Aufgabenstellung
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Alkohole, Carbonsäuren, Ester, Amine, Aminosäuren; Reaktionsmuster (Veresterung, Verseifung, Kondensation); synthetische und natürliche Polymere.
6 Abschnitte~26 Min Lesezeit3 KompetenzenStand 06/2026
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Oxidationswege der Alkohole
Vokabeln
→ KarteiOxidationsreihe primärer Alkohole
steht für einen beliebigen Kohlenwasserstoffrest; über dem Pfeil bezeichnet ein Oxidationsmittel, etwa Kupferoxid oder saure Dichromatlösung. Der Aldehyd ist nur eine Zwischenstufe - er muss abdestilliert werden, sonst läuft die Oxidation bis zur Carbonsäure durch.
Oxidation sekundärer Alkohole zu Ketonen
ist ein sekundärer Alkohol - das Kohlenstoffatom mit der Hydroxygruppe trägt zwei Reste und nur noch ein H. Nach dessen Abgabe ist die Oxidation beendet: Das Keton lässt sich ohne Bruch des Kohlenstoffgerüsts nicht weiter oxidieren.
Bestimme die Oxidationsprodukte von (a) Propan-1-ol, (b) Propan-2-ol und (c) 2-Methylpropan-2-ol und begründe über den Alkoholtyp.
(a) primär (OH am endständigen C), (b) sekundär (OH am mittleren C), (c) tertiär (OH an einem C mit drei C-Resten).
Oxidation über zwei Stufen: Propan-1-ol Propanal (Aldehyd) Propansäure (Carbonsäure).
Oxidation zum Keton: Propan-2-ol Propanon (Aceton); keine Weiteroxidation.
Keine Oxidation - am C-OH sitzt kein H-Atom, das abgespalten werden könnte.
Ergebnis: Propan-1-ol Propanal Propansäure; Propan-2-ol Propanon; 2-Methylpropan-2-ol ist nicht oxidierbar. Der Alkoholtyp bestimmt das Produkt (Abb. 1).
Die OH-Gruppe bringt Polarität und Wasserstoffbrücken - das erklärt höhere Sdp und Wasserlöslichkeit.
Oxidationstreppe: primärer Alkohol wird über Aldehyd zur Carbonsäure, sekundärer wird zum Keton.
Tertiär ist Endstation - kein H am C-OH, daher keine Oxidation.
SRDP-Aufgaben
Aufgabenstellung
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Welche Produkte entstehen bei der schrittweisen Oxidation von Propan-1-ol mit ?
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Quellen: OpenStax Chemistry 2e Kap. 20.3 Alcohols (OpenStax)
Veresterung - Fischer-Mechanismus (Skizze)
Seifenmolekül - Mizellenbildung
Vokabeln
→ KarteiFischer-Veresterung
ist die Carbonsäure, der Alkohol, über dem Pfeil der Säurekatalysator (meist konzentrierte Schwefelsäure). Der Doppelpfeil ist wesentlich: Die Reaktion ist ein Gleichgewicht und wird durch Wasserentzug oder Alkoholüberschuss auf die Produktseite geschoben.
Verseifung (alkalische Esterhydrolyse)
Die Lauge spaltet den Ester und bindet die entstehende Säure sofort als Carboxylat - das Salz der Fettsäure ist die Seife. Weil das Carboxylat dem Gleichgewicht entzogen bleibt, läuft die Reaktion anders als die saure Hydrolyse praktisch vollständig ab.
Wie bildet sich Ethylacetat aus Essigsäure und Ethanol unter saurer Katalyse? Gib Reaktionsgleichung, Mechanismusschritte und Gleichgewichtssteuerung an.
.
Säurekatalyse protoniert das Carbonyl-O und macht das C-Atom elektrophiler.
Ethanol-O greift mit seinem freien Elektronenpaar das C-Atom an; tetraedrisches Zwischenprodukt.
Protonenshift, anschließend Abspaltung von und Deprotonierung des Esters.
Überschuss an Alkohol oder Entzug von Wasser (mit konz. als Trockenmittel) erhöht Esterausbeute (Le Chatelier).
