EuraStudy
Notizen/Angewandte Mathematik/B 12 - Modellierung und lineare Optimierung
AT · Matura

B 12 - Modellierung und lineare Optimierung

Wahl geeigneter Modelle für berufliche Situationen, lineares und beschränktes Wachstum, lineare Optimierung mit grafischer Lösung.

6 Abschnitte·~21 Min Lesezeit·4 Kompetenzen·Stand 06/2026

T·121212 / 13
Prüfungsprofil
B-12.1 · Wachstums- und Zerfallsmodelle wählen und anwendenB-12.2 · Logistisches und beschränktes Wachstum verstehenB-12.3 · Lineare Optimierung mit grafischer LösungB-12.4 · Differentialgleichungen einfacher Art (HTL-Cluster)
Tiefe

Lesetiefe: Vertiefung

Schrift

Schriftgröße: Standard · Zeilenabstand: Kompakt

Medien immer laden: aus

Inhalt · 6 Abschnitte▾
  1. B 12 - Modellierung und lineare Optimierung
    • 01Wachstums- und Zerfallsmodelle◐
    • 02Lineare Optimierung (grafisches Verfahren)◐
    • 03Einfache Differentialgleichungen (HTL)●
    • 04Modellparameter aus Datenpunkten bestimmen◐
    • 05Halbwertszeit und Verdopplungszeit◐
    • 06Modellbewertung und Grenzen der Extrapolation●

6 Abschnitte · 30 Merksätze · 9 Formeln · 30 Fehlerwarnungen

§ 01
§ 01

Wachstums- und Zerfallsmodelle#

~4 Min Lesezeit●●○StandardLPB-12.1

Kernpunkte

Die Modellierung ist der Kern der angewandten Mathematik: Ein realer Vorgang wird durch eine Funktion beschrieben, mit ihr berechnet und prognostiziert. Bei Wachstums- und Zerfallsprozessen stehen vier Grundmodelle zur Wahl, deren richtige Auswahl der erste und wichtigste Schritt ist.
Lineares Wachstum N(t)=N0+a⋅tN(t)=N_0+a\cdot tN(t)=N0​+a⋅t addiert in gleichen Zeiten denselben Betrag aaa (konstanter Zuwachs); sein Graph ist eine Gerade. Es passt, wenn die Daten gleiche Differenzen aufweisen - etwa eine feste Sparrate ohne Verzinsung.
Exponentielles Wachstum N(t)=N0⋅qtN(t)=N_0\cdot q^{t}N(t)=N0​⋅qt multipliziert in gleichen Zeiten mit demselben Faktor qqq (konstante Quotienten, ). Es beschreibt Zinsen, Populationen und Zerfall - kennt aber keine Obergrenze und wächst daher langfristig unrealistisch stark.

Exponentielles Wachstum vs. Zerfall

Exponentielles Wachstum vs. ZerfallSchaubild von N(t) = N₀·a^t, a > 1, y-Achsenabschnitt bei y = 1, steigend, im Bereich x von 0 bis 8, Schaubild von a < 1 (Zerfall), y-Achsenabschnitt bei y = 1, fallend, im Bereich x von 0 bis 8, waagerechte Asymptote bei y = 012345678510152025N₀N → 0N(t) = N₀·at, a > 1a < 1 (Zerfall)Nt
Abb. 1Wachstumsfaktor a>1a > 1a>1 liefert J-Kurve, a<1a < 1a<1 asymptotischen Zerfall.
Abb. 1 ↓
Beschränktes Wachstum N(t)=K−(K−N0) e−ktN(t)=K-(K-N_0)\,\mathrm{e}^{-kt}N(t)=K−(K−N0​)e−kt nähert sich einer Sättigungsgrenze KKK von unten und wächst dabei stetig langsamer - typisch für Abkühlung oder das Befüllen eines Behälters. Es hat keinen Wendepunkt.
Logistisches Wachstum verbindet beide Welten zur S-Kurve: anfangs nahezu exponentiell, dann mit einem Wendepunkt bei halber Kapazität abflachend gegen die Grenze KKK (). Es ist das realistischste Modell für begrenzte Ressourcen und der Hauptunterschied zum beschränkten Wachstum (das keine S-Form hat).

Logistisches Wachstum gegen Kapazität K=1000

Logistisches Wachstum gegen Kapazität K = 1000Schaubild von N(t), y-Achsenabschnitt bei y = 50, steigend, im Bereich x von 0 bis 20, waagerechte Asymptote bei y = 100051015202004006008001000K = 1000N(t)N(t)t (Zeiteinheiten)
Abb. 2S-foermige Kurve - exponentiell am Anfang, gesättigt am Ende.
Abb. 2 ↓
Die Modellwahl prüft man am Datenmuster: gleiche Differenzen deuten auf linear, gleiche Quotienten auf exponentiell, eine erkennbare Sättigung auf beschränktes oder logistisches Wachstum. Häufige Fehler sind, ein Exponentialmodell über realistische Grenzen zu extrapolieren oder den Wachstumsfaktor qqq mit der Wachstumsrate p=q−1p=q-1p=q−1 zu verwechseln.

Vokabeln

→ Kartei
  • lineares WachstumGleichbleibender absoluter Zuwachs je Zeiteinheit.
  • exponentielles WachstumGleichbleibender relativer Zuwachs; der Bestand wird je Periode mit $q$ multipliziert.
  • beschränktes WachstumAnnäherung an eine Sättigungsgrenze; der Zuwachs ist proportional zum verbleibenden Abstand.
  • logistisches WachstumS-förmiger Verlauf mit Wendepunkt bei halber Sättigungsgrenze.
  • SättigungsgrenzeOberer Grenzwert $S$, dem sich der Bestand nähert.
  • WendepunktStelle größten Zuwachses beim logistischen Modell.

Exponentielles Wachstum / Zerfall

N(t)=N0⋅ekt  oder  N(t)=N0⋅qtN(t)=N_{0}\cdot \mathrm{e}^{kt}\;\text{oder}\;N(t)=N_{0}\cdot q^{t}N(t)=N0​⋅ektoderN(t)=N0​⋅qt

N0N_{0}N0​ ist der Anfangsbestand, qqq der Wachstumsfaktor je Zeiteinheit und k=ln⁡qk=\ln qk=lnq die Wachstumskonstante. Beide Schreibweisen beschreiben denselben Verlauf; k>0k>0k>0 bedeutet Wachstum, k<0k<0k<0 Abnahme.

Beschränktes Wachstum (Sättigung)

N(t)=K−(K−N0)e−ktN(t)=K-(K-N_{0})\mathrm{e}^{-kt}N(t)=K−(K−N0​)e−kt

KKK ist die Sättigungsgrenze, N0N_{0}N0​ der Anfangsbestand und k>0k>0k>0 die Annäherungskonstante. Der Zuwachs ist proportional zum verbleibenden Abstand K−NK-NK−N; die Kurve flacht von Anfang an ab und hat KEINEN Wendepunkt.

Logistisches Wachstum mit Kapazität K

N(t)=K1+(K−N0N0)e−ktN(t)=\dfrac{K}{1+\left(\tfrac{K-N_{0}}{N_{0}}\right)\mathrm{e}^{-kt}}N(t)=1+(N0​K−N0​​)e−ktK​

KKK ist die Kapazitätsgrenze, N0N_{0}N0​ der Anfangsbestand und kkk die Wachstumskonstante. Der Verlauf ist S-förmig: zunächst nahezu exponentiell, mit Wendepunkt bei N=K2N=\tfrac{K}{2}N=2K​ und anschließender Annäherung an KKK.

