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Notizen/Englisch/Textsorten B - Letter to the Editor, Newsletter, Report, Review, Summary
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Textsorten B - Letter to the Editor, Newsletter, Report, Review, Summary

Die zweite Hälfte der zehn SRDP-Textsorten: Konventionen, Aufbau, Modelltexte mit Annotation, IQS-Bewertungsraster.

6 Abschnitte·~23 Min Lesezeit·5 Kompetenzen·Stand 06/2026

T·0777 / 13
Prüfungsprofil
AHS-W-LtE · Letter to the Editor verfassenAHS-W-News · Newsletter / informativen Rundbrief verfassenAHS-W-Rep · Report (formell-sachlich) verfassenAHS-W-Rev · Review (Film / Buch / Restaurant / Veranstaltung) verfassenAHS-W-Sum · Summary - sachliche Zusammenfassung verfassen
Tiefe

Lesetiefe: Vertiefung

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Inhalt · 6 Abschnitte▾
  1. Textsorten B - Letter to the Editor, Newsletter, Report, Review, Summary
    • 01Letter to the Editor - öffentliche Stellungnahme●
    • 02Newsletter - regelmäßiger Informationsbrief an eine Community◐
    • 03Report - sachlich-formelle Berichterstattung●
    • 04Review - Film, Buch, Restaurant oder Veranstaltung◐
    • 05Summary - sachliche Zusammenfassung eines Textes◐
    • 06Textsorte und Register entschlüsseln - vom Prompt zur richtigen Form◐

6 Abschnitte · 30 Merksätze · 0 Formeln · 30 Fehlerwarnungen

§ 01
§ 01

Letter to the Editor - öffentliche Stellungnahme#

~4 Min Lesezeit●●●VertiefungLPE-W-LtE-1.1

Kernpunkte

Der Letter to the Editor richtet sich an die Chefredaktion einer Zeitung und ist eine öffentliche Stellungnahme zu einem zuvor erschienenen Artikel oder einem aktuellen Thema. zeigt seinen Aufbau. Er ist formal wie eine geschäftliche E-Mail und argumentativ wie ein Essay — diese Doppelnatur ist der Grund, warum er als eigene Textsorte geprüft wird.

Letter to the Editor - Textsortenmerkmale

Letter to the EditorTabelle mit 3 Spalten und 4 Zeilen, Daten: Merkmal · Konvention · Beispiel; Anrede · Dear Editor, · formal; Register · formal-sachlich · kein Slang; Aufbau · Bezug + Position · Re: your article; Schluss · Forderung · Yours faithfullyMerkmalKonventionBeispielAnredeDear Editor,formalRegisterformal-sachlichkein SlangAufbauBezug + PositionRe: your articleSchlussForderungYours faithfully
Abb. 1Eine öffentliche, formale Stellungnahme an eine Redaktion: fester Bezug auf den Artikel, klare Position, evidenzgestützte Argumente und ein zur Anrede passender Schlussgruss.
Abb. 1 ↓
Der Bezug steht in der Einleitung und muss konkret sein: Titel des Artikels und Erscheinungsdatum. „With reference to your article ‚Cities under pressure' of 12 May, I would like to raise a concern." Ohne diesen Bezug weiß die Redaktion nicht, worauf sich der Brief bezieht — und die Textsorte ist verfehlt, so gut die Argumente auch sein mögen.
Der Aufbau folgt der formellen Konvention: Anrede („Dear Sir/Madam," oder „Dear Editor,"), Einleitung mit Bezug und Position, Body mit Argumenten und Belegen, Schluss mit Forderung oder Empfehlung, Grußformel „Yours faithfully" plus Name. Nach „Dear Sir/Madam" gehört zwingend „Yours faithfully" — „Yours sincerely" ist der klassische Konventionsfehler.
Die Position gehört in die ersten zwei Sätze. Anders als im Essay, wo die These am Ende der Einleitung stehen darf, erwartet ein Leserbrief sofort zu wissen, wofür oder wogegen geschrieben wird. Danach tragen die Argumente — jedes mit einem konkreten Beleg, weil ein Leserbrief ohne Belege als bloße Meinungsäußerung gelesen wird.
Der Ton ist engagiert, aber sachlich. Hedging schafft hier Glaubwürdigkeit statt Unschärfe: „it would seem that", „one may well argue that", „the figures suggest". Persönliche Angriffe auf Autorinnen, Autoren oder Gruppen verfehlen die Textsorte vollständig — der Leserbrief kritisiert Argumente und Entscheidungen, nicht Personen.
Der Schluss ist eine Forderung oder eine prinzipielle Feststellung, keine Hoffnung. „I urge the city council to publish the traffic data before the next vote" trägt; „I hope something changes" trägt nicht. Die typischen Schlussformeln lauten „I urge …", „It is high time that …", „Readers deserve …".