Ergebnis: Ethylacetat ist ein angenehm fruchtig riechender Ester (Apfel-/Birnennote). Bei -Katalyse stellen sich Gleichgewichts-Ausbeuten von ca. 66 % ein, durch Wasserentzug bis ca. 95 %.
Carbonsäuren sind Säuren mit Charakter - das Carboxylat ist resonanzstabilisiert, daher saurer als Alkohole.
Veresterung ist Gleichgewicht - Wasserentzug oder Alkoholüberschuss verschiebt es zugunsten des Esters.
Veresterung - Fischer-Mechanismus (Skizze)
Seife ist ein chemischer Brückenbauer zwischen Wasser und Fett.
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Beschreibe die Bildung von Ethylacetat aus Essigsäure und Ethanol. Wie verschiebt man das Gleichgewicht zugunsten des Esters?
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Quellen: OpenStax Chemistry 2e Kap. 20.4 Carboxylic Acids and Esters (OpenStax)
Aminosäure - Grundgerüst und Zwitterion
Vokabeln
→ KarteiBildung einer Peptidbindung
Die Carboxylgruppe der ersten Aminosäure reagiert mit der Aminogruppe der zweiten; und sind die Seitenketten. Abgespalten wird ein Wassermolekül - deshalb ist die Verknüpfung eine Kondensation, und die entstehende -Gruppe heißt Peptidbindung.
Gib für Glycin (, pI = 6,0) den überwiegenden Ladungszustand bei pH 1, pH 6 und pH 11 an und begründe.
Protonenüberschuss - beide Gruppen sind protoniert: Kation (Gesamtladung ).
Carboxyl deprotoniert, Amino protoniert: Zwitterion , Nettoladung 0.
Hydroxidüberschuss - beide Gruppen deprotoniert: Anion (Gesamtladung ).
Ergebnis: pH 1: Kation; pH 6: Zwitterion (neutral); pH 11: Anion. In der Elektrophorese wandert Glycin bei pH < pI zur Kathode, bei pH > pI zur Anode und bleibt am pI stehen.
Amine sind die organischen Basen - die freien Elektronenpaare nehmen Protonen auf.
Eine Aminosäure ist die Doppel-Funktion - Amin und Säure am gleichen C; daraus entsteht das Zwitterion.
Aminosäure - Grundgerüst und Zwitterion
Peptidbindungen entstehen durch Kondensation - aus jeweils zwei AS und einem Wasser wird ein Dipeptid.
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Zeichne die Strukturformel von Glycin bei pH 1, pH 6 (pI) und pH 12. Begründe den jeweiligen Ladungszustand.
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Quellen: OpenStax Chemistry 2e Kap. 20.5 Amines and Amides (OpenStax)
Vokabeln
→ KarteiPolymerisation von Ethen zu Polyethylen
ist der Polymerisationsgrad, also die Zahl der eingebauten Monomere (bei Polyethylen typischerweise einige Tausend). Die Doppelbindung wird zur Einfachbindung geöffnet und verknüpft die Bausteine; ein Nebenprodukt entsteht nicht - das unterscheidet die Polymerisation von der Polykondensation.
Polykondensation zu PET
ist der Polymerisationsgrad. Terephthalsäure und Ethylenglycol tragen je zwei reaktive Gruppen; bei jeder Esterbindung wird ein Wassermolekül abgespalten, insgesamt also . Genau diese Abspaltung unterscheidet die Polykondensation von der Polymerisation - und sie macht den Vorgang umkehrbar, was das chemische Recycling von PET erst ermöglicht.
Ordne die Bildung von (a) Polypropylen aus Propen und (b) Nylon-6,6 aus Hexandisäure und Hexan-1,6-diamin dem Synthesetyp zu und gib an, ob ein Nebenprodukt entsteht.
Propen besitzt eine C=C-Doppelbindung. Diese öffnet sich und die Monomere verketten sich - Polymerisation, kein Nebenprodukt. Wiederholeinheit .
Carboxylgruppen der Disäure und Aminogruppen des Diamins reagieren zu Amidbindungen unter Abspaltung von Wasser - Polykondensation, Nebenprodukt .