Interaktive Grafik lädt…

Interaktive Grafik lädt…

Musterbeispiel

Logistisches Wachstum modellieren

Eine Tierpopulation wird durch N(t)=8001+15e−0,3tN(t)=\tfrac{800}{1+15\mathrm{e}^{-0{,}3t}}N(t)=1+15e−0,3t800​ beschrieben. Bestimme Anfangs- und Sättigungswert sowie den Wendepunkt.

  1. 01Anfangswert

    N(0)=8001+15=80016=50N(0)=\tfrac{800}{1+15}=\tfrac{800}{16}=50N(0)=1+15800​=16800​=50.

  2. 02Sättigung

    lim⁡t→∞N(t)=800\lim_{t\to\infty}N(t)=800limt→∞​N(t)=800.

  3. 03Wendepunkt

    Beim logistischen Modell ist Wendepunkt bei halber Kapazität: N=400N=400N=400. Aus 400=8001+15e−0,3t400=\tfrac{800}{1+15\mathrm{e}^{-0{,}3t}}400=1+15e−0,3t800​ folgt 1+15e−0,3t=21+15\mathrm{e}^{-0{,}3t}=21+15e−0,3t=2, also e−0,3t=115\mathrm{e}^{-0{,}3t}=\tfrac{1}{15}e−0,3t=151​, t=ln⁡150,3≈9,03t=\tfrac{\ln 15}{0{,}3}\approx 9{,}03t=0,3ln15​≈9,03.

Ergebnis: Anfangswert 50, Sättigung 800, Wendepunkt (9,03 ∣ 400)(9{,}03\,|\,400)(9,03∣400).

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Prüfe zuerst Datenmuster: gleiche Differenzen oder gleiche Quotienten?

  2. 2

    Bei Sättigung kommt beschränktes oder logistisches Modell in Frage.

    Logistisches Wachstum gegen Kapazität K=1000

    Logistisches Wachstum gegen Kapazität K = 1000Schaubild von N(t), y-Achsenabschnitt bei y = 50, steigend, im Bereich x von 0 bis 20, waagerechte Asymptote bei y = 100051015202004006008001000K = 1000N(t)N(t)t (Zeiteinheiten)
    Abb.S-foermige Kurve - exponentiell am Anfang, gesättigt am Ende.
  3. 3

    Extrapoliere nur über sinnvolle Zeiträume.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank3 Punkte

Aufgabenstellung

Eine Stadt wächst exponentiell von 80 00080\,00080000 Einwohnern im Jahr 2010 auf 95 00095\,00095000 im Jahr 2020. Bestimme die jährliche Wachstumsrate und prognostiziere die Bevölkerung 2030. (HUM)

Maturafokus

  • Wähle das Modell aus dem Datenmuster: gleiche Differenzen bedeuten linear, gleiche Quotienten exponentiell, eine Sättigungsgrenze beschränkt oder logistisch.
  • Bestimme die Parameter rechnerisch aus zwei bzw. drei Datenpunkten - beim logistischen Modell braucht es die Sättigungsgrenze zusätzlich.
  • Deute jeden Parameter im Sachkontext: N0N_{0}N0​ Anfangsbestand, kkk Wachstumskonstante, SSS Sättigungsgrenze.
  • Unterscheide beschränktes Wachstum (N(t)=S−(S−N0)e−ktN(t)=S-(S-N_{0})\mathrm{e}^{-kt}N(t)=S−(S−N0​)e−kt, von Anfang an abflachend) vom logistischen (erst beschleunigt, dann abflachend, Wendepunkt bei S/2S/2S/2).
  • Nenne die Modellgrenze ausdrücklich - kein exponentielles Wachstum hält in der Wirklichkeit unbegrenzt an.

Typische Fehler

  • Das Exponentialmodell wird weit über den Datenbereich hinaus extrapoliert, ohne die Grenze zu nennen.
  • Beschränktes und logistisches Wachstum werden verwechselt; nur das logistische hat einen Wendepunkt.
  • Wachstumsfaktor und Wachstumsrate werden vertauscht: q=1,04q=1{,}04q=1,04 gegenüber p=0,04p=0{,}04p=0,04.
  • Die Sättigungsgrenze wird aus dem letzten Datenpunkt geschätzt statt aus dem Sachkontext begründet.
  • Ein fallender Bestand wird mit positivem kkk modelliert; beim Zerfall ist kkk negativ.

§ 01

Aktive Wiederholung

Eine Bakterienkultur verdoppelt sich alle 4 Stunden. Stelle ein Wachstumsmodell auf und bestimme die Anzahl nach 10 Stunden, wenn anfangs 200 Bakterien vorhanden sind.

Passende Aufgaben üben50 Fragen zum Thema→

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Formelsammlung SRDP Angewandte Mathematik (BHS) (BMBWF) · SRDP BHS - Aufgabenarchiv Angewandte Mathematik (IQS / BMBWF)

§ 02
§ 02

Lineare Optimierung (grafisches Verfahren)#

~4 Min Lesezeit●●○StandardLPB-12.3

Kernpunkte

Die lineare Optimierung löst Planungsprobleme mit knappen Ressourcen: Welche Produktmengen maximieren den Gewinn, wenn Arbeitszeit und Material begrenzt sind? Gesucht wird das Maximum (oder Minimum) einer linearen Zielfunktion z=a x+b yz=a\,x+b\,yz=ax+by unter mehreren linearen Nebenbedingungen.
Jede Restriktion ist eine Ungleichung (etwa 2x+3y≤602x+3y\leq 602x+3y≤60 für die Arbeitszeit), nicht eine Gleichung - sie als Gleichheit zu formulieren, ist ein häufiger Fehler. Hinzu kommen stets die Nichtnegativitätsbedingungen x,y≥0x,y\geq 0x,y≥0, da keine negativen Stückzahlen produziert werden.
Alle Ungleichungen zusammen begrenzen im Koordinatensystem den zulässigen Bereich - ein Polygon, dessen Punkte alle Bedingungen erfüllen (). Jede Restriktion „schneidet" eine Halbebene weg; was übrig bleibt, ist die Menge der realisierbaren Produktionspläne.

Lineare Optimierung - zulässiger Bereich

Lineare Optimierung: zulässiger BereichGeometrische Zeichnung, Optimum, zulässiger BereichOptimumx₁x₂zulässigerBereichZielfunktion
Abb. 3Der zulässige Bereich ist das Polygon aller Restriktionen; die Zielfunktion verschiebt sich parallel, ihr Optimum liegt stets in einer Ecke.
Abb. 3 ↓
Das Eckenprinzip ist der Schlüssel: Das Optimum einer linearen Zielfunktion liegt stets in einem Eckpunkt des zulässigen Bereichs (oder auf einer ganzen Kante). Man muss also nicht unendlich viele Punkte prüfen, sondern nur die endlich vielen Ecken.
Praktisch berechnet man daher die Eckpunkte als Schnittpunkte je zweier Restriktionsgeraden, wertet die Zielfunktion in jeder Ecke aus und wählt den besten Wert. Die grafische Alternative zeichnet die Zielfunktion als Geradenschar und verschiebt sie parallel bis zur letzten Ecke des Bereichs.
Häufige Fehler sind, den Eckpunkt am Schnitt der „falschen" Geraden zu wählen oder die Nichtnegativität zu vergessen. Weiterführend geben Schattenpreise an, wie stark sich das Optimum ändert, wenn man eine Ressourcengrenze lockert - in der Matura genügt meist das saubere Eckenverfahren mit Interpretation des optimalen Produktionsplans.

