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Notizen/Angewandte Mathematik/B 1 - Zahlen, Maße und Einheiten
AT · Matura

B 1 - Zahlen, Maße und Einheiten

Größenordnungen, SI-Einheiten, sinnvolles Runden, Prozent- und Promille-Rechnung sowie Fehlerabschätzung - die Werkzeuge, mit denen jede berufliche Anwendung beginnt.

6 Abschnitte·~23 Min Lesezeit·4 Kompetenzen·Stand 06/2026

T·0111 / 13
Prüfungsprofil
B-1.1 · Mit Zahlen und Größen in verschiedenen Darstellungsformen rechnenB-1.2 · SI-Einheiten, Umrechnungen, sinnvolles RundenB-1.3 · Prozent- und Promillerechnung im Kontext anwendenB-1.4 · Mess- und Rundungsfehler beurteilen
Tiefe

Lesetiefe: Vertiefung

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Inhalt · 6 Abschnitte▾
  1. B 1 - Zahlen, Maße und Einheiten
    • 01Zahldarstellung und Größenordnungen○
    • 02Prozent-, Promille- und Anteilrechnung○
    • 03Mess- und Rundungsfehler◐
    • 04Überschlag und Plausibilitätsrechnung○
    • 05Direkte und indirekte Proportionalität○
    • 06Fehlerfortpflanzung bei Messgrößen●

6 Abschnitte · 30 Merksätze · 8 Formeln · 30 Fehlerwarnungen

§ 01
§ 01

Zahldarstellung und Größenordnungen#

~4 Min Lesezeit●○○BasisLPB-1.1LPB-1.2

Kernpunkte

In Technik und Wirtschaft treten Zahlen über riesige Größenordnungen hinweg auf - vom Bauteildurchmesser im Mikrometerbereich bis zum Jahresumsatz in Millionen Euro. Wer solche Werte als lange Ziffernketten wie 0,00000000450{,}00000000450,0000000045 schreibt, verzählt sich fast unweigerlich. Die Zehnerpotenz- oder Gleitkommadarstellung macht sie handhabbar: 4,5⋅10−94{,}5\cdot 10^{-9}4,5⋅10−9 sagt dasselbe, ist aber auf einen Blick lesbar und vergleichbar.
Die wissenschaftliche Notation schreibt jede Zahl eindeutig als a⋅10na\cdot 10^{n}a⋅10n mit 1≤∣a∣<101\leq |a|<101≤∣a∣<10. Die Mantisse aaa trägt die eigentliche Information, der Exponent nnn nur die Größenordnung. Beim Multiplizieren addiert man die Exponenten (103⋅104=10710^{3}\cdot 10^{4}=10^{7}103⋅104=107), beim Dividieren subtrahiert man sie - das ersetzt das fehleranfällige Hantieren mit Nullenketten und macht Wertevergleiche zu einem reinen Exponentenvergleich ().

Größenordnungen (Zehnerpotenzen)

10⁻⁹ m 10⁻⁶ m 10⁻³ m 1 m 10³ m 10⁶ m 10⁹ m 10¹² m Atom Zelle mm Mensch km Erde Sonne Sonnensystem Eine beschriftete Stufe = Faktor 1000
Abb. 1Vom Nanometer bis zum Sonnensystem - jede beschriftete Stufe entspricht Faktor 1000 (drei Zehnerpotenzen).
Abb. 1 ↓
Maßeinheiten-Präfixe sind nichts anderes als gebräuchliche Zehnerpotenzen: Kilo =103=10^{3}=103, Mega =106=10^{6}=106, Giga =109=10^{9}=109 bzw. Milli =10−3=10^{-3}=10−3, Mikro =10−6=10^{-6}=10−6, Nano =10−9=10^{-9}=10−9. Anschaulich liegen die Größenordnungen wie Stufen einer Tonleiter, jede Stufe der Faktor zehn; so wird aus 4,5⋅10−9 m4{,}5\cdot 10^{-9}\,\mathrm{m}4,5⋅10−9m schlicht 4,5 nm4{,}5\,\mathrm{nm}4,5nm.
Signifikante Stellen sind alle verlässlichen Ziffern eines Messwerts und damit eine Aussage über die Messgenauigkeit. Führende Nullen zählen nicht (0,00420{,}00420,0042 hat zwei), eingebettete und nachgestellte Nullen schon (1,0301{,}0301,030 hat vier). Diese Stellenzahl darf im Ergebnis nicht künstlich anwachsen - ein gerundeter Endwert hat höchstens so viele signifikante Stellen wie die ungenaueste Eingangsgröße.
Vor jeder Rechnung mit gemischten Einheiten zuerst auf eine gemeinsame Einheit umrechnen, erst dann mit den reinen Zahlen rechnen. Bei Flächen und Volumina potenziert sich der Umrechnungsfaktor mit: 1 m=100 cm1\,\mathrm{m}=100\,\mathrm{cm}1m=100cm, aber 1 m2=10 000 cm21\,\mathrm{m}^{2}=10\,000\,\mathrm{cm}^{2}1m2=10000cm2 und 1 m3=106 cm31\,\mathrm{m}^{3}=10^{6}\,\mathrm{cm}^{3}1m3=106cm3 - genau hier entstehen die häufigsten Faktor-Fehler ().

SI-Einheiten und Umrechnungen

SI-Präfixe als ZehnerpotenzenTabelle mit 4 Spalten und 4 Zeilen, Daten: Präfix · Symbol · Faktor · Beispiel; Mega · M · 10⁶ · MW; Kilo · k · 10³ · kg; Milli · m · 10⁻³ · mA; Mikro · µ · 10⁻⁶ · µmPräfixSymbolFaktorBeispielMegaM10⁶MWKilok10³kgMillim10⁻³mAMikroµ10⁻⁶µm
Abb. 2Präfixe sind Zehnerpotenzen: k=103\mathrm{k} = 10^{3}k=103, M=106\mathrm{M} = 10^{6}M=106, m=10−3\mathrm{m} = 10^{-3}m=10−3.
Abb. 2 ↓
Daraus folgt der wichtigste Praxisgriff: Die Tonleiter-Vorstellung dient als schneller Plausibilitätscheck. Liegt ein CAS-Ergebnis eine ganze Stufe daneben, steckt fast immer ein Faktor-zehn- oder ein Einheitenfehler dahinter - nicht ein Rechenfehler in den Ziffern selbst.
In der Matura zählt die saubere Schlussangabe: das Ergebnis sinnvoll runden, mit Einheit versehen und - wo gefordert - in wissenschaftlicher Notation darstellen. Eine vom Rechner übernommene Angabe wie 6,74371 m3h6{,}74371\,\tfrac{\mathrm{m}^{3}}{\mathrm{h}}6,74371hm3​ täuscht eine Genauigkeit vor, die die Eingangsdaten gar nicht hergeben, und kostet im Beurteilungsraster Punkte.

Vokabeln

→ Kartei
  • wissenschaftliche NotationDarstellung $a\cdot10^{n}$ mit $1\le|a|<10$; sie trennt Ziffernwert und Größenordnung.
  • MantisseDer Zahlenteil $a$ der wissenschaftlichen Notation; er trägt die signifikanten Stellen.
  • signifikante StelleVerlässliche Ziffer eines Messwerts; ihre Anzahl gibt die Messgenauigkeit an.
  • GrößenordnungZehnerpotenz, in der ein Wert liegt; Vergleichsmaßstab über viele Dekaden.
  • SI-PräfixVorsilbe für eine Zehnerpotenz der Einheit, etwa Kilo für $10^{3}$ oder Mikro für $10^{-6}$.
  • EinheitengleichungRechnung, in der Zahlenwerte und Einheiten gemeinsam mitgeführt und gekürzt werden.