Vokabeln

→ Kartei
  • Letter to the Editor/ˈletə tə ði ˈedɪtə/Leserbrief an die Chefredaktion.
  • with reference to/wɪð ˈrefrəns tuː/Mit Bezug auf; leitet den Artikelbezug ein.
  • to urge/ɜːdʒ/Nachdrücklich fordern; Schlussformel.
  • it is high time that/ɪt ɪz haɪ taɪm ðæt/Es ist höchste Zeit, dass.
  • Yours faithfully/jɔːz ˈfeɪθfəli/Grußformel nach "Dear Sir/Madam".
  • public discourse/ˈpʌblɪk ˈdɪskɔːs/Öffentliche Debatte, in die der Brief eingreift.
Musterbeispiel

Modell-Letter to the Editor: gegen Schuluniformen

Write a 250-word letter to the editor responding to a pro-uniform article.

  1. 01Anrede + Subject

    Dear Editor,

  2. 02Einleitung

    "I read with interest your article 'Why we should reintroduce school uniforms in Austria' (12 March). While the author makes a number of valid points, I respectfully disagree with the central premise that uniforms would benefit Austrian secondary education."

  3. 03Body 1

    "For one thing, the evidence cited - improved discipline in select UK schools - is far from conclusive. A 2022 meta-analysis published in the British Educational Research Journal found that uniform policies had a negligible effect on academic outcomes once socio-economic factors were controlled for."

  4. 04Body 2

    "More importantly, mandatory uniforms run counter to the spirit of the Austrian Lehrplan, which explicitly fosters individual expression as part of social and emotional learning. Stripping students of the chance to develop a personal style sends precisely the wrong signal at a time when teenagers are urged to think for themselves."

  5. 05Schluss + Forderung

    "Rather than importing a borrowed solution, I would urge your editorial team to look at home-grown initiatives - such as anti-bullying programmes and inclusive dress codes - which tackle the real issues without curtailing personal freedom. Yours faithfully, Markus Hofer"

  6. 06C1 markers

    Hedging: "far from conclusive", "I respectfully disagree", "I would urge". Kollokationen: socio-economic factors, negligible effect, curtail personal freedom. Idiom: "borrowed solution".

Ergebnis: Gerüst ca. 175 Wörter (für die Abgabe auf rund 250 Wörter ausbauen, sonst Punktabzug wegen Unterlänge); klare Position, evidenzgestuetzt, formeller Brief. Bei voll ausgebautem Text erreichbar: Inhalt 5/5, Aufbau 5/5, Sprachgebrauch 5/5, Sprachrichtigkeit 5/5.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank20 Punkte

Aufgabenstellung

Schreibe einen Letter to the Editor (250 +/- 10 % Wörter) als Antwort auf einen Artikel zur Einführung einer 4-Tage-Schulwoche. Berücksichtige: 1) Bezug auf den Artikel + eigene Position, 2) zwei stärkste Gegenargumente mit Beleg, 3) konstruktiver Alternativvorschlag, 4) Schluss mit Forderung.

Maturafokus

  • Bezug auf Artikel mit Titel + Datum in der Einleitung.
  • Klare Position innerhalb der ersten zwei Sätze.
  • Argumente mit konkreten Beispielen / Daten stärken.
  • Höflich, aber bestimmt im Ton.
  • Schluss-Forderung: "I urge ...", "It is high time that ...".