Eine C=C-Doppelbindung im Monomer deutet auf Polymerisation (kein Nebenprodukt), zwei funktionelle Gruppen je Monomer auf Polykondensation (Wasser frei).
Ergebnis: (a) Polymerisation (kein Nebenprodukt); (b) Polykondensation (Wasser als Nebenprodukt). Struktur der Monomere verrät den Synthesetyp.
Polymere sind die langen Ketten der modernen Welt - vom Joghurtbecher bis zur DNA.
Polymerisation: Doppelbindungen öffnen sich; Polykondensation: Bindungen mit Wasserabspaltung.
Recycling-Code auf der Flasche verrät den Kunststoff - 1 ist PET, 5 ist PP, 6 ist PS.
SRDP-Aufgaben
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Beschreibe die Bildung von PET (Polyethylenterephthalat) aus Ethylenglykol und Terephthalsäure.
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Quellen: BMBWF AHS-Lehrplan Chemie - Kohlenstoffchemie (BMBWF / RIS)
Veresterung - Fischer-Mechanismus (Skizze)
Vokabeln
→ KarteiOxidationsreihe primärer Alkohole
steht für einen beliebigen Kohlenwasserstoffrest; über dem Pfeil bezeichnet ein Oxidationsmittel, etwa Kupferoxid oder saure Dichromatlösung. Der Aldehyd ist nur eine Zwischenstufe - er muss abdestilliert werden, sonst läuft die Oxidation bis zur Carbonsäure durch.
Untersuche, welche Carbonylverbindung aus der Oxidation von (a) Ethanol und (b) Propan-2-ol entsteht, und gib jeweils das Verhalten gegenüber Tollens-Reagenz an.
Ethanol ist ein primärer Alkohol, Propan-2-ol ein sekundärer.
(a) primär -> Aldehyd: (Ethanal). (b) sekundär -> Keton: (Propanon).
(a) Ethanal reduziert Tollens -> Silberspiegel. (b) Propanon zeigt keine Reaktion.
Ergebnis: Ethanol -> Ethanal (positiver Silberspiegel), Propan-2-ol -> Propanon (negativ). Vertiefung im Abschnitt "Carbonsäuren und Ester" (Weiteroxidation des Aldehyds).
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Erkläre, wie sich Propanal und Propanon mit Fehling-Lösung unterscheiden lassen, und gib die zugrunde liegende Reaktion an.
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Quellen: OpenStax Chemistry 2e, Kap. 20 "Aldehydes, Ketones, Carboxylic Acids" (OpenStax)
Vokabeln
→ KarteiTollens-Probe (Silberspiegel)
Der Silber-Ammin-Komplex wird vom Aldehyd zu elementarem Silber reduziert, das sich an sauberer Glaswand als Spiegel abscheidet; der Aldehyd selbst wird dabei zur Carbonsäure oxidiert. Ketone besitzen das dafür nötige Wasserstoffatom am Carbonyl-C nicht und reagieren nicht.
Plane Tests, um Ethanal, Ethen (im wassrigen System als Gas einleitbar) und Ethansäure zu unterscheiden.
Mit entwickelt nur Ethansäure (Aufschäumen): .
Bromwasser wird nur von Ethen entfärbt (elektrophile Addition ).
Tollens-Reagenz ergibt nur bei Ethanal einen Silberspiegel.
Ergebnis: Ethansäure: mit Hydrogencarbonat; Ethen: Bromwasser-Entfaerbung; Ethanal: Silberspiegel. Querverweis: Abschnitt "Aldehyde und Ketone".
SRDP-Aufgaben
Aufgabenstellung
Typische Fehler
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Entwickle eine Nachweisstrategie, mit der sich Ethanal, Ethen und Ethansäure mit drei einfachen Tests eindeutig unterscheiden lassen, und begründe jeden Test.
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Quellen: OpenStax Chemistry 2e, Kap. 20 "Organic Chemistry" (OpenStax)
Stand 06/2026Vollständige Fassung über den Tiefenregler — gleiche Stelle, gleiche Anker
Belege & Quellen
Siehe auch