Wissenschaftliche Notation

a⋅10n,1≤∣a∣<10a\cdot 10^{n},\quad 1\leq |a|<10a⋅10n,1≤∣a∣<10

aaa ist die Mantisse mit 1≤∣a∣<101\le|a|<101≤∣a∣<10 - sie trägt die signifikanten Stellen -, nnn die ganzzahlige Zehnerpotenz und damit die Größenordnung. Die Normierung macht Zahlen unmittelbar vergleichbar: Der Exponent entscheidet über die Größe, die Mantisse über den Feinwert.

Musterbeispiel

Sinnvolles Runden in einer technischen Angabe

Eine Wasserpumpe fördert in 12 min eine Menge von 1 348 742 mL1\,348\,742\,\mathrm{mL}1348742mL. Gib die mittlere Förderleistung in m3h\tfrac{\mathrm{m}^{3}}{\mathrm{h}}hm3​ auf zwei signifikante Stellen an.

  1. 01Volumen in Kubikmeter

    1 348 742 mL=1,348742 m31\,348\,742\,\mathrm{mL}=1{,}348742\,\mathrm{m}^{3}1348742mL=1,348742m3 (1000 mL = 1 L, 1000 L = 1 m^3).

  2. 02Zeit in Stunden

    12 min=0,2 h12\,\mathrm{min}=0{,}2\,\mathrm{h}12min=0,2h.

  3. 03Leistung

    V˙=1,3487420,2=6,74371 m3h\dot V=\dfrac{1{,}348742}{0{,}2}=6{,}74371\,\tfrac{\mathrm{m}^{3}}{\mathrm{h}}V˙=0,21,348742​=6,74371hm3​.

  4. 04Signifikant runden

    Zwei signifikante Stellen: V˙≈6,7 m3h\dot V\approx 6{,}7\,\tfrac{\mathrm{m}^{3}}{\mathrm{h}}V˙≈6,7hm3​.

Ergebnis: Förderleistung rund 6,7 m3h6{,}7\,\tfrac{\mathrm{m}^{3}}{\mathrm{h}}6,7hm3​.

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Stell dir die Größenordnungen wie eine Tonleiter vor - jede Stufe entspricht Faktor zehn.

  2. 2

    Bringe alle Größen erst auf die gleiche Einheit, dann rechne mit den reinen Zahlen.

    SI-Einheiten und Umrechnungen

    SI-Präfixe als ZehnerpotenzenTabelle mit 4 Spalten und 4 Zeilen, Daten: Präfix · Symbol · Faktor · Beispiel; Mega · M · 10⁶ · MW; Kilo · k · 10³ · kg; Milli · m · 10⁻³ · mA; Mikro · µ · 10⁻⁶ · µmPräfixSymbolFaktorBeispielMegaM10⁶MWKilok10³kgMillim10⁻³mAMikroµ10⁻⁶µm
    Abb.Präfixe sind Zehnerpotenzen: k=103\mathrm{k} = 10^{3}k=103, M=106\mathrm{M} = 10^{6}M=106, m=10−3\mathrm{m} = 10^{-3}m=10−3.
  3. 3

    Runde am Schluss auf so viele Stellen, wie die unsicherste Eingangsgröße erlaubt.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank2 Punkte

Aufgabenstellung

In einem Behälter befinden sich 250 mL250\,\mathrm{mL}250mL Flüssigkeit. Stelle das Volumen in m3\mathrm{m}^{3}m3 und in dm3\mathrm{dm}^{3}dm3 dar (HUM-Cluster).

Maturafokus

  • Rechne bei gemischten Einheiten ZUERST auf eine gemeinsame Einheit um und dann mit den reinen Zahlen - hier entsteht der häufigste Punkteverlust in Teil 1.
  • Gib das Endergebnis mit Einheit und sinnvoll gerundet an; eine CAS-Ausgabe wie 6,743716{,}743716,74371 kW täuscht eine Genauigkeit vor, die die Eingangsdaten nicht hergeben.
  • Zähle signifikante Stellen korrekt: führende Nullen zählen nicht, eingebettete und nachgestellte schon - 0,00420{,}00420,0042 hat zwei, 1,0301{,}0301,030 hat vier.
  • Nutze die Zehnerpotenz als Plausibilitätscheck: Ein Ergebnis eine ganze Stufe daneben ist fast immer ein Faktor-zehn- oder Einheitenfehler.
  • Achte bei Flächen und Volumina auf den potenzierten Umrechnungsfaktor: 1 m2=104 cm21\,\mathrm{m}^{2}=10^{4}\,\mathrm{cm}^{2}1m2=104cm2, 1 m3=106 cm31\,\mathrm{m}^{3}=10^{6}\,\mathrm{cm}^{3}1m3=106cm3.

Typische Fehler

  • Komma und Punkt werden als Dezimaltrenner verwechselt - im deutschsprachigen Raum trennt das Komma, das CAS-Eingabefeld erwartet oft den Punkt.
  • Präfixe werden falsch umgerechnet: 1 km=1000 m1\,\mathrm{km}=1000\,\mathrm{m}1km=1000m, nicht 100 m; 1 μm=10−6 m1\,\mathrm{\mu m}=10^{-6}\,\mathrm{m}1μm=10−6m.
  • Führende Nullen werden als signifikante Stellen mitgezählt; sie legen nur die Größenordnung fest.
  • Bei Flächen wird der lineare Umrechnungsfaktor verwendet: 1 m21\,\mathrm{m}^{2}1m2 sind 10 000 cm210\,000\,\mathrm{cm}^{2}10000cm2, nicht 100.
  • Die Mantisse liegt außerhalb von [1;10)[1;10)[1;10): 0,45⋅10−80{,}45\cdot10^{-8}0,45⋅10−8 ist nicht normiert, richtig ist 4,5⋅10−94{,}5\cdot10^{-9}4,5⋅10−9.

§ 01

Aktive Wiederholung

Schreibe 0,000 072 5 m0{,}000\,072\,5\,\mathrm{m}0,0000725m in wissenschaftlicher Notation, gib die Anzahl signifikanter Stellen an und konvertiere in Mikrometer.

Passende Aufgaben üben50 Fragen zum Thema→

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: BMBWF BHS-Lehrplan Angewandte Mathematik (HTL) (BMBWF) · Formelsammlung SRDP Angewandte Mathematik (BHS) (BMBWF)

§ 02
§ 02

Prozent-, Promille- und Anteilrechnung#

~4 Min Lesezeit●○○BasisLPB-1.3

Kernpunkte

Prozentrechnung ist die Sprache jeder kaufmännischen und technischen Anteilsangabe - vom Rabatt über die Mehrwertsteuer bis zur Schadstoffkonzentration. Im Kern steht ein einziger Dreisatz: Der Anteilswert WWW ist der Bruchteil p100\tfrac{p}{100}100p​ des Grundwerts GGG. Die Grundwertgleichung W=p100⋅GW = \tfrac{p}{100}\cdot GW=100p​⋅G lässt sich nach jeder der drei Größen auflösen - das ist bereits der gesamte rechnerische Apparat.
Der entscheidende erste Schritt ist immer die Frage „Was sind hier 100 %100\,\%100%?". Der Grundwert ist die Bezugsgröße; verändert er sich, ändert sich die Bedeutung jedes Prozentsatzes. Ein Prozentsatz ohne klar benannten Grundwert ist wertlos - genau hier scheitern die meisten Kontextaufgaben.
Auf- und Abschläge drückt man am sichersten über Multiplikatoren aus: +12 %⇒⋅1,12+12\,\%\Rightarrow {}\cdot 1{,}12+12%⇒⋅1,12, −7 %⇒⋅0,93-7\,\%\Rightarrow {}\cdot 0{,}93−7%⇒⋅0,93. Ketten von Änderungen werden dann einfach multipliziert. Daraus folgt unmittelbar, warum +20 %+20\,\%+20% gefolgt von −20 %-20\,\%−20% nicht zum Ausgangswert zurückführt: 1,2⋅0,8=0,961{,}2\cdot 0{,}8=0{,}961,2⋅0,8=0,96, es bleiben also nur 96 %96\,\%96% () - der zweite Faktor wirkt auf den größeren Zwischenwert.