Vokabeln

→ Kartei
  • ZielfunktionZu maximierende oder zu minimierende lineare Funktion.
  • RestriktionNebenbedingung in Form einer linearen Ungleichung.
  • zulässiger BereichSchnittmenge aller Restriktionen; das Optimum liegt an seinem Rand.
  • EckpunktSchnittpunkt zweier begrenzender Randgeraden des zulässigen Bereichs.
  • Nichtnegativitätsbedingung$x\ge0$ und $y\ge0$; in Sachkontexten fast immer erforderlich.
  • IsogewinngeradeGerade gleichen Zielfunktionswerts; ihre Verschiebung zeigt das Optimum an.

Lineares Programm

z=ax+by→max⁡,u.B.d.N.  Ax⃗≤b⃗,  x⃗≥0⃗z=ax+by \to \max, \quad \text{u.B.d.N.}\;A\vec x\leq \vec b,\;\vec x\geq \vec 0z=ax+by→max,u.B.d.N.Ax≤b,x≥0

zzz ist die zu maximierende Zielfunktion, Ax⃗≤b⃗A\vec x\le\vec bAx≤b fasst die Restriktionen zusammen, x⃗≥0⃗\vec x\ge\vec0x≥0 sind die Nichtnegativitätsbedingungen. Das Optimum eines linearen Programms liegt stets in einem Eckpunkt des zulässigen Bereichs.

Der Start lädt die Simulation von PhET (University of Colorado).Bei PhET öffnen ↗
Musterbeispiel

Lineare Optimierung - Produktion zweier Produkte

Ein Betrieb stellt Produkte A und B her. Pro Stück AAA Deckungsbeitrag 40 Euro40\,\mathrm{Euro}40Euro, pro BBB 30 Euro30\,\mathrm{Euro}30Euro. Restriktionen: Maschine 2 A+B≤1002\,A+B\leq 1002A+B≤100, Material A+B≤80A+B\leq 80A+B≤80, A,B≥0A,B\geq 0A,B≥0. Maximiere den Deckungsbeitrag.

  1. 01Zielfunktion

    D(A,B)=40A+30BD(A,B)=40A+30BD(A,B)=40A+30B, soll maximiert werden.

  2. 02Eckpunkte des zulässigen Bereichs

    (0, 0)(0,\,0)(0,0), (0, 80)(0,\,80)(0,80), (20, 60)(20,\,60)(20,60), (50, 0)(50,\,0)(50,0).

  3. 03Werte berechnen

    D(0, 0)=0D(0,\,0)=0D(0,0)=0, D(0, 80)=2400D(0,\,80)=2400D(0,80)=2400, D(20, 60)=800+1800=2600D(20,\,60)=800+1800=2600D(20,60)=800+1800=2600, D(50, 0)=2000D(50,\,0)=2000D(50,0)=2000.

  4. 04Optimum

    Maximaler Deckungsbeitrag 2 600 Euro2\,600\,\mathrm{Euro}2600Euro bei A=20A=20A=20, B=60B=60B=60.

Ergebnis: Optimum: A=20A=20A=20, B=60B=60B=60, D=2 600 EuroD=2\,600\,\mathrm{Euro}D=2600Euro.

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Markiere zuerst den zulässigen Bereich durch Schneiden aller Ungleichungen.

    Lineare Optimierung - zulässiger Bereich

    Lineare Optimierung: zulässiger BereichGeometrische Zeichnung, Optimum, zulässiger BereichOptimumx₁x₂zulässigerBereichZielfunktion
    Abb.Der zulässige Bereich ist das Polygon aller Restriktionen; die Zielfunktion verschiebt sich parallel, ihr Optimum liegt stets in einer Ecke.
  2. 2

    Berechne die Eckpunkte als Schnittpunkte je zweier Restriktionen.

  3. 3

    Werte die Zielfunktion in allen Ecken aus und wähle das Optimum.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank4 Punkte

Aufgabenstellung

Eine Tischlerei stellt Stühle (xxx) und Bänke (yyy) her. Restriktionen: 2x+y≤122x+y\leq 122x+y≤12, x+2y≤10x+2y\leq 10x+2y≤10, x,y≥0x,y\geq 0x,y≥0. Maximiere z=30x+25yz=30x+25yz=30x+25y. (HTL)

Maturafokus

  • Formuliere jede Restriktion als UNGLEICHUNG und ergänze die Nichtnegativitätsbedingungen x≥0x\ge0x≥0, y≥0y\ge0y≥0.
  • Zeichne den zulässigen Bereich als Schnittmenge aller Halbebenen und schraffiere ihn eindeutig.
  • Berechne die Eckpunkte als Schnittpunkte der jeweils RICHTIGEN Randgeraden, nicht beliebiger Paare.
  • Werte die Zielfunktion an ALLEN Eckpunkten aus - das Optimum eines linearen Programms liegt stets in einer Ecke.
  • Deute das Ergebnis im Sachkontext samt Einheit und prüfe, ob die Lösung ganzzahlig sein muss.

Typische Fehler

  • Eine Restriktion wird mit Gleichheitszeichen formuliert; der zulässige Bereich schrumpft dadurch auf eine Gerade.
  • Der Eckpunkt wird als Schnitt zweier Geraden gewählt, die den zulässigen Bereich dort gar nicht begrenzen.
  • Die Nichtnegativitätsbedingungen werden vergessen; negative Produktionsmengen erscheinen als Lösung.
  • Nur ein Eckpunkt wird geprüft; das Optimum liegt an einer anderen Ecke.
  • Die Ganzzahligkeit wird ignoriert, obwohl es um Stückzahlen geht - dann ist auf zulässige ganze Werte zu prüfen.

§ 02

Aktive Wiederholung

Ein Betrieb produziert Sessel (xxx) und Tische (yyy). Pro Sessel 2 Stunden Arbeit, pro Tisch 3 Stunden; insgesamt 60 Stunden verfuegbar. Pro Sessel 1 m21\,\mathrm{m}^{2}1m2 Holz, pro Tisch 2 m22\,\mathrm{m}^{2}2m2; insgesamt 40 m240\,\mathrm{m}^{2}40m2. Deckungsbeitrag 505050 bzw. 80 Euro80\,\mathrm{Euro}80Euro. Maximiere.

