Zahl möglicher Codes.

Typische Fehler

  • Variationen und Kombinationen werden verwechselt; die Reihenfolge wird fälschlich berücksichtigt oder ignoriert.
  • Es wird mit Zurücklegen gerechnet, obwohl ohne gezogen wird - oder umgekehrt.
  • Im Binomialkoeffizienten fehlt ein Faktor des Nenners; richtig ist k! (n−k)!k!\,(n-k)!k!(n−k)!.
  • Zähler und Nenner einer Laplace-Wahrscheinlichkeit werden nach unterschiedlichen Regeln gezählt.
  • 0!0!0! wird als null gesetzt; definitionsgemäß gilt 0!=10!=10!=1.

§ 06

Aktive Wiederholung

Berechne, auf wie viele Arten ein Vorstand aus 3 Personen aus 10 Kandidaten gewählt werden kann, wenn die Reihenfolge keine Rolle spielt.

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Quellen: Formelsammlung SRDP Angewandte Mathematik (BHS) (BMBWF) · SRDP BHS - Aufgabenarchiv Angewandte Mathematik (IQS / BMBWF)

Stand 06/2026 · Vollständige Fassung über den Tiefenregler — gleiche Stelle, gleiche Anker

Inhalt

Abschnitt -- / 06

    • 01Wahrscheinlichkeitsbegriff und Pfadregeln○
    • 02Bedingte Wahrscheinlichkeit und Bayes◐
    • 03Binomialverteilung◐
    • 04Normalverteilung◐
    • 05Erwartungswert und Varianz diskreter Zufallsvariablen◐
    • 06Kombinatorik: Permutationen und Kombinationen◐

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Aus den Notizen ins Training

B 8 - Wahrscheinlichkeit und Verteilungen

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Beispielfrage

In einer Urne befinden sich 6 weisse und 4 schwarze Kugeln. Es wird eine Kugel zufällig gezogen. Bestimme die Wahrscheinlichkeit, eine schwarze Kugel zu ziehen. (Alle Cluster)

1 BE · 2022

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Belege & Quellen

Quellen

BMBWF

  • Formelsammlung SRDP Angewandte Mathematik (BHS)

IQS / BMBWF

  • SRDP BHS - Aufgabenarchiv Angewandte Mathematik

Siehe auch

  • B 9 - Schließende Statistik: Konfidenz und TestsKonfidenzintervalle und Tests bauen unmittelbar auf Binomial- und Normalverteilung auf.
  • B 7 - Beschreibende StatistikErwartungswert und Varianz sind die theoretischen Gegenstücke von Mittelwert und Streuung.
  • B 6 - Integralrechnung und AnwendungenBei stetigen Verteilungen ist die Wahrscheinlichkeit die Fläche unter der Dichtefunktion.

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EuraStudy·Notizen T·08·MMXXVI

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