Aufschlag und Abschlag heben sich nicht auf

Aufschlag und Abschlag heben sich nicht aufSäulendiagramm: Wert, Daten: Wert · Start: 100; Wert · nach +20 %: 120; Wert · dann −20 %: 96020406080100120Startnach +20 %dann −20 %10012096Wert
Abb. 3Start 100; nach +20 %+20\,\%+20% und anschließend −20 %-20\,\%−20% bleiben nur 96 - der Abschlag bezieht sich auf den größeren Zwischenwert 120.
Abb. 3 ↓
Brutto und netto unterscheiden sich genau um die Umsatzsteuer. In Österreich gilt der Standardsatz 20 %20\,\%20%, ermäßigt 10 %10\,\%10% (z. B. Lebensmittel). Aus netto wird brutto über B=N⋅(1+s)B=N\cdot(1+s)B=N⋅(1+s); die Rückrechnung ist deshalb N=B1+sN=\tfrac{B}{1+s}N=1+sB​ und keinesfalls B⋅0,8B\cdot 0{,}8B⋅0,8 - der häufigste Fehler bei der Nettopreisbestimmung.
Promille (Zeichen ‰) ist 110\tfrac{1}{10}101​ eines Prozents, also 1 %=10 1\,\% = 10\,1%=10‰ bzw. 1 1\,1‰ =11000\,=\tfrac{1}{1000}=10001​; ppm steht für „parts per million" =10−6=10^{-6}=10−6. Diese feineren Einheiten braucht man, wenn Anteile sehr klein sind - Promille beim Blutalkohol, ppm bei Schadstoff- oder Salzkonzentrationen.
Anschaulich, aber prüfungsentscheidend ist die Trennung von Prozentpunkten und relativer Änderung: Steigt eine Quote „von 5 %5\,\%5% auf 7 %7\,\%7%", so sind das +2+2+2 Prozentpunkte, aber eine relative Zunahme von +40 %+40\,\%+40%. In wirtschaftlichen Berichten muss diese Unterscheidung sauber benannt werden, sonst kippt die Aussage.

Vokabeln

→ Kartei
  • GrundwertDie Bezugsgröße, die 100 % entspricht.
  • ProzentwertDer Anteil, der dem gegebenen Prozentsatz entspricht.
  • ProzentsatzAnteil in Hundertsteln; $p\,\%=\tfrac{p}{100}$.
  • ProzentpunktDifferenz zweier Prozentsätze; nicht mit der relativen Änderung zu verwechseln.
  • MultiplikatorFaktor, der eine prozentuelle Änderung ausdrückt, etwa 1,12 für $+12\,\%$.
  • PromilleEin Tausendstel; $1\,‰=0{,}1\,\%$.

Prozent- und Grundwertformel

p % von G=p100⋅G,p=WG⋅100p\,\% \text{ von } G = \dfrac{p}{100}\cdot G,\qquad p = \dfrac{W}{G}\cdot 100p% von G=100p​⋅G,p=GW​⋅100

GGG ist der Grundwert (die Bezugsgröße, die 100 % entspricht), WWW der Prozentwert und ppp der Prozentsatz in Prozent. Beide Formen sind dieselbe Beziehung, einmal nach WWW und einmal nach ppp aufgelöst.

Brutto-/Netto mit Steuersatz s

B=N⋅(1+s),N=B1+sB=N\cdot(1+s),\quad N=\dfrac{B}{1+s}B=N⋅(1+s),N=1+sB​

NNN ist der Nettobetrag, BBB der Bruttobetrag und sss der Steuersatz als Dezimalzahl (0,20 für 20 %). Die Rückrechnung erfolgt durch DIVISION durch 1+s1+s1+s, nicht durch Multiplikation mit 1−s1-s1−s.

Der Start lädt die Simulation von PhET (University of Colorado).Bei PhET öffnen ↗
Musterbeispiel

Prozent- und Promille-Rechnung im Kontext

Eine Lösung enthält 4,5 %4{,}5\,\%4,5% Alkohol. In einem 0,33 L0{,}33\,\mathrm{L}0,33L-Glas - wie viel Alkohol (in mL) befindet sich darin? Wie viel ml Wasser muss zugegeben werden, damit nur noch 3 %3\,\%3% Alkoholgehalt vorliegen?

  1. 01Alkoholmenge

    VA=0,045⋅330 mL=14,85 mLV_{A}=0{,}045\cdot 330\,\mathrm{mL}=14{,}85\,\mathrm{mL}VA​=0,045⋅330mL=14,85mL.

  2. 02Verdünnen

    Gesamtvolumen VVV so wählen, dass 14,85V=0,03⇒V=495 mL\tfrac{14{,}85}{V}=0{,}03 \Rightarrow V=495\,\mathrm{mL}V14,85​=0,03⇒V=495mL.

  3. 03Wasserzugabe

    Differenz ΔV=495−330=165 mL\Delta V=495-330=165\,\mathrm{mL}ΔV=495−330=165mL Wasser zugeben.

Ergebnis: Im Glas sind ca. 14,9 mL14{,}9\,\mathrm{mL}14,9mL Alkohol; mit 165 mL165\,\mathrm{mL}165mL Wasser sinkt der Anteil auf 3 %3\,\%3%.

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Bestimme zuerst, welcher Wert dein Grundwert ist - er entspricht 100 Prozent.

  2. 2

    Schreibe Auf- und Abschläge als Multiplikatoren, dann lassen sich Ketten leicht kombinieren.

  3. 3

    Prüfe das Ergebnis grob im Kopf, um Faktor-zehn-Fehler zu erkennen.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank2 Punkte

Aufgabenstellung

Ein Tablet wurde im November mit einem Aktionspreis von 399 Euro399\,\mathrm{Euro}399Euro angeboten. Der ursprüngliche Preis betrug 499 Euro499\,\mathrm{Euro}499Euro. Um wie viel Prozent wurde der Preis gesenkt? (HAK / HUM-Cluster)

Maturafokus

  • Benenne vor jeder Rechnung den Grundwert ausdrücklich - „was sind hier 100 %?" ist der erste Schritt jeder Prozentaufgabe.
  • Führe Auf- und Abschläge als Multiplikatoren: +12 %+12\,\%+12% heißt ⋅1,12\cdot 1{,}12⋅1,12, −7 %-7\,\%−7% heißt ⋅0,93\cdot 0{,}93⋅0,93; Ketten werden multipliziert, nie addiert.
  • Rechne vom Bruttopreis mit N=B1+sN=\tfrac{B}{1+s}N=1+sB​ zurück, nicht mit B⋅(1−s)B\cdot(1-s)B⋅(1−s) - bei 20 % Umsatzsteuer trennt das rund 4 % vom richtigen Wert.
  • Trenne Prozentpunkte von relativer Änderung: von 5 % auf 7 % sind +2+2+2 Prozentpunkte, aber +40 %+40\,\%+40%.
  • Prüfe bei Rabatt, Skonto und Umsatzsteuer, auf welchen Grundwert sich jeder Schritt bezieht - Skonto rechnet vom Rechnungsbetrag, Rabatt vom Listenpreis.