Passende Aufgaben üben50 Fragen zum Thema→

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Formelsammlung SRDP Angewandte Mathematik (BHS) (BMBWF) · SRDP BHS - Aufgabenarchiv Angewandte Mathematik (IQS / BMBWF)

§ 03
§ 03

Einfache Differentialgleichungen (HTL)#

~3 Min Lesezeit●●●VertiefungLPB-12.4

Kernpunkte

Eine Differentialgleichung (DGL) beschreibt einen Prozess nicht durch die Funktion selbst, sondern durch den Zusammenhang zwischen ihr und ihrer Ableitung - also durch das Änderungsgesetz. Sie ist die natürliche Sprache der Naturwissenschaften und im HTL-Cluster ein eigener Schwerpunkt.
Das wichtigste Beispiel ist N′(t)=k N(t)N'(t)=k\,N(t)N′(t)=kN(t): „Die Änderungsrate ist proportional zum Bestand." Ihre Lösung ist das exponentielle Wachstum N(t)=N0 ektN(t)=N_0\,\mathrm{e}^{kt}N(t)=N0​ekt - genau die Eigenschaft, die schon bei der Ableitung der Exponentialfunktion (B 5) auftrat. Das Vorzeichen von kkk entscheidet über Wachstum (k>0k>0k>0) oder Zerfall (k<0k<0k<0).
Das Newtonsche Abkühlungsgesetz T′(t)=−k (T(t)−TU)T'(t)=-k\,(T(t)-T_U)T′(t)=−k(T(t)−TU​) besagt, dass die Abkühlrate proportional zur Temperaturdifferenz zur Umgebung ist. Seine Lösung T(t)=TU+(T0−TU) e−ktT(t)=T_U+(T_0-T_U)\,\mathrm{e}^{-kt}T(t)=TU​+(T0​−TU​)e−kt nähert sich asymptotisch der Umgebungstemperatur TUT_UTU​ () - ein beschränkter Prozess.

Newtonsches Abkühlungsgesetz

Newtonsche AbkühlungSchaubild von T(t), y-Achsenabschnitt bei y = 80, fallend, im Bereich x von 0 bis 60, waagerechte Asymptote bei y = 2010203040506020406080T₀ = 8060° nach 10 minUmgebung 20°CT(t)T (°C)t (min)
Abb. 4Die Lösung T(t)=TU+(T0−TU) e−ktT(t)=T_{U}+(T_{0}-T_{U})\,\mathrm{e}^{-kt}T(t)=TU​+(T0​−TU​)e−kt der Abkühl-DGL nähert sich asymptotisch der Umgebungstemperatur TU=20 ∘CT_{U}=20\,^{\circ}\mathrm{C}TU​=20∘C.
Abb. 4 ↓
Die logistische DGL N′(t)=k N(t) (1−N(t)K)N'(t)=k\,N(t)\,\bigl(1-\tfrac{N(t)}{K}\bigr)N′(t)=kN(t)(1−KN(t)​) bremst das Wachstum, je näher der Bestand der Kapazität KKK kommt; ihre Lösung ist die S-Kurve. So entsteht aus einem einfachen Änderungsgesetz das realistische Sättigungsverhalten.
Im HTL-Unterricht werden diese Standard-DGL hauptsächlich erkannt, nicht hergeleitet: Man identifiziert den Lösungstyp anhand der Struktur der Gleichung, setzt die Anfangsbedingung ein und bestimmt den Parameter kkk aus einem weiteren Datenpunkt.
Bei der Anwendung ist Sorgfalt mit dem Vorzeichen des Wachstumsfaktors und der Anfangsbedingung geboten; die Lösung darf nicht über ihren Gültigkeitsbereich hinaus extrapoliert werden. In der Matura folgt auf die Rechnung stets die Sachinterpretation der Lösung im jeweiligen Kontext.

Vokabeln

→ Kartei
  • DifferentialgleichungGleichung, die eine Funktion mit ihren Ableitungen verknüpft.
  • allgemeine LösungLösungsschar mit freier Konstante.
  • spezielle LösungAus der Anfangsbedingung eindeutig festgelegte Lösung.
  • AnfangsbedingungVorgegebener Funktionswert zu einem Zeitpunkt.
  • WachstumskonstanteFaktor $k$ in $N'=k\,N$; er steuert Richtung und Tempo.
  • GleichgewichtslösungKonstante Lösung, bei der die Ableitung null ist.

Exponential-DGL

N′(t)=kN(t)⇒N(t)=N0ektN'(t)=kN(t)\Rightarrow N(t)=N_{0}\mathrm{e}^{kt}N′(t)=kN(t)⇒N(t)=N0​ekt

Die Änderungsrate ist proportional zum Bestand - das ist die definierende Eigenschaft exponentiellen Wachstums. Die Konstante N0N_{0}N0​ folgt aus der Anfangsbedingung; ohne sie bleibt nur die allgemeine Lösungsschar.

Newtonsches Abkühlungsgesetz

T′(t)=−k(T(t)−TU)⇒T(t)=TU+(T0−TU)e−ktT'(t)=-k(T(t)-T_{U})\Rightarrow T(t)=T_{U}+(T_{0}-T_{U})\mathrm{e}^{-kt}T′(t)=−k(T(t)−TU​)⇒T(t)=TU​+(T0​−TU​)e−kt

TUT_{U}TU​ ist die konstante Umgebungstemperatur, T0T_{0}T0​ die Anfangstemperatur und k>0k>0k>0 die Abkühlungskonstante. Die Abkühlung ist proportional zum Temperaturunterschied; die Temperatur nähert sich TUT_{U}TU​, erreicht sie aber nie exakt.

Musterbeispiel

Newtonsches Abkühlungsgesetz anwenden

Anfangstemperatur 80∘C80^{\circ}\mathrm{C}80∘C, Umgebung 20∘C20^{\circ}\mathrm{C}20∘C, nach 10 min 60∘C60^{\circ}\mathrm{C}60∘C.

  1. 01Modell

    T(t)=20+60e−ktT(t)=20+60\mathrm{e}^{-kt}T(t)=20+60e−kt (mit T0−TU=60T_{0}-T_{U}=60T0​−TU​=60).

  2. 02k bestimmen

    60=20+60e−10k⇒e−10k=4060=2360=20+60\mathrm{e}^{-10k}\Rightarrow \mathrm{e}^{-10k}=\tfrac{40}{60}=\tfrac{2}{3}60=20+60e−10k⇒e−10k=6040​=32​, also k=ln⁡1,510≈0,0405k=\tfrac{\ln 1{,}5}{10}\approx 0{,}0405k=10ln1,5​≈0,0405.

  3. 03Temperatur nach 30 min

    T(30)=20+60e−1,216≈20+60⋅0,296≈37,8∘T(30)=20+60\mathrm{e}^{-1{,}216}\approx 20+60\cdot 0{,}296\approx 37{,}8^{\circ}T(30)=20+60e−1,216≈20+60⋅0,296≈37,8∘.

Ergebnis: Nach 303030 min ist die Temperatur ca. 37,8∘C37{,}8^{\circ}\mathrm{C}37,8∘C.

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Erkenne, welche Standard-DGL vorliegt - Exponential, Newton, logistisch.

  2. 2

    Setze die Anfangsbedingung ein, um Parameter zu bestimmen.

  3. 3

    Interpretiere die Lösung im Sachkontext.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank3 Punkte

Aufgabenstellung

Die Bestandsfunktion NNN erfüllt N′(t)=−0,08⋅N(t)N'(t)=-0{,}08\cdot N(t)N′(t)=−0,08⋅N(t). Bestimme den Lösungstyp und gib bei N(0)=500N(0)=500N(0)=500 die Funktion sowie den Wert nach 10 Zeiteinheiten an. (HTL)

Maturafokus

  • Ordne die Differentialgleichung ihrem Lösungstyp zu: N′=k NN'=k\,NN′=kN führt auf exponentielles, N′=k (S−N)N'=k\,(S-N)N′=k(S−N) auf beschränktes Wachstum.
  • Bestimme die freie Konstante immer aus der Anfangsbedingung und setze sie in die allgemeine Lösung ein.
  • Achte auf das Vorzeichen von kkk: positiv bedeutet Wachstum, negativ Abnahme.
  • Mache die Probe, indem du die gefundene Lösung ableitest und in die Differentialgleichung einsetzt.
  • Deute die Lösung im Sachkontext und nenne die Gültigkeitsgrenze des Modells.