Typische Fehler

  • Subject / Bezug fehlt - Editor weiß nicht, worauf sich der Brief bezieht.
  • Ton zu informell oder zu polemisch.
  • Argumente ohne Belege.
  • Schluss zu unbestimmt ("I hope something changes.").
  • Falsche Schlussformel (Yours sincerely bei Dear Sir/Madam).

§ 01

Aktive Wiederholung

Write a 250-word letter to the editor of The Times responding to an article published on 12 March titled "Why we should reintroduce school uniforms in Austria". Take a clear position, present two counter-arguments, and call for a specific policy direction.

Passende Aufgaben üben50 Fragen zum Thema→

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: SRDP Englisch - Standardisierte Reife- und Diplomprüfung (BMBWF / IQS) · Cambridge English B2 First - Handbook for Teachers (Schreibdeskriptoren) (Cambridge University Press & Assessment) · Matura.gv.at - Aufgabenarchiv Englisch (BHS und AHS) (BMBWF / IQS) · IQS Beurteilungsraster Englisch - Schreiben (IQS)

§ 02
§ 02

Newsletter - regelmäßiger Informationsbrief an eine Community#

~4 Min Lesezeit●●○StandardLPE-W-News-1.1

Kernpunkte

Der Newsletter ist ein regelmäßiger Informationsbrief an die Mitglieder einer Schule, eines Vereins oder einer Organisation. zeigt sein Erkennungsmerkmal: Er ist kein durchlaufender Brief, sondern eine in Rubriken gegliederte Mitteilung an viele — Zwischenüberschriften sind hier Konvention, nicht Zierrat.

Newsletter - Textsortenmerkmale

NewsletterTabelle mit 3 Spalten und 4 Zeilen, Daten: Merkmal · Konvention · Beispiel; Adressat · Community · wir / our; Register · freundlich · einladend; Aufbau · Rubriken · Zwischentitel; Schluss · Ausblick/Aufruf · Save the date!MerkmalKonventionBeispielAdressatCommunitywir / ourRegisterfreundlicheinladendAufbauRubrikenZwischentitelSchlussAusblick/AufrufSave the date!
Abb. 2Ein freundlicher Informationsbrief an eine Community: wir-Form, klar mit Zwischenüberschriften gegliederte Rubriken, konkrete Termine und ein einladender Schlussaufruf.
Abb. 2 ↓
Der Aufbau ist fest: Titel mit Datum oder Ausgabennummer, Einleitung mit Begrüßung und Themenübersicht, Body aus drei bis vier Abschnitten mit eigenen Zwischenüberschriften, Schluss mit Ausblick und Aufruf, Signatur. Fehlen die Zwischenüberschriften, liest sich der Text wie ein gewöhnlicher Brief — und genau das kostet Aufbau-Punkte.
Die Zwischenüberschriften müssen informativ sein, nicht generisch: „Spring concert on 14 April" statt „News", „New library opening hours" statt „Information". Eine gute Zwischenüberschrift nimmt die Kernaussage ihres Abschnitts vorweg — dann funktioniert der Newsletter auch für Lesende, die nur die Überschriften überfliegen.
Das Register ist semi-formal und einladend. Die Pronomen „we" und „our" sind das sprachliche Mittel, das Gemeinschaft herstellt: „our school choir", „we are delighted to announce". Behördensprache verfehlt den Ton ebenso wie Chatsprache — der Newsletter spricht zu Bekannten, nicht zu Fremden und nicht zu Freunden.
Der Inhalt besteht aus Veranstaltungen, Erfolgen, Ankündigungen und praktischen Hinweisen. Jede Rubrik braucht konkrete Angaben: Datum, Uhrzeit, Ort, gegebenenfalls Anmeldefrist. Ein Termin ohne Datum oder Ort ist für die Leserschaft unbrauchbar — und das fällt in der Bewertung unter Inhalt, nicht unter Sorgfalt.
Der Schluss trägt einen Ausblick und einen konkreten Aufruf: „Looking forward to seeing you at the spring concert", „Save the date — enrolment opens on 2 September". Er ist zugleich der natürliche Ort für die Signatur mit Rolle („Anna Berger, Student Council Chair"), die dem Newsletter seine Absenderidentität gibt.