Typische Fehler

  • Prozentpunkte und Prozent werden vermengt: von 5 % auf 7 % sind +2+2+2 Prozentpunkte, aber eine relative Zunahme von 40 %.
  • Die Rückrechnung vom Brutto erfolgt mit B⋅0,8B\cdot0{,}8B⋅0,8 statt B1,2\tfrac{B}{1{,}2}1,2B​ - bei 899 € sind das rund 30 € Unterschied.
  • Auf- und Abschläge werden addiert statt multipliziert. +20 %+20\,\%+20% und danach −20 %-20\,\%−20% ergibt 1,2⋅0,8=0,961{,}2\cdot0{,}8=0{,}961,2⋅0,8=0,96, also −4 %-4\,\%−4% und nicht null.
  • Der Grundwert wechselt unbemerkt: Ein zweiter Rabatt bezieht sich auf den bereits verringerten Preis, nicht auf den Listenpreis.
  • Promille und Prozent werden verwechselt: 1 ‰1\,‰1‰ ist ein Zehntel eines Prozents, also 0,0010{,}0010,001.

§ 02

Aktive Wiederholung

Ein Notebook kostet brutto 899,00899{,}00899,00 Euro inkl. 20 %20\,\%20% MwSt. Berechne den Nettopreis und den darauf zu gewährenden Wiederverkaufsrabatt von 15 %15\,\%15%.

Passende Aufgaben üben50 Fragen zum Thema→

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: BMBWF BHS-Lehrplan Mathematik und angewandte Mathematik (HAK) (BMBWF) · SRDP BHS - Aufgabenarchiv Angewandte Mathematik (IQS / BMBWF)

§ 03
§ 03

Mess- und Rundungsfehler#

~4 Min Lesezeit●●○StandardLPB-1.4

Kernpunkte

Jede reale Messung ist mit einer Unsicherheit behaftet - eine Waage, ein Messschieber oder ein Durchflusssensor liefert nie den „wahren" Wert exakt. Die Mathematik macht diese Unsicherheit greifbar und vergleichbar, damit man beurteilen kann, ob ein Werkstück, eine Liefermenge oder ein Laborwert noch im erlaubten Rahmen liegt.
Der absolute Fehler Δx=∣xMess−xwahr∣\Delta x = |x_{\text{Mess}}-x_{\text{wahr}}|Δx=∣xMess​−xwahr​∣ misst die Abweichung in derselben Einheit wie die Größe selbst (z. B. 0,8 g0{,}8\,\mathrm{g}0,8g). Er sagt, wie weit man danebenliegt, aber nichts darüber, ob das viel oder wenig ist - 0,8 g0{,}8\,\mathrm{g}0,8g sind bei einer Goldmünze gravierend, bei einem Mehlsack belanglos.
Der relative Fehler ε=Δx∣x∣\varepsilon=\tfrac{\Delta x}{|x|}ε=∣x∣Δx​ ist dimensionslos und meist in Prozent angegeben. Erst er macht Genauigkeiten vergleichbar, weil er die Abweichung ins Verhältnis zur Größe setzt. In der Qualitätskontrolle ist der relative Fehler daher das eigentliche Bewertungsmaß.
Toleranzangaben fassen das Erlaubte zusammen: x±Δxx\pm\Delta xx±Δx beschreibt das zulässige Intervall [x−Δx; x+Δx][x-\Delta x;\ x+\Delta x][x−Δx; x+Δx]. So definiert ein Sollmaß 52,0 mm±0,3 mm52{,}0\,\mathrm{mm}\pm 0{,}3\,\mathrm{mm}52,0mm±0,3mm alle gültigen Maße zwischen 51,7 mm51{,}7\,\mathrm{mm}51,7mm und 52,3 mm52{,}3\,\mathrm{mm}52,3mm (); ein Bauteil außerhalb dieses Bandes ist Ausschuss.

Toleranzband einer Längenangabe

Toleranzband 52,0 mm ± 0,3 mmZahlenstrahl, Soll, Toleranz51.551.75252.352.5ToleranzSoll
Abb. 4Sollmaß 52,0 mm52{,}0\,\mathrm{mm}52,0mm mit Toleranz ±0,3 mm\pm 0{,}3\,\mathrm{mm}±0,3mm: zulässig ist jedes Maß im Intervall [51,7; 52,3][51{,}7;\ 52{,}3][51,7; 52,3].
Abb. 4 ↓
Bei der Fehlerfortpflanzung gilt eine einfache Faustregel: Bei Summen und Differenzen addieren sich die absoluten Fehler, bei Produkten und Quotienten die relativen Fehler. Daraus folgt, dass eine berechnete Größe nie genauer sein kann als ihre ungenaueste Eingangsgröße.
Sinnvolles Runden orientiert sich deshalb am Gesamtfehler: Das Endergebnis erhält höchstens so viele signifikante Stellen, wie der Fehler rechtfertigt. Wichtig ist die Reihenfolge - erst mit voller Genauigkeit rechnen, erst ganz am Schluss runden, sonst pflanzt sich der Rundungsfehler durch die ganze Rechnung fort.
In der Praxis ist der wahre Wert oft unbekannt; man verwendet dann den Mittelwert mehrerer Messungen als beste Näherung. In der Matura sollte diese Annahme explizit genannt werden, wenn man einen relativen Fehler gegen einen geschätzten „wahren" Wert berechnet.

Vokabeln

→ Kartei
  • absoluter FehlerBetrag der Abweichung vom wahren Wert, in der Einheit der Größe.
  • relativer FehlerAbsoluter Fehler geteilt durch den Wert; dimensionslos, meist in Prozent.
  • ToleranzZulässige Abweichung vom Sollwert; sie definiert ein Intervall.
  • SollmaßDer vorgegebene Zielwert einer Fertigungsgröße.
  • MessunsicherheitStreuungsbereich, in dem der wahre Wert einer Messung erwartet wird.
  • MaximalfehlerGrößter denkbarer Gesamtfehler, wenn alle Einzelfehler ungünstig zusammentreffen.

Absoluter Fehler

Δx=∣xMess−xwahr∣\Delta x = |x_{\text{Mess}}-x_{\text{wahr}}|Δx=∣xMess​−xwahr​∣

xMessx_{\text{Mess}}xMess​ ist der gemessene, xwahrx_{\text{wahr}}xwahr​ der wahre Wert; Δx\Delta xΔx trägt dieselbe Einheit wie die Größe selbst. Ist der wahre Wert unbekannt, tritt der Mittelwert mehrerer Messungen an seine Stelle - diese Annahme gehört ausdrücklich genannt.

Relativer Fehler in Prozent

εrel=∣xMess−xwahr∣∣xwahr∣,εrel %=εrel⋅100\varepsilon_{\text{rel}}=\dfrac{|x_{\text{Mess}}-x_{\text{wahr}}|}{|x_{\text{wahr}}|},\quad \varepsilon_{\text{rel}}\,\%=\varepsilon_{\text{rel}}\cdot 100εrel​=∣xwahr​∣∣xMess​−xwahr​∣​,εrel​%=εrel​⋅100

Der absolute Fehler wird auf den Wert selbst bezogen und dadurch dimensionslos. Erst diese Größe macht Genauigkeiten vergleichbar: 0,8 g Abweichung sind bei 5 g gravierend, bei 5 kg belanglos.