Typische Fehler

  • Das Vorzeichen der Wachstumskonstanten wird verwechselt; aus Zerfall wird Wachstum.
  • Die Anfangsbedingung bleibt unbenutzt; die Lösung enthält eine unbestimmte Konstante.
  • Die Lösung wird über die Sättigung hinaus extrapoliert.
  • Die allgemeine Lösung wird als spezielle ausgegeben, obwohl der Anfangswert gegeben ist.
  • Die Probe unterbleibt; ein Vorzeichenfehler in der Lösung bleibt unentdeckt.

§ 03

Aktive Wiederholung

Eine Tasse Kaffee kühlt von 80∘C80^{\circ}\mathrm{C}80∘C in einem 20∘C20^{\circ}\mathrm{C}20∘C-Raum ab. Nach 101010 Minuten ist die Temperatur 60∘C60^{\circ}\mathrm{C}60∘C. Bestimme kkk und prognostiziere die Temperatur nach 303030 Minuten.

Passende Aufgaben üben50 Fragen zum Thema→

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Formelsammlung SRDP Angewandte Mathematik (BHS) (BMBWF) · SRDP BHS - Aufgabenarchiv Angewandte Mathematik (IQS / BMBWF)

§ 04
§ 04

Modellparameter aus Datenpunkten bestimmen#

~3 Min Lesezeit●●○StandardLPB-12.1

Kernpunkte

Ein Modell ist erst nutzbar, wenn seine Parameter bestimmt sind. Hat man den Modelltyp gewählt, legen gemessene Datenpunkte die freien Parameter eindeutig fest - ein Exponentialmodell etwa durch zwei Punkte (). Das ist die Brücke von der allgemeinen Funktionsklasse zur konkreten Prognosefunktion.

Modellkurve durch zwei Datenpunkte

Exponentialmodell aus zwei DatenpunktenSchaubild von N(t), y-Achsenabschnitt bei y = 213.3, steigend, im Bereich x von 0 bis 8123456782004006008001000N(t)Nt
Abb. 5Zwei Messpunkte legen das Exponentialmodell N(t)=N0 qtN(t)=N_{0}\,q^{t}N(t)=N0​qt eindeutig fest: aus dem Quotienten der Werte folgt qqq, aus einem Punkt dann N0N_{0}N0​.
Abb. 5 ↓
Beim linearen Modell N(t)=N0+a tN(t)=N_0+a\,tN(t)=N0​+at liefern zwei Datenpunkte alles: die Steigung a=N2−N1t2−t1a=\tfrac{N_2-N_1}{t_2-t_1}a=t2​−t1​N2​−N1​​ als Zuwachs pro Zeiteinheit und den Achsenabschnitt N0N_0N0​ durch Einsetzen eines Punktes.
Beim exponentiellen Modell N(t)=N0⋅qtN(t)=N_0\cdot q^{t}N(t)=N0​⋅qt ergibt sich der Wachstumsfaktor aus dem Quotienten zweier Werte: q=(N2N1)1/(t2−t1)q=\bigl(\tfrac{N_2}{N_1}\bigr)^{1/(t_2-t_1)}q=(N1​N2​​)1/(t2​−t1​). Entscheidend ist der Quotient (nicht die Differenz!) und der Wurzelexponent 1t2−t1\tfrac{1}{t_2-t_1}t2​−t1​1​, der den Zeitabstand berücksichtigt - beides zu übersehen, sind die häufigsten Fehler.
Wachstumsfaktor qqq und Wachstumsrate ppp hängen über q=1+pq=1+pq=1+p zusammen: Ein q=1,03q=1{,}03q=1,03 bedeutet 3 %3\,\%3% Wachstum, ein q=0,9q=0{,}9q=0,9 eine Abnahme um 10 %10\,\%10%. Die beiden zu verwechseln, verfälscht die Interpretation - qqq ist der Faktor, ppp die prozentuale Änderung.
Bei beschränkten und logistischen Modellen geht man zweistufig vor: Zuerst legt man die Kapazität KKK aus dem Sättigungsverhalten der Daten fest, dann bestimmt man kkk (und ggf. ccc) aus einem weiteren Punkt durch Logarithmieren. So braucht jedes Modell genau so viele Datenpunkte wie freie Parameter.
Die Plausibilitätsprüfung schließt jede Parameterbestimmung ab: Ein berechnetes q<1q<1q<1 bedeutet Abnahme, q>1q>1q>1 Zunahme, und dies muss zur Datenlage passen. In der Matura ist der Operator „bestimmen" wörtlich zu nehmen - die Parameter werden rechnerisch hergeleitet, nicht geraten, und die Modellwahl wird am Datenmuster begründet.

Vokabeln

→ Kartei
  • ParameterZahlenwert im Modellansatz, der aus Daten bestimmt wird.
  • WachstumsfaktorFaktor $q$ je Zeiteinheit.
  • AnfangswertFunktionswert bei $t=0$.
  • DatenpunktBeobachtetes Wertepaar aus Zeit und Bestand.
  • ModellanpassungBestimmung der Parameter so, dass das Modell die Daten trifft.
  • KontrollpunktNicht zur Anpassung verwendeter Datenpunkt; er prüft die Güte des Modells.

Wachstumsfaktor aus zwei Datenpunkten

q=(N2N1)1/(t2−t1),p=q−1q=\left(\dfrac{N_{2}}{N_{1}}\right)^{1/(t_{2}-t_{1})},\quad p=q-1q=(N1​N2​​)1/(t2​−t1​),p=q−1

N1N_{1}N1​ und N2N_{2}N2​ sind die Bestände zu den Zeitpunkten t1t_{1}t1​ und t2t_{2}t2​. Der Wurzelexponent ist der ZEITABSTAND - bei nicht benachbarten Datenpunkten ist er ungleich eins, und genau das wird übersehen.

Der Start lädt die Simulation von PhET (University of Colorado).Bei PhET öffnen ↗
Musterbeispiel

Exponentialmodell aus zwei Werten

Bestand N(2)=320N(2)=320N(2)=320 und N(6)=720N(6)=720N(6)=720. Bestimme qqq, N0N_{0}N0​ und das Modell.

  1. Schritt 1 - Wachstumsfaktor

    q=(720320)1/(6−2)=(2,25)1/4≈1,2247q=\left(\tfrac{720}{320}\right)^{1/(6-2)}=\left(2{,}25\right)^{1/4}\approx 1{,}2247q=(320720​)1/(6−2)=(2,25)1/4≈1,2247.

  2. Schritt 2 - Anfangswert

    Aus N(2)=N0 q2=320N(2)=N_{0}\,q^{2}=320N(2)=N0​q2=320 folgt N0=3201,22472=3201,5≈213,3N_{0}=\tfrac{320}{1{,}2247^{2}}=\tfrac{320}{1{,}5}\approx 213{,}3N0​=1,22472320​=1,5320​≈213,3.

  3. Schritt 3 - Modell und Interpretation

    Modell N(t)≈213,3⋅1,2247tN(t)\approx 213{,}3\cdot 1{,}2247^{t}N(t)≈213,3⋅1,2247t; jährliche Wachstumsrate p=q−1≈22,5 %p=q-1\approx 22{,}5\,\%p=q−1≈22,5%.