Vokabeln

→ Kartei
  • newsletter/ˈnjuːzletə/Regelmäßiger Informationsbrief an eine Gruppe.
  • subheading/ˈsʌbhedɪŋ/Zwischenüberschrift; Newsletter-Konvention.
  • to be delighted to announce/biː dɪˈlaɪtɪd tu əˈnaʊns/Mit Freude bekannt geben.
  • Save the date/seɪv ðə deɪt/Termin vormerken; Aufruf am Schluss.
  • enrolment/ɪnˈrəʊlmənt/Anmeldung / Einschreibung.
  • community/kəˈmjuːnəti/Gemeinschaft; Adressat des Newsletters.
Musterbeispiel

Modell-Newsletter: English Club Spring Edition

Write a 250-word newsletter for an English Club.

  1. 01Titel + Datum

    English Club Newsletter - Spring 2026 Edition

  2. 02Einleitung

    "Dear members, welcome to our spring edition! With exam season looming, we have packed plenty of inspiration into the next few pages. Here is what is happening."

  3. 03Section 1 - Edinburgh recap

    Edinburgh Recap: A Trip to Remember "Twenty-eight of us returned from Edinburgh in early April, voices hoarse from karaoke and rucksacks full of shortbread. Highlights included a ghost tour of the Royal Mile and a meeting with students from George Watson's College, our new partner school. A heartfelt thank-you to Ms Sander for organising the entire week."

  4. 04Section 2 - Debate competition

    Save the Date: National Debate Final "The Austrian Schools Debating Final will take place on Saturday, 18 May, at the Diplomatic Academy in Vienna. Our team has reached the quarter-finals - come along and cheer us on. Doors open at 9 a.m.; tickets are free for club members."

  5. 05Section 3 - New members

    Calling All Word Lovers "Are you the kind of person who finishes a book and immediately starts the next one? Or someone who watches Netflix without subtitles? We need you. Our next open meeting is on Thursday, 25 April, 4 p.m., room A203."

  6. 06Schluss

    A Word from the Coordinator "Whether you are joining for the laughs, the fluency or the snacks, you are very welcome. Looking forward to seeing many of you very soon! Warm regards, The English Club Team"

  7. 07C1 markers

    Hedging: "with exam season looming". Idiome: "voices hoarse", "save the date". Präzise Lexis: heartfelt thank-you, quarter-finals, partner school.

Ergebnis: Endtext ca. 250 Wörter, vier Sections mit Überschriften, eindeutige Termine + Orte, einladender Ton. Erwartet: 5/5/5/5.

Maturafokus

  • Zwischenüberschriften pro Section (mind. 2-3) - das ist Newsletter-Konvention.
  • Klare Datums-/Terminangaben in jeder Section.
  • Aktiver, einladender Ton; keine Behörden-Sprache.
  • Visuelle Strukturierung selbst im Fließtext (durch Absatz + Überschrift).
  • Schluss mit "Looking forward to seeing you at ..." oder "Save the date!".

Typische Fehler

  • Keine Zwischenüberschriften - der Newsletter wirkt wie ein gewöhnlicher Brief.
  • Ton zu formell - Newsletter ist freundlich.
  • Überschriften zu vage ("News", "Information").
  • Schluss-Aufruf fehlt.
  • Termine ohne Datum oder Ort - unbrauchbar.