Fortpflanzung beim Produkt

(x±Δx)⋅(y±Δy)≈xy±(∣x∣ Δy+∣y∣ Δx)(x\pm\Delta x)\cdot(y\pm\Delta y)\approx xy\pm\bigl(|x|\,\Delta y+|y|\,\Delta x\bigr)(x±Δx)⋅(y±Δy)≈xy±(∣x∣Δy+∣y∣Δx)

Δx\Delta xΔx und Δy\Delta yΔy sind die absoluten Fehler der Faktoren. Die Näherung vernachlässigt das Produkt Δx⋅Δy\Delta x\cdot\Delta yΔx⋅Δy, weil es bei kleinen Fehlern verschwindend klein ist; sie liefert den Maximalfehler des Produkts.

Musterbeispiel

Relativer Fehler einer Massenmessung

Eine Waage zeigt 254,7 g254{,}7\,\mathrm{g}254,7g, der wahre Wert ist 253,9 g253{,}9\,\mathrm{g}253,9g. Bestimme absoluten und relativen Fehler.

  1. 01Absoluter Fehler

    Δm=∣254,7−253,9∣=0,8 g\Delta m = |254{,}7-253{,}9|=0{,}8\,\mathrm{g}Δm=∣254,7−253,9∣=0,8g.

  2. 02Relativer Fehler

    ε=0,8253,9≈0,00315\varepsilon=\tfrac{0{,}8}{253{,}9}\approx 0{,}00315ε=253,90,8​≈0,00315, also ≈0,32 %\approx 0{,}32\,\%≈0,32%.

  3. 03Bewertung

    Liegt damit deutlich unter Standardtoleranz 1 %1\,\%1%.

Ergebnis: Δm=0,8 g\Delta m=0{,}8\,\mathrm{g}Δm=0,8g, ε≈0,32 %\varepsilon\approx 0{,}32\,\%ε≈0,32%.

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Trenne zuerst absoluten und relativen Fehler - sie beantworten verschiedene Fragen.

  2. 2

    Bei Produkten und Quotienten addieren sich die relativen Fehler, bei Summen die absoluten.

  3. 3

    Prüfe das Endergebnis: ist es mit der ungenauesten Eingangsgröße vereinbar?

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank3 Punkte

Aufgabenstellung

Ein Bauteil hat das Sollmaß 200 g200\,\mathrm{g}200g mit einer Toleranz von ±2 %\pm 2\,\%±2%. Welche Maße sind zulässig? (HTL-Cluster)

Maturafokus

  • Berechne den relativen Fehler und gib ihn in Prozent an - erst er macht Genauigkeiten verschiedener Größen vergleichbar.
  • Rechne mit voller Genauigkeit und runde erst das Endergebnis; Zwischenrundungen pflanzen sich fort.
  • Übersetze eine Toleranzangabe x±Δxx\pm\Delta xx±Δx ausdrücklich in das Intervall [x−Δx; x+Δx][x-\Delta x;\,x+\Delta x][x−Δx;x+Δx] und prüfe daran.
  • Nenne die Annahme, wenn der wahre Wert unbekannt ist: Der Mittelwert mehrerer Messungen dient als beste Näherung.
  • Runde auf so viele Stellen, wie der Fehler rechtfertigt - eine überpräzise Angabe wird als Fehler gewertet.

Typische Fehler

  • Es wird vor der Fehlerrechnung gerundet; der Rundungsfehler geht dann zusätzlich in die Abschätzung ein.
  • Absoluter und relativer Fehler werden vermischt. 0,80{,}80,8 g Abweichung sind bei 5 g gravierend und bei 5 kg belanglos.
  • Der wahre Wert wird als bekannt vorausgesetzt, obwohl er in der Praxis geschätzt werden muss - die Annahme gehört genannt.
  • Die Toleranz wird einseitig gelesen. 52,0±0,352{,}0\pm0{,}352,0±0,3 mm erlaubt alles zwischen 51,7 mm und 52,3 mm.
  • Der relative Fehler wird ohne Betrag gerechnet und dadurch negativ; er ist als Betrag definiert.

§ 03

Aktive Wiederholung

Ein Werkstück soll Länge 52,0 mm±0,3 mm52{,}0\,\mathrm{mm}\pm 0{,}3\,\mathrm{mm}52,0mm±0,3mm haben. Bestimme den maximal zulässigen relativen Fehler in Prozent.

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§ 04
§ 04

Überschlag und Plausibilitätsrechnung#

~3 Min Lesezeit●○○BasisLPB-1.1LPB-1.2

Kernpunkte

Der Taschenrechner bzw. das CAS rechnet fehlerfrei - aber nur mit dem, was man eintippt. Ein vertippter Faktor, ein vergessenes Komma oder eine falsche Einheit liefert ein präzises, aber sinnloses Ergebnis. Die Überschlagsrechnung ist das Gegengewicht: eine schnelle, grobe Rechnung im Kopf, die das Ergebnis auf Plausibilität prüft.
Das Vorgehen ist immer gleich: Alle Eingangsgrößen grob auf eine einzige signifikante Stelle runden und dann mit diesen runden Zahlen im Kopf rechnen. Aus 1 825⋅0,471\,825\cdot 0{,}471825⋅0,47 wird 2 000⋅0,5=1 0002\,000\cdot 0{,}5=1\,0002000⋅0,5=1000 - in Sekunden und ohne Hilfsmittel.
Ein Überschlag ist bewusst grob und liefert keinen exakten Wert, sondern ein Erwartungsfenster. Liegt das CAS-Ergebnis innerhalb von etwa ±10\pm 10±10 bis 20 %20\,\%20% um den Überschlag, ist es plausibel; weicht es um einen Faktor zehn ab, steckt fast sicher ein Eingabe- oder Einheitenfehler dahinter.
Bei stark ungleichen Größenordnungen darf der kleinste Summand für den Überschlag oft ganz entfallen - der große Term dominiert. Das beschleunigt die Kopfrechnung, ohne die Aussagekraft des Überschlags zu schmälern.
Anschaulich liefert der Überschlag eine grobe Klammer um den wahren Wert: Man weiß vorher, in welchem Bereich das Ergebnis liegen muss, und erkennt einen Ausreißer sofort. Gerade in Teil-1-Aufgaben, wo wenig Zeit bleibt, ist das die wirtschaftlichste Kontrolle überhaupt.
Für das Kopfrechnen lohnt ein festes Repertoire an Ankerwerten, weil sie jede Abschätzung tragen: die Zehnerpotenzen, die Quadratzahlen bis 20, 2≈1,41\sqrt{2}\approx1{,}412​≈1,41, 3≈1,73\sqrt{3}\approx1{,}733​≈1,73, π≈3,14\pi\approx3{,}14π≈3,14 sowie die gängigen Prozent-Multiplikatoren 1,2 und 0,8. Ebenso hilfreich ist die Rundungstaktik: Rundet man einen Faktor auf und den anderen ab, bleibt der Überschlag zentriert statt systematisch zu hoch oder zu tief zu liegen.
In der Matura ist der abschließende Plausibilitätscheck deshalb eine der einfachsten Punktesicherungen überhaupt: Ein kurzer Überschlag schützt vor groben Faktor-zehn- und Einheitenfehlern, die sonst eine ganze, sonst richtig gerechnete Aufgabe entwerten würden.