Ergebnis: Modell N(t)≈213,3⋅1,2247tN(t)\approx 213{,}3\cdot 1{,}2247^{t}N(t)≈213,3⋅1,2247t mit rund 22,5 %22{,}5\,\%22,5% Wachstum pro Zeiteinheit.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank2 Punkte

Aufgabenstellung

Eine Population beträgt im Jahr 0 genau 1 2001\,2001200 und im Jahr 3 genau 1 5001\,5001500 Tiere. Bestimme den jährlichen Wachstumsfaktor (auf vier Nachkommastellen). (HUM)

Maturafokus

  • Belege die Modellwahl am Datenmuster: gleiche Differenzen bedeuten linear, gleiche Quotienten exponentiell.
  • Berechne den Wachstumsfaktor beim Exponentialmodell als q=N2N1t2−t1q=\sqrt[t_{2}-t_{1}]{\tfrac{N_{2}}{N_{1}}}q=t2​−t1​N1​N2​​​ und achte auf den Zeitabstand im Wurzelexponenten.
  • Gib die Wachstumsrate in Prozent als p=(q−1)⋅100 %p=(q-1)\cdot100\,\%p=(q−1)⋅100% an.
  • Bestimme den Anfangswert durch Rückrechnen auf t=0t=0t=0, nicht durch Ablesen eines beliebigen Punktes.
  • Prüfe das gefundene Modell an einem DRITTEN Datenpunkt, der nicht zur Bestimmung verwendet wurde.

Typische Fehler

  • Beim Exponentialmodell wird die Differenz statt des Quotienten der Werte gebildet.
  • Der Zeitabstand t2−t1≠1t_{2}-t_{1}\neq1t2​−t1​=1 wird im Wurzelexponenten übersehen.
  • Wachstumsrate ppp und Wachstumsfaktor qqq werden verwechselt; es gilt p=q−1p=q-1p=q−1.
  • Die Parameter werden geraten oder grafisch geschätzt, obwohl der Operator „bestimmen" eine Rechnung verlangt.
  • Das Modell wird nicht an einem weiteren Datenpunkt geprüft; ein Ausreißer bleibt unbemerkt.

§ 04

Aktive Wiederholung

Ein Kapital wächst von 5 000 Euro5\,000\,\mathrm{Euro}5000Euro (Jahr 0) auf 6 200 Euro6\,200\,\mathrm{Euro}6200Euro (Jahr 5). Bestimme den jährlichen Wachstumsfaktor sowie die Wachstumsrate und gib das Modell N(t)N(t)N(t) an.

Passende Aufgaben üben50 Fragen zum Thema→

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Formelsammlung SRDP Angewandte Mathematik (BHS) (BMBWF) · SRDP BHS - Aufgabenarchiv Angewandte Mathematik (IQS / BMBWF)

§ 05
§ 05

Halbwertszeit und Verdopplungszeit#

~3 Min Lesezeit●●○StandardLPB-12.1

Kernpunkte

Verdopplungs- und Halbwertszeit sind die anschaulichen Kennzahlen exponentieller Prozesse (). Sie beantworten „wie lange dauert es, bis sich der Bestand verdoppelt (bzw. halbiert)?" und charakterisieren das Tempo eines Wachstums oder Zerfalls unabhängig vom Anfangswert.

Exponentielles Wachstum vs. Zerfall

Exponentielles Wachstum vs. ZerfallSchaubild von N(t) = N₀·a^t, a > 1, y-Achsenabschnitt bei y = 1, steigend, im Bereich x von 0 bis 8, Schaubild von a < 1 (Zerfall), y-Achsenabschnitt bei y = 1, fallend, im Bereich x von 0 bis 8, waagerechte Asymptote bei y = 012345678510152025N₀N → 0N(t) = N₀·at, a > 1a < 1 (Zerfall)Nt
Abb. 6Wachstumsfaktor a>1a > 1a>1 liefert J-Kurve, a<1a < 1a<1 asymptotischen Zerfall.
Abb. 6 ↓
Genau diese Unabhängigkeit ist das Kennzeichen: Beim exponentiellen Wachstum vergeht zwischen jeder Verdopplung dieselbe Zeitspanne - egal, ob von 100100100 auf 200200200 oder von 100010001000 auf 200020002000. Die Verdopplungszeit vom Anfangswert abhängig zu machen, ist ein typischer Denkfehler.
Hergeleitet wird sie aus N0 qt2=2N0N_0\,q^{t_2}=2N_0N0​qt2​=2N0​: Nach Kürzen von N0N_0N0​ und Logarithmieren folgt t2=ln⁡2ln⁡qt_2=\tfrac{\ln 2}{\ln q}t2​=lnqln2​, beim stetigen Modell N0 ektN_0\,\mathrm{e}^{kt}N0​ekt entsprechend t2=ln⁡2kt_2=\tfrac{\ln 2}{k}t2​=kln2​. Das Logarithmusgesetz ln⁡(qt)=tln⁡q\ln(q^{t})=t\ln qln(qt)=tlnq ist hier der Schlüssel - ln⁡2ln⁡q\tfrac{\ln 2}{\ln q}lnqln2​ und ln⁡2⋅ln⁡q\ln 2\cdot\ln qln2⋅lnq nicht zu verwechseln.
Beim Zerfall heißt die analoge Größe Halbwertszeit t1/2=ln⁡2∣k∣t_{1/2}=\tfrac{\ln 2}{|k|}t1/2​=∣k∣ln2​ (bzw. ln⁡0,5ln⁡q\tfrac{\ln 0{,}5}{\ln q}lnqln0,5​ mit q<1q<1q<1). Der Betrag bzw. das negative ln⁡0,5\ln 0{,}5ln0,5 sorgen dafür, dass eine positive Zeit herauskommt - mit positivem kkk zu rechnen, liefert fälschlich eine negative Halbwertszeit.
Zur schnellen Kontrolle dient die Faustregel „72": Die Verdopplungszeit in Jahren beträgt näherungsweise 72/p%72/p_\%72/p%​ - bei 4 %4\,\%4% Zins also etwa 181818 Jahre, sehr nahe am exakten Wert 17,6717{,}6717,67. So lässt sich ein Logarithmus-Ergebnis ohne Rechner plausibilisieren.
Halbwerts- und Verdopplungszeit kennzeichnen exponentielle Prozesse eindeutig und treten fächerübergreifend auf: in der Physik beim radioaktiven Zerfall, in der Medizin beim Wirkstoffabbau, in der Finanzmathematik bei der Kapitalverdopplung. In der Matura sind sie exakt über den Logarithmus zu berechnen und im Kontext zu deuten.

Vokabeln

→ Kartei
  • VerdopplungszeitZeitspanne, in der sich der Bestand verdoppelt; unabhängig vom Anfangswert.
  • HalbwertszeitZeitspanne, in der sich der Bestand halbiert.
  • 72er-RegelÜberschlag: Verdopplungszeit in Jahren $\approx\tfrac{72}{\text{Zinssatz in \%}}$.
  • ZerfallskonstanteNegativer Exponent $k$; sein Betrag steht im Nenner der Halbwertszeit.
  • exponentielle AbnahmeVerlauf mit konstantem prozentuellem Rückgang je Periode.
  • mittlere Lebensdauer$\tfrac{1}{|k|}$; um den Faktor $\ln 2$ länger als die Halbwertszeit.