§ 02

Aktive Wiederholung

Write a 250-word newsletter for your school's English Club covering: 1) recap of the spring trip to Edinburgh, 2) upcoming debate competition with date and venue, 3) call for new members, 4) message from the club coordinator.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: SRDP Englisch - Standardisierte Reife- und Diplomprüfung (BMBWF / IQS) · Cambridge English B2 First - Handbook for Teachers (Schreibdeskriptoren) (Cambridge University Press & Assessment) · IQS Beurteilungsraster Englisch - Schreiben (IQS)

§ 03
§ 03

Report - sachlich-formelle Berichterstattung#

~4 Min Lesezeit●●●VertiefungLPE-W-Rep-1.1

Kernpunkte

Der Report ist ein sachlich-formeller Bericht an eine auftraggebende Stelle — Schulleitung, Stadtrat, Vereinsvorstand. Er analysiert eine Situation auf Datenbasis und mündet in Empfehlungen. zeigt das Register: unpersönlich, passivlastig, faktenorientiert. Die eigene Meinung tritt zurück; der Report berichtet und empfiehlt, er argumentiert nicht wie ein Essay.

Report - Textsortenmerkmale

ReportTabelle mit 3 Spalten und 4 Zeilen, Daten: Merkmal · Konvention · Beispiel; Adressat · Auftraggeber · to the head; Register · formal-neutral · keine Ich-Meinung; Aufbau · Überschriften · Findings, Recs; Sprache · sachlich/Passiv · It was found ...MerkmalKonventionBeispielAdressatAuftraggeberto the headRegisterformal-neutralkeine Ich-MeinungAufbauÜberschriftenFindings, RecsSprachesachlich/PassivIt was found ...
Abb. 3Ein sachlich-formeller Bericht an einen Auftraggeberin: neutrales Register ohne Ich-Meinung, gegliedert mit Überschriften, oft Findings und Recommendations am Schluss.
Abb. 3 ↓
Die Vier-Block-Struktur ist die Textsortenkonvention und wird mit Überschriften sichtbar gemacht: Introduction (Auftrag und Vorgehen), Findings (Beobachtungen und Daten in zwei bis drei Unterabschnitten), Conclusion (Synthese der Befunde), Recommendations (konkrete Vorschläge). Fehlt einer der vier Blöcke, fehlt er sichtbar.
Der Kopfblock mit To, From, Date und Subject ist Standard und gehört an den Anfang. Er kostet vier Zeilen und macht den Text sofort als Report erkennbar — eine der billigsten Aufbau-Punkte der ganzen Prüfung.
Die Sprache ist unpersönlich: „It was found that …", „The survey revealed that …", „Respondents reported …" statt „I think" oder „We saw". Passivkonstruktionen und maßvolle Nominalisierung sind hier nicht Stilfrage, sondern Textsortenmerkmal. „I really think we should …" ist in einem Report immer falsch, so vernünftig der Inhalt auch sein mag.
Findings brauchen Daten: Prozentwerte, Antwortzahlen, Beobachtungszeiträume. Ohne sie sind Findings Behauptungen, und die Empfehlungen verlieren ihre Grundlage. Sind in der Aufgabe Zahlen vorgegeben, verwenden Sie genau diese; sind keine vorgegeben, beschreiben Sie die Erhebung („a survey of 120 students") statt Zahlen zu erfinden.
Die Recommendations sind der Zweck des ganzen Textes und stehen deshalb konkret und trennbar da — als nummerierte Liste oder als klar gegliederter Absatz, jeweils mit should oder einer Imperativkonstruktion: „The canteen should extend its opening hours to 15:00", „Consideration should be given to a second bicycle shed". Eine Empfehlung ohne Adressat und ohne Maßnahme ist keine.

Vokabeln

→ Kartei
  • findings/ˈfaɪndɪŋz/Befunde; der Datenteil des Reports.
  • recommendation/ˌrekəmenˈdeɪʃn/Empfehlung; der Zweck des Reports.
  • it was found that/ɪt wəz faʊnd ðæt/Unpersönliche Befundformel.
  • respondent/rɪˈspɒndənt/Befragte Person in einer Erhebung.
  • to reveal/rɪˈviːl/Zutage fördern; typisches Report-Verb.
  • consideration should be given to/kənˌsɪdəˈreɪʃn ʃəd biː ˈɡɪvn tuː/Es sollte erwogen werden.
Musterbeispiel

Modell-Report: Canteen Survey (400 Wörter, annotated)

Write a 400-word report on a canteen survey.