Vokabeln

→ Kartei
  • ÜberschlagsrechnungGrobe Kopfrechnung mit stark gerundeten Werten zur Kontrolle eines Ergebnisses.
  • PlausibilitätVereinbarkeit eines Ergebnisses mit der Erwartung aus Kontext und Überschlag.
  • ErwartungsfensterBereich, in dem das exakte Ergebnis nach dem Überschlag liegen muss.
  • AnkerwertAuswendig verfügbarer Zahlenwert, der Kopfrechnungen trägt, etwa $\sqrt2\approx1{,}41$.
  • GrößenordnungsfehlerAbweichung um den Faktor zehn oder mehr; fast immer ein Eingabe- oder Einheitenfehler.
  • DominanzUmstand, dass bei stark verschiedenen Summanden der größte das Ergebnis bestimmt.
Musterbeispiel

Überschlag einer Kostensumme

Überschlage: 1 825⋅0,47+938⋅0,531\,825\cdot 0{,}47+938\cdot 0{,}531825⋅0,47+938⋅0,53.

  1. 01Runden

    2 000⋅0,5+1 000⋅0,5=1 000+500=1 5002\,000\cdot 0{,}5+1\,000\cdot 0{,}5=1\,000+500=1\,5002000⋅0,5+1000⋅0,5=1000+500=1500.

  2. 02CAS-Wert

    CAS liefert 857,75+497,14=1 354,89857{,}75+497{,}14=1\,354{,}89857,75+497,14=1354,89.

  3. 03Plausibilität

    Liegt um ca. 10 %10\,\%10% unter Überschlag - akzeptabel.

Ergebnis: CAS-Wert ≈1 355\approx 1\,355≈1355, Überschlag ≈1 500\approx 1\,500≈1500, plausibel.

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Runde großzügig und rechne im Kopf, um Plausibilität zu prüfen.

  2. 2

    Prüfe das CAS-Ergebnis - liegt es im erwarteten Bereich?

  3. 3

    Ein guter Überschlag rettet dich vor peinlichen Faktor-zehn-Fehlern.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank2 Punkte

Aufgabenstellung

Ein Restaurant kalkuliert: 121212 Personen je 24,90 Euro24{,}90\,\mathrm{Euro}24,90Euro plus 888 Personen je 18,50 Euro18{,}50\,\mathrm{Euro}18,50Euro. Überschlage zuerst, dann berechne exakt. (HUM/Tourismus)

Maturafokus

  • Runde alle Eingangsgrößen auf eine signifikante Stelle und rechne dann im Kopf - aus 1 825⋅0,471\,825\cdot0{,}471825⋅0,47 wird 2 000⋅0,5=1 0002\,000\cdot0{,}5=1\,0002000⋅0,5=1000.
  • Prüfe jedes CAS-Ergebnis gegen den Überschlag, bevor du es abgibst; eine Abweichung um den Faktor zehn ist ein Eingabefehler, kein Rundungseffekt.
  • Lass bei stark ungleichen Größenordnungen den kleinsten Summanden weg - der große Term bestimmt das Ergebnisfenster.
  • Notiere den Überschlag mit; er zeigt der Korrektur, dass das Ergebnis geprüft wurde.
  • Halte die Ankerwerte bereit: Quadratzahlen bis 20, 2≈1,41\sqrt2\approx1{,}412​≈1,41, π≈3,14\pi\approx3{,}14π≈3,14 und die Prozent-Multiplikatoren.

Typische Fehler

  • Das CAS-Resultat wird ungeprüft übernommen; ein vertippter Faktor liefert ein präzises, aber sinnloses Ergebnis.
  • Beim Überschlagen wird nur ein Faktor gerundet und der andere exakt gelassen - der Aufwand bleibt, der Nutzen entfällt.
  • Nur Teilergebnisse werden überschlagen, die Endsumme nicht; genau dort steckt der Fehler dann.
  • Der Überschlag wird als Ergebnis abgegeben. Er liefert ein Erwartungsfenster, keine Lösung.
  • Es wird systematisch in eine Richtung gerundet; runde einen Faktor auf und den anderen ab, dann bleibt der Überschlag zentriert.

§ 04

Aktive Wiederholung

Überschlage, ohne Taschenrechner: 1 825⋅0,47+938⋅0,531\,825 \cdot 0{,}47 + 938 \cdot 0{,}531825⋅0,47+938⋅0,53. Prüfe danach mit CAS.

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§ 05
§ 05

Direkte und indirekte Proportionalität#

~3 Min Lesezeit●○○BasisLPB-1.1LPB-1.3

Kernpunkte

Proportionalität beschreibt, wie zwei Größen miteinander mitwachsen - die Grundlage von Maßstab, Rezeptumrechnung, Preiskalkulation und Geschwindigkeit-Zeit-Beziehungen. Bevor man rechnet, muss man die Art des Zusammenhangs klären, denn davon hängt das ganze weitere Vorgehen ab.
Direkte Proportionalität bedeutet y=k⋅xy=k\cdot xy=k⋅x: Verdoppelt sich xxx, verdoppelt sich auch yyy. Kennzeichen ist der konstante Quotient yx=k\tfrac{y}{x}=kxy​=k - mehr Personen brauchen proportional mehr Mehl, doppelte Fahrzeit bei gleichem Tempo bedeutet doppelte Strecke. Grafisch ist das eine Ursprungsgerade mit Steigung kkk ().

Direkte und indirekte Proportionalität

Direkte und indirekte ProportionalitätSchaubild von y = k·x, steigend, im Bereich x von 0.7 bis 6, Schaubild von y = k/x, fallend, im Bereich x von 0.7 bis 6123456123456y = k·xy = k/xyx
Abb. 5Direkt y=k xy=k\,xy=kx ist eine Ursprungsgerade (konstanter Quotient yx\tfrac{y}{x}xy​), indirekt y=kxy=\tfrac{k}{x}y=xk​ eine Hyperbel (konstantes Produkt x yx\,yxy).
Abb. 5 ↓
Indirekte (umgekehrte) Proportionalität bedeutet y=kxy=\tfrac{k}{x}y=xk​: Verdoppelt sich xxx, halbiert sich yyy. Kennzeichen ist hier das konstante Produkt x⋅y=kx\cdot y=kx⋅y=k - doppelt so viele Pumpen brauchen die halbe Zeit, denn die zu leistende Arbeit (Pumpe mal Zeit) bleibt gleich. Grafisch ist das eine fallende Hyperbel ().
Die Probe ist damit einfach und prüfungssicher: Ist der Quotient yx\tfrac{y}{x}xy​ über die Wertepaare konstant, liegt direkte Proportionalität vor; ist das Produkt x⋅yx\cdot yx⋅y konstant, indirekte. Den Operator „entscheiden" beantwortet man genau über diese beiden Konstanten.
Der sichere Standardweg ist der Schluss über die Einheit: Erst die Einheitsmenge bestimmen (Mehl pro Person, Zeit für eine Pumpe), dann auf die gefragte Anzahl hochrechnen. Bei indirekter Proportionalität rechnet man dabei über die konstante Gesamtmenge k=x⋅yk=x\cdot yk=x⋅y.
Anschaulich verraten schon die Graphen die Art: Die Ursprungsgerade startet im Nullpunkt und steigt gleichmäßig, die Hyperbel fällt und nähert sich beiden Achsen, ohne sie zu erreichen. Wer den Sachverhalt zuerst grafisch einordnet, vermeidet den klassischen Fehler, eine indirekte Beziehung mit dem direkten Dreisatz zu behandeln.