Verdopplungs- und Halbwertszeit

t2=ln⁡2ln⁡q=ln⁡2k,t1/2=ln⁡2∣k∣t_{2}=\dfrac{\ln 2}{\ln q}=\dfrac{\ln 2}{k},\quad t_{1/2}=\dfrac{\ln 2}{|k|}t2​=lnqln2​=kln2​,t1/2​=∣k∣ln2​

kkk ist die Wachstums- bzw. Zerfallskonstante. Beim Zerfall ist kkk negativ, weshalb das Minuszeichen die Halbwertszeit positiv macht; beide Zeiten sind vom Anfangsbestand unabhängig.

Musterbeispiel

Halbwertszeit aus der Zerfallskonstante

Zerfall N(t)=N0e−0,11tN(t)=N_{0}\mathrm{e}^{-0{,}11t}N(t)=N0​e−0,11t (ttt in Tagen). Bestimme die Halbwertszeit.

  1. Schritt 1 - Ansatz

    Halbwertszeit: N0e−0,11 t1/2=12N0N_{0}\mathrm{e}^{-0{,}11\,t_{1/2}}=\tfrac{1}{2}N_{0}N0​e−0,11t1/2​=21​N0​.

  2. Schritt 2 - Logarithmieren

    e−0,11 t1/2=0,5⇒−0,11 t1/2=ln⁡0,5=−0,6931\mathrm{e}^{-0{,}11\,t_{1/2}}=0{,}5\Rightarrow -0{,}11\,t_{1/2}=\ln 0{,}5=-0{,}6931e−0,11t1/2​=0,5⇒−0,11t1/2​=ln0,5=−0,6931.

  3. Schritt 3 - Auflösen und Deuten

    t1/2=0,69310,11≈6,30t_{1/2}=\tfrac{0{,}6931}{0{,}11}\approx 6{,}30t1/2​=0,110,6931​≈6,30 Tage - nach gut sechs Tagen ist stets die Hälfte der jeweils vorhandenen Substanz zerfallen.

Ergebnis: Halbwertszeit t1/2≈6,3t_{1/2}\approx 6{,}3t1/2​≈6,3 Tage.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank2 Punkte

Aufgabenstellung

Ein Kapital wird mit 4 %4\,\%4% p.a. verzinst. Berechne die Verdopplungszeit und vergleiche sie mit der Näherung der 72er-Regel. (HAK)

Maturafokus

  • Berechne die Verdopplungszeit als t2=ln⁡2ln⁡qt_{2}=\tfrac{\ln 2}{\ln q}t2​=lnqln2​ bzw. ln⁡2k\tfrac{\ln 2}{k}kln2​ und die Halbwertszeit mit ∣k∣|k|∣k∣ im Nenner.
  • Gib die Halbwertszeit stets als POSITIVE Zeitspanne an, auch wenn kkk negativ ist.
  • Nutze die 72er-Regel als Plausibilitätskontrolle: Verdopplungszeit ≈72p\approx\tfrac{72}{p}≈p72​ mit ppp in Prozent.
  • Begründe, warum Verdopplungs- und Halbwertszeit vom Anfangswert UNABHÄNGIG sind - das ist gerade das Kennzeichen exponentiellen Verhaltens.
  • Runde kontextgerecht auf ganze Perioden auf, wenn nach vollen Jahren gefragt ist.

Typische Fehler

  • Das Logarithmusgesetz wird falsch angewandt: Es gilt ln⁡2ln⁡q\tfrac{\ln 2}{\ln q}lnqln2​, nicht ln⁡2⋅ln⁡q\ln 2\cdot\ln qln2⋅lnq.
  • Beim Zerfall wird mit positivem kkk gerechnet und eine negative Halbwertszeit angegeben.
  • Die Verdopplungszeit wird vom Anfangswert abhängig gemacht; sie ist es nicht.
  • Die 72er-Regel wird als exakte Formel verwendet statt als Überschlag.
  • Halbwertszeit und mittlere Lebensdauer werden gleichgesetzt; sie unterscheiden sich um den Faktor ln⁡2\ln 2ln2.

§ 05

Aktive Wiederholung

Ein radioaktives Präparat zerfällt nach N(t)=N0e−0,11tN(t)=N_{0}\mathrm{e}^{-0{,}11t}N(t)=N0​e−0,11t (ttt in Tagen). Berechne die Halbwertszeit und interpretiere das Ergebnis.

Passende Aufgaben üben50 Fragen zum Thema→

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Formelsammlung SRDP Angewandte Mathematik (BHS) (BMBWF) · SRDP BHS - Aufgabenarchiv Angewandte Mathematik (IQS / BMBWF)

§ 06
§ 06

Modellbewertung und Grenzen der Extrapolation#

~3 Min Lesezeit●●●VertiefungLPB-12.1LPB-12.2

Kernpunkte

Ein gutes Modellierungsergebnis endet nicht mit der Rechnung, sondern mit der Bewertung: Wie tragfähig ist das Modell, und wo liegen seine Grenzen? Jedes mathematische Modell ist eine Vereinfachung der Wirklichkeit, und seine Aussagekraft endet dort, wo seine Annahmen nicht mehr gelten.
Das klassische Beispiel ist das Exponentialmodell: Es überschätzt langfristig dramatisch, weil es keine Sättigung kennt - eine Population kann nicht unbegrenzt wachsen, ein Umsatz nicht ewig exponentiell steigen. Bei begrenzten Ressourcen ist das logistische Modell mit seiner Kapazitätsgrenze realistischer ().

Logistisches Wachstum gegen Kapazität K=1000

Logistisches Wachstum gegen Kapazität K = 1000Schaubild von N(t), y-Achsenabschnitt bei y = 50, steigend, im Bereich x von 0 bis 20, waagerechte Asymptote bei y = 100051015202004006008001000K = 1000N(t)N(t)t (Zeiteinheiten)
Abb. 7S-foermige Kurve - exponentiell am Anfang, gesättigt am Ende.
Abb. 7 ↓
Zentral ist die Unterscheidung von Interpolation und Extrapolation: Werte innerhalb des Datenbereichs (Interpolation) sind meist verlässlich, Vorhersagen über den Datenbereich hinaus (Extrapolation) werden mit wachsender Distanz zunehmend unsicher. Eine Prognose über 100100100 Jahre ist daher mit großer Vorsicht zu genießen.
Die Modellgüte lässt sich überprüfen, indem man Modellwerte mit weiteren, nicht zur Anpassung verwendeten Messdaten vergleicht, oder über das Bestimmtheitsmaß R2R^{2}R2 der Regression (B 7). Ein hohes R2R^{2}R2 belegt allerdings nur die Passung im Datenbereich, nicht die Gültigkeit der Extrapolation.
Die Sensitivität ist ein weiterer Bewertungsaspekt: Kleine Änderungen der Parameter - etwa der Wachstumsrate um wenige Zehntelprozent - können langfristige Prognosen stark verschieben. Diese Unsicherheit muss bei Entscheidungen offen kommuniziert werden, statt eine Scheingenauigkeit vorzutäuschen.
In der Matura ist die Modellkritik im Anforderungsbereich III gefragt: die Eignung und Grenzen eines Modells begründen, eine weit reichende Extrapolation kritisch hinterfragen und konkurrierende Modelle (exponentiell vs. logistisch) anhand der Daten abwägen. Reine Rechnung ohne diese Bewertung kostet Punkte - und „hohe Korrelation" ist nie ein Beweis für Kausalität.