  1. 01Header

    To: Ms Wagner, Principal From: Student Council Date: 15 May 2026 Subject: Report on Canteen Satisfaction Survey 2026

  2. 02Introduction

    "1. Introduction This report sets out the findings of a survey conducted among 412 of the 460 students at Bundesgymnasium Wien West in the first week of May 2026. The objective was to assess satisfaction with the school canteen and to propose targeted improvements."

  3. 03Findings (multi-paragraph)

    "2. Findings 2.1 Overall satisfaction. Just 38 % of respondents rated the canteen as 'satisfactory' or above. Dissatisfaction was sharpest among vegetarian and vegan students, of whom 72 % felt their dietary needs were inadequately addressed. 2.2 Pricing. While prices were widely regarded as fair (74 %), 21 % of students noted that the smallest portion remained unaffordable on the days their parents did not provide pocket money. 2.3 Waiting times. The bottleneck at the main counter, especially during the short break, was the most frequent complaint (mentioned by 318 students)."

  4. 04Conclusion

    "3. Conclusion The survey reveals two interconnected problems: a narrow menu and an inefficient queueing system. Both issues disproportionately affect younger and dietary-restricted students."

  5. 05Recommendations

    "4. Recommendations It is recommended that the school: (1) introduce at least two daily vegetarian/vegan main courses; (2) install an additional self-service counter for cold dishes during the morning break; (3) trial a pre-order app, possibly developed in cooperation with the computer-science elective, to reduce queue length by an estimated 20 %. A follow-up survey after the autumn term would allow for an evidence-based evaluation of these measures."

  6. 06Register markers

    Passive Voice (it is recommended, was conducted), Nominalisierung (the objective, dissatisfaction was sharpest), Präzise Lexis (bottleneck, dietary-restricted, pre-order app), Modal "would" (would allow for) und Mandativ-Konjunktiv ("It is recommended that the school introduce ..." - Grundform ohne -s).

Ergebnis: Endtext ca. 245 Wörter (Gerüst; für die Abgabe auf rund 400 Wörter ausbauen), vier Blöcke, drei konkrete Empfehlungen, datengestützt. Erwartet: 5/5/5/5.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank20 Punkte

Aufgabenstellung

Schreibe einen Report (400 +/- 10 % Wörter) im Auftrag der Schülervertretung an die Schulleitung über eine Umfrage zum Thema "Mental Health Support in unserer Schule". Berücksichtige: 1) Einleitung mit Auftrag und Methodik, 2) Findings in 2-3 Subsections, 3) Conclusion, 4) drei konkrete Recommendations.

Maturafokus

  • Header-Block (To, From, Date, Subject) ist Standard und sollte vorhanden sein.
  • Vier Blöcke mit Überschriften: Introduction, Findings, Conclusion, Recommendations.
  • Pasive Voice und Nominalisierung; nicht "I think" sondern "It is concluded that".
  • Empfehlungen als nummerierte Liste oder klarer Absatz.
  • Konkrete Daten (Prozente, Antwortzahlen).

Typische Fehler

  • Persönliche Sprache ("I really think we should ...") - falsch für Report.
  • Vier-Blöcke-Struktur fehlt.
  • Keine konkreten Empfehlungen.
  • Findings ohne Daten / Quellen.
  • Header-Block fehlt.

§ 03

Aktive Wiederholung

Write a 400-word report for your school principal on the findings of a student survey about the canteen. Use the four-block structure (Introduction, Findings, Conclusion, Recommendations). Include at least three concrete recommendations.

Passende Aufgaben üben50 Fragen zum Thema→

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: SRDP Englisch - Standardisierte Reife- und Diplomprüfung (BMBWF / IQS) · Cambridge English B2 First - Handbook for Teachers (Schreibdeskriptoren) (Cambridge University Press & Assessment) · Matura.gv.at - Aufgabenarchiv Englisch (BHS und AHS) (BMBWF / IQS) · IQS Beurteilungsraster Englisch - Schreiben (IQS)

§ 04
§ 04

Review - Film, Buch, Restaurant oder Veranstaltung#

~4 Min Lesezeit●●○StandardLPE-W-Rev-1.1

Kernpunkte

Der Review bespricht und bewertet ein Werk oder ein Erlebnis — Film, Buch, Restaurant, Konzert, Veranstaltung — für eine bestimmte Leserschaft. sammelt die Bewertungslexis. Anders als der Report bewertet der Review ausdrücklich, und anders als der Essay tut er es aus persönlicher Warte: Die eigene Stimme ist hier Textsortenmerkmal.