Vokabeln

→ Kartei
  • direkte Proportionalität$y=k\cdot x$; der Quotient $\tfrac{y}{x}$ ist konstant.
  • indirekte Proportionalität$y=\tfrac{k}{x}$; das Produkt $x\cdot y$ ist konstant.
  • ProportionalitätskonstanteDer Faktor $k$; er trägt Einheit und Sachbedeutung.
  • Schluss durch die EinheitLösungsweg über die Einheitsmenge: erst auf eins herunter, dann hoch.
  • MaßstabVerhältnis von Bild- zu Originallänge; bei Flächen quadratisch, bei Volumina kubisch wirksam.
  • HyperbelGraph der indirekten Proportionalität; nähert sich beiden Achsen, ohne sie zu erreichen.

Proportionalitätsarten

y=k⋅x  (direkt),x⋅y=k  (indirekt)y=k\cdot x\;(\text{direkt}),\quad x\cdot y=k\;(\text{indirekt})y=k⋅x(direkt),x⋅y=k(indirekt)

kkk ist die Proportionalitätskonstante mit Einheit und Sachbedeutung. Konstanter QUOTIENT bedeutet direkte, konstantes PRODUKT indirekte Proportionalität - die Probe an den Wertepaaren entscheidet die Aufgabe.

Der Start lädt die Simulation von PhET (University of Colorado).Bei PhET öffnen ↗
Musterbeispiel

Indirekte Proportionalität (Pumpenaufgabe)

Vier Pumpen brauchen 9 Stunden. Wie lange brauchen sechs Pumpen?

  1. Schritt 1 - Art bestimmen

    Mehr Pumpen => weniger Zeit: indirekte Proportionalität, also Pumpen⋅Zeit=k\text{Pumpen}\cdot \text{Zeit}=kPumpen⋅Zeit=k.

  2. Schritt 2 - Konstante

    k=4⋅9=36k=4\cdot 9=36k=4⋅9=36 Pumpenstunden.

  3. Schritt 3 - Auflösen

    t=k6=366=6t=\tfrac{k}{6}=\tfrac{36}{6}=6t=6k​=636​=6 Stunden.

Ergebnis: Sechs Pumpen benötigen 6 Stunden.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank2 Punkte

Aufgabenstellung

Für ein Rezept für 4 Personen werden 600 g600\,\mathrm{g}600g Mehl benötigt. Berechne die Mehlmenge für 10 Personen. (HUM/Tourismus)

Maturafokus

  • Entscheide zuerst über die Art: Konstanter Quotient yx\tfrac{y}{x}xy​ bedeutet direkte, konstantes Produkt x⋅yx\cdot yx⋅y bedeutet indirekte Proportionalität.
  • Rechne über die Einheitsmenge - erst auf eine Einheit herunter, dann auf die gefragte Anzahl hoch.
  • Nutze bei indirekter Proportionalität die konstante Gesamtmenge k=x⋅yk=x\cdot yk=x⋅y; sie ist die eigentliche Sachgröße, etwa Pumpenstunden oder Personentage.
  • Ordne den Graphen zu: Ursprungsgerade bei direkter, Hyperbel bei indirekter Proportionalität.
  • Prüfe die Modellannahme kritisch - doppelt so viele Arbeitskräfte halbieren die Zeit nur, wenn sie einander nicht behindern.

Typische Fehler

  • Jeder Zusammenhang wird als direkt proportional behandelt; der Dreisatz wird dann falsch herum angesetzt.
  • Bei indirekter Proportionalität wird der Quotient statt des Produkts konstant gehalten.
  • Der Maßstab wird bei Flächen linear umgerechnet. Bei 1:1001:1001:100 ist eine Fläche im Original 1002=10 000100^{2}=10\,0001002=10000-mal so groß.
  • Die Konstante kkk wird ohne Einheit geführt; sie trägt aber die eigentliche Sachbedeutung, etwa Pumpenstunden.
  • Die Grenzen des Modells bleiben unerwähnt - kein Zusammenhang ist über beliebige Bereiche proportional.

§ 05

Aktive Wiederholung

Vier Pumpen leeren ein Becken in 9 Stunden. Berechne, wie lange sechs gleich starke Pumpen benötigen, und begründe die Proportionalitätsart.

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Quellen: Formelsammlung SRDP Angewandte Mathematik (BHS) (BMBWF) · SRDP BHS - Aufgabenarchiv Angewandte Mathematik (IQS / BMBWF)

§ 06
§ 06

Fehlerfortpflanzung bei Messgrößen#

~3 Min Lesezeit●●●VertiefungLPB-1.4

Kernpunkte

Wenn man aus gemessenen Größen eine neue berechnet - etwa eine Fläche aus zwei Längen oder eine Dichte aus Masse und Volumen -, vererben sich deren Unsicherheiten auf das Ergebnis. Die Fehlerfortpflanzung beschreibt, wie groß dieser geerbte Fehler ist, und damit, wie genau das Endergebnis überhaupt sein kann.
Jede Eingangsgröße trägt einen absoluten Fehler Δx\Delta xΔx und einen relativen Fehler Δxx\tfrac{\Delta x}{x}xΔx​. Welcher davon sich fortpflanzt, hängt von der Rechenoperation ab - das ist der Schlüssel zur ganzen Fehlerrechnung.
Bei Summen und Differenzen addieren sich die absoluten Fehler: Δ(x±y)≈Δx+Δy\Delta(x\pm y)\approx \Delta x+\Delta yΔ(x±y)≈Δx+Δy. Anschaulich kann sich die Abweichung im ungünstigsten Fall aufsummieren, deshalb wird mit dem Maximalfehler gerechnet.
Bei Produkten und Quotienten addieren sich dagegen die relativen Fehler: Δ(xy)xy≈Δxx+Δyy\tfrac{\Delta(xy)}{xy}\approx \tfrac{\Delta x}{x}+\tfrac{\Delta y}{y}xyΔ(xy)​≈xΔx​+yΔy​. Eine Fläche A=a⋅bA=a\cdot bA=a⋅b aus zwei je 1 %1\,\%1% genauen Längen ist also nur noch etwa 2 %2\,\%2% genau.
Beim Potenzieren y=xny=x^{n}y=xn vervielfacht sich der relative Fehler mit dem Exponenten: Δyy≈∣n∣⋅Δxx\tfrac{\Delta y}{y}\approx |n|\cdot \tfrac{\Delta x}{x}yΔy​≈∣n∣⋅xΔx​. Daraus folgt, warum Volumina besonders empfindlich sind - ein 1 %1\,\%1% ungenauer Radius liefert ein rund 3 %3\,\%3% ungenaues Kugelvolumen (). Längen, Flächen und Volumina stehen im Fehler im Verhältnis 1:2:31:2:31:2:3.

Potenzen verstärken den relativen Fehler

Potenzen verstärken den relativen FehlerSäulendiagramm: rel. Fehler in %, Daten: rel. Fehler in % · r (n = 1): 1; rel. Fehler in % · A ∝ r² (n = 2): 2; rel. Fehler in % · V ∝ r³ (n = 3): 300.511.522.53r (n = 1)A ∝ r² (n = 2)V ∝ r³ (n = 3)123rel. Fehler in %
Abb. 6Bei 1 %1\,\%1% Eingangsfehler wächst der relative Fehler des Ergebnisses proportional zur Potenz: Länge 1 %1\,\%1%, Fläche 2 %2\,\%2%, Volumen 3 %3\,\%3%.
Abb. 6 ↓
In der Matura sind hier die Operatoren „abschätzen" und „beurteilen" zentral: Man bestimmt den Gesamtfehler aus den Einzelfehlern und begründet daraus die sinnvolle Stellenzahl des Endergebnisses. Eine überpräzise Angabe täuscht eine Genauigkeit vor, die die Messungen nicht hergeben - das Ergebnis ist nur auf so viele Stellen sinnvoll, wie der Gesamtfehler zulässt.