Vokabeln

→ Kartei
  • ModellbildungÜbersetzung eines Sachverhalts in mathematische Beziehungen.
  • ModellkritikBeurteilung von Annahmen, Anpassungsgüte und Gültigkeitsbereich.
  • InterpolationAuswertung innerhalb des Datenbereichs; in der Regel zulässig.
  • ExtrapolationAuswertung außerhalb des Datenbereichs; nur mit ausdrücklichem Vorbehalt.
  • AnpassungsgüteMaß dafür, wie gut das Modell die Daten trifft.
  • ÜberanpassungModell, das die Streuung der Daten mitmodelliert und dadurch schlecht vorhersagt.

Konkurrierende Wachstumsmodelle

Nexp(t)=N0qt  vs.  Nlog(t)=K1+c e−ktN_{\text{exp}}(t)=N_{0}q^{t}\;\text{vs.}\;N_{\text{log}}(t)=\dfrac{K}{1+c\,\mathrm{e}^{-kt}}Nexp​(t)=N0​qtvs.Nlog​(t)=1+ce−ktK​

Beide Modelle können dieselben frühen Daten gleich gut treffen und dennoch völlig verschieden extrapolieren: Das exponentielle wächst unbegrenzt, das logistische nähert sich der Kapazität KKK. Die Entscheidung zwischen ihnen ist eine Sachfrage, keine Rechenfrage.

Musterbeispiel

Exponentielles vs. logistisches Modell beurteilen

Eine Population folgt zunächst N(t)=100⋅1,5tN(t)=100\cdot 1{,}5^{t}N(t)=100⋅1,5t. Beurteile, bis wann dieses Modell sinnvoll ist, wenn der Lebensraum höchstens 5 0005\,0005000 Individuen trägt.

  1. Schritt 1 - Grenze bestimmen

    Kapazitätsgrenze erreicht, wenn 100⋅1,5t=5 000⇒1,5t=50⇒t=ln⁡50ln⁡1,5≈9,65100\cdot 1{,}5^{t}=5\,000\Rightarrow 1{,}5^{t}=50\Rightarrow t=\tfrac{\ln 50}{\ln 1{,}5}\approx 9{,}65100⋅1,5t=5000⇒1,5t=50⇒t=ln1,5ln50​≈9,65.

  2. Schritt 2 - Bewerten

    Ab t≈9,65t\approx 9{,}65t≈9,65 liefert das Exponentialmodell unrealistisch hohe Werte, weil es die Kapazitätsgrenze ignoriert.

  3. Schritt 3 - Alternative

    Geeigneter ist ein logistisches Modell mit Kapazität K=5 000K=5\,000K=5000, das anfangs nahezu exponentiell verläuft und gegen KKK sättigt.

Ergebnis: Das Exponentialmodell ist nur etwa für t<9,65t<9{,}65t<9,65 tragfähig; danach ist ein logistisches Modell vorzuziehen.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank3 Punkte

Aufgabenstellung

Ein Unternehmen modelliert seinen Umsatz exponentiell und prognostiziert daraus den Umsatz in 15 Jahren. Beurteile diese Prognose und nenne zwei Faktoren, welche die Aussagekraft begrenzen. (HAK)

Maturafokus

  • Begründe die Modellwahl aus dem Sachverhalt UND aus den Daten; beides gehört in eine vollständige Beurteilung.
  • Nenne bei jeder Extrapolation ausdrücklich, wie weit über den Datenbereich hinaus gerechnet wird und was dagegen spricht.
  • Vergleiche konkurrierende Modelle an konkreten Kriterien - Anpassungsgüte, Plausibilität der Parameter, Verhalten für große ttt.
  • Halte die Grenze zwischen Zusammenhang und Ursache: Eine hohe Korrelation ist kein Kausalitätsnachweis.
  • Schließe jede Modellaufgabe mit einem Bewertungssatz ab - eine reine Rechnung erfüllt den Operator „beurteilen" nicht.

Typische Fehler

  • Ein gut passendes Modell wird unbegrenzt extrapoliert, ohne Sättigungs- oder Realitätsgrenzen zu nennen.
  • Hohe Korrelation wird als Beweis für Kausalität gedeutet.
  • Die Modellkritik fehlt vollständig; im Anforderungsbereich III kostet das die Punkte.
  • Die Anpassungsgüte wird allein am Bestimmtheitsmaß festgemacht; ein überangepasstes Modell hat ebenfalls ein hohes R2R^{2}R2.
  • Die Parameter werden nicht auf Plausibilität geprüft - eine negative Sättigungsgrenze etwa ist sachlich unmöglich.

§ 06

Aktive Wiederholung

Ein exponentielles Modell sagt für eine Stadt in 100 Jahren mehr Einwohner voraus, als die Region beherbergen kann. Beurteile die Aussagekraft des Modells und schlage eine geeignetere Modellklasse vor.

Passende Aufgaben üben50 Fragen zum Thema→

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: Formelsammlung SRDP Angewandte Mathematik (BHS) (BMBWF) · SRDP BHS - Aufgabenarchiv Angewandte Mathematik (IQS / BMBWF)

Stand 06/2026 · Vollständige Fassung über den Tiefenregler — gleiche Stelle, gleiche Anker

Inhalt

Abschnitt -- / 06

    • 01Wachstums- und Zerfallsmodelle◐
    • 02Lineare Optimierung (grafisches Verfahren)◐
    • 03Einfache Differentialgleichungen (HTL)●
    • 04Modellparameter aus Datenpunkten bestimmen◐
    • 05Halbwertszeit und Verdopplungszeit◐
    • 06Modellbewertung und Grenzen der Extrapolation●

0/6 Gelesen

Aus den Notizen ins Training

B 12 - Modellierung und lineare Optimierung

Festige dieses Thema an passenden Aufgaben aus der Fragenbank.

~21
Min
4
Kompetenzen
50
Fragen
Üben
Beispielfrage

Eine Stadt wächst exponentiell von 80 00080\,00080000 Einwohnern im Jahr 2010 auf 95 00095\,00095000 im Jahr 2020. Bestimme die jährliche Wachstumsrate und prognostiziere die Bevölkerung 2030. (HUM)

3 BE · 2023

Zur Fragenbank
Wiederholung planen

Belege & Quellen

Quellen

BMBWF

  • Formelsammlung SRDP Angewandte Mathematik (BHS)

IQS / BMBWF

  • SRDP BHS - Aufgabenarchiv Angewandte Mathematik

Siehe auch

  • B 4 - Funktionale Zusammenhänge in AnwendungssituationenDie Modelltypen - linear, exponentiell, logistisch - sind dort als Funktionen eingeführt.
  • B 5 - Differentialrechnung in AnwendungenDifferentialgleichungen beschreiben Wachstum über die Ableitung des Bestands.
  • B 13 - Cluster-Anwendungen und PrüfungsstrategieModellkritik und Extrapolationsgrenzen sind der Kern des Anforderungsbereichs III.

Vorheriges Thema

B 11 - Wirtschaftsmathematik: Kosten, Erlös, Gewinn

Nächstes Thema

B 13 - Cluster-Anwendungen und Prüfungsstrategie

EuraStudy·Notizen T·12·MMXXVI

Weiter mit dem nächsten Thema — der Lernpfad bleibt erhalten.