Vokabeln

→ Kartei
  • FehlerfortpflanzungWeitergabe der Eingangsunsicherheiten auf eine berechnete Größe.
  • MaximalfehlerabschätzungRechnung mit dem ungünstigsten Zusammentreffen aller Einzelfehler.
  • AuslöschungStarkes Anwachsen des relativen Fehlers bei der Differenz nahezu gleich großer Werte.
  • empfindliche GrößeEingangsgröße, deren Fehler das Ergebnis überproportional beeinflusst.
  • signifikante StellenAnzahl verlässlicher Ziffern des Ergebnisses; sie folgt aus dem Gesamtfehler.
  • ToleranzketteSumme aller Einzeltoleranzen in einer Fertigungsfolge.

Fehlerfortpflanzung

Δ(xy)xy≈Δxx+Δyy,Δ(xn)xn≈∣n∣ Δxx\dfrac{\Delta(xy)}{xy}\approx \dfrac{\Delta x}{x}+\dfrac{\Delta y}{y},\quad \dfrac{\Delta(x^{n})}{x^{n}}\approx |n|\,\dfrac{\Delta x}{x}xyΔ(xy)​≈xΔx​+yΔy​,xnΔ(xn)​≈∣n∣xΔx​

Bei Produkt und Quotient addieren sich die RELATIVEN Fehler, beim Potenzieren vervielfacht sich der relative Fehler mit dem Betrag des Exponenten. Deshalb ist ein Volumen aus einem 1 % ungenauen Radius nur noch rund 3 % genau.

Musterbeispiel

Relativer Fehler einer Rechteckfläche

Mit a=12,0±0,1 cma=12{,}0\pm 0{,}1\,\mathrm{cm}a=12,0±0,1cm und b=8,0±0,1 cmb=8{,}0\pm 0{,}1\,\mathrm{cm}b=8,0±0,1cm: relativer Fehler von A=a⋅bA=a\cdot bA=a⋅b.

  1. Schritt 1 - Einzelfehler

    Relativer Fehler von aaa: 0,112≈0,0083\tfrac{0{,}1}{12}\approx 0{,}0083120,1​≈0,0083; von bbb: 0,18=0,0125\tfrac{0{,}1}{8}=0{,}012580,1​=0,0125.

  2. Schritt 2 - Addieren

    Bei Produkt addieren sich die relativen Fehler: 0,0083+0,0125=0,02080{,}0083+0{,}0125=0{,}02080,0083+0,0125=0,0208.

  3. Schritt 3 - Deuten

    Der relative Fehler von AAA beträgt rund 2,1 %2{,}1\,\%2,1%; mit A=96 cm2A=96\,\mathrm{cm}^{2}A=96cm2 entspricht das ΔA≈2 cm2\Delta A\approx 2\,\mathrm{cm}^{2}ΔA≈2cm2.

Ergebnis: Relativer Fehler ≈2,1 %\approx 2{,}1\,\%≈2,1%, also A≈96±2 cm2A\approx 96\pm 2\,\mathrm{cm}^{2}A≈96±2cm2.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank2 Punkte

Aufgabenstellung

Der Radius einer Kugel wird mit r=5,0 cmr=5{,}0\,\mathrm{cm}r=5,0cm und einem relativen Fehler von 1 %1\,\%1% gemessen. Schätze den relativen Fehler des Volumens V=43πr3V=\tfrac{4}{3}\pi r^{3}V=34​πr3 ab. (HTL)

Maturafokus

  • Wähle die Regel nach der Operation: Bei Summe und Differenz addieren sich die ABSOLUTEN, bei Produkt und Quotient die RELATIVEN Fehler.
  • Multipliziere beim Potenzieren den relativen Fehler mit dem Betrag des Exponenten - ein 1 % ungenauer Radius gibt ein rund 3 % ungenaues Volumen.
  • Bestimme Ergebnis samt Fehler und leite daraus die sinnvolle Stellenzahl ab; das ist der Operator „abschätzen" in dieser Aufgabenform.
  • Nenne die ungenaueste Eingangsgröße - sie begrenzt die erreichbare Genauigkeit des Ergebnisses.
  • Beurteile zum Schluss, ob die geforderte Toleranz mit den vorliegenden Messgenauigkeiten überhaupt erreichbar ist.

Typische Fehler

  • Bei Produkten werden die absoluten Fehler addiert; dort addieren sich die relativen.
  • Beim Potenzieren wird der Exponent vergessen; der relative Fehler vervielfacht sich mit ihm.
  • Das Ergebnis wird genauer angegeben, als die ungenaueste Eingangsgröße erlaubt.
  • Bei der Differenz nahezu gleich großer Werte wird der stark wachsende relative Fehler übersehen - dort ist die Rechnung besonders empfindlich.
  • Der Fehler wird mit Vorzeichen geführt; für den Maximalfehler werden ausschließlich Beträge addiert.

§ 06

Aktive Wiederholung

Ein Quader hat die Kanten a=12,0 cma=12{,}0\,\mathrm{cm}a=12,0cm und b=8,0 cmb=8{,}0\,\mathrm{cm}b=8,0cm, jeweils mit ±0,1 cm\pm 0{,}1\,\mathrm{cm}±0,1cm Messunsicherheit. Schätze den relativen Fehler des Flächeninhalts A=a⋅bA=a\cdot bA=a⋅b ab.

Passende Aufgaben üben50 Fragen zum Thema→

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Formelsammlung SRDP Angewandte Mathematik (BHS) (BMBWF) · SRDP BHS - Aufgabenarchiv Angewandte Mathematik (IQS / BMBWF)

Stand 06/2026 · Vollständige Fassung über den Tiefenregler — gleiche Stelle, gleiche Anker

Inhalt

Abschnitt -- / 06

    • 01Zahldarstellung und Größenordnungen○
    • 02Prozent-, Promille- und Anteilrechnung○
    • 03Mess- und Rundungsfehler◐
    • 04Überschlag und Plausibilitätsrechnung○
    • 05Direkte und indirekte Proportionalität○
    • 06Fehlerfortpflanzung bei Messgrößen●

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Aus den Notizen ins Training

B 1 - Zahlen, Maße und Einheiten

Festige dieses Thema an passenden Aufgaben aus der Fragenbank.

~23
Min
4
Kompetenzen
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Beispielfrage

In einem Behälter befinden sich 250 mL250\,\mathrm{mL}250mL Flüssigkeit. Stelle das Volumen in m3\mathrm{m}^{3}m3 und in dm3\mathrm{dm}^{3}dm3 dar (HUM-Cluster).

2 BE · 2022

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Belege & Quellen

Quellen

BMBWF

  • BMBWF BHS-Lehrplan Angewandte Mathematik (HTL)
  • Formelsammlung SRDP Angewandte Mathematik (BHS)

IQS / BMBWF

  • SRDP BHS - Aufgabenarchiv Angewandte Mathematik

IQS

  • IQS - Standardisierte Reife- und Diplomprüfung BHS

Siehe auch

  • B 2 - Algebra: Terme, Gleichungen und LogarithmenProzent- und Verhältnisrechnung führen unmittelbar auf lineare und exponentielle Gleichungen.
  • B 7 - Beschreibende StatistikRundung, signifikante Stellen und Fehlerabschätzung entscheiden dort über jede Kennzahlenangabe.
  • B 13 - Cluster-Anwendungen und PrüfungsstrategieÜberschlag und kontextgerechtes Runden sind die zentralen Punktesicherungen der Klausur.

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B 2 - Algebra: Terme, Gleichungen und Logarithmen

EuraStudy·Notizen T·01·MMXXVI

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