Review - Textsortenmerkmale

ReviewTabelle mit 3 Spalten und 4 Zeilen, Daten: Merkmal · Konvention · Beispiel; Gegenstand · Name + Genre · film, novel; Aufbau · Info + Wertung · plus Beispiel; Register · lebendig-wertend · engaging; Schluss · Empfehlung · worth a visitMerkmalKonventionBeispielGegenstandName + Genrefilm, novelAufbauInfo + Wertungplus BeispielRegisterlebendig-wertendengagingSchlussEmpfehlungworth a visit
Abb. 4Eine wertende Besprechung von Film, Buch, Lokal oder Veranstaltung: nennt den Gegenstand, verbindet Information mit Wertung und endet mit einer klaren Empfehlung.
Abb. 4 ↓
Die Werkidentifikation gehört in die Einleitung: Titel, Regie oder Autorschaft, Genre, Erscheinungsjahr oder Ort und Datum der Veranstaltung. Sie kostet einen Satz und ist unverzichtbar — ein Review ohne sie lässt die Lesenden im Unklaren darüber, wovon überhaupt die Rede ist.
Der Body folgt einer festen Dreiteilung: eine knappe Handlungs- oder Erlebnisangabe in ein bis zwei Sätzen ohne Spoiler, dann die Stärken, dann die Schwächen. Die Ausgewogenheit ist funktional, nicht höflich: Ein Review, der nur lobt oder nur verreißt, wirkt unglaubwürdig und verliert im Kriterium Inhalt.
Die Lexis trägt hier mehr als in jeder anderen Textsorte, weil Bewertung sprachlich geleistet wird: gripping plot, lacklustre acting, mouth-watering presentation, an unforgettable evening; captivates, falls flat, lingers in the memory. Wiederholte Allerweltsadjektive (good, bad, nice, cool) senken den Eindruck sofort — hier lohnt sich ein vorbereiteter Synonymvorrat am meisten.
Spoiler sind der Kunstfehler dieser Textsorte. Die Handlungsangabe beschreibt die Ausgangslage, nicht die Auflösung: „A retired teacher returns to the village she left forty years earlier" ja, das Ende nein. Ein Spoiler entwertet die Empfehlung, für die der ganze Text geschrieben wurde.
Der Schluss ist eine klare, zielgruppenbezogene Empfehlung: „well worth the detour for anyone interested in postwar architecture", „best avoided unless you already know the novel". Formulierungen wie „it was nice" sind keine Empfehlung — und die Zielgruppenangabe ist es, die den Schluss von einer bloßen Meinungsäußerung unterscheidet.

Vokabeln

→ Kartei
  • to review/rɪˈvjuː/Besprechen und bewerten.
  • spoiler/ˈspɔɪlə/Vorwegnahme der Auflösung; hier verboten.
  • gripping/ˈɡrɪpɪŋ/Fesselnd (plot, performance).
  • lacklustre/ˈlækˌlʌstə/Fade, ohne Glanz (acting, production).
  • to fall flat/fɔːl flæt/Nicht zünden; wirkungslos bleiben.
  • well worth/wel wɜːθ/Durchaus lohnenswert; Empfehlungsformel.
Musterbeispiel

Modell-Review: "Past Lives" (2023)

Write a 250-word review of "Past Lives" (2023, dir. Celine Song).

  1. 01Hook + Identification

    "What if the love of your life were a childhood friend you have not seen in twenty-four years? That is the deceptively simple premise of 'Past Lives', Celine Song's 2023 debut feature - a quiet, semi-autobiographical drama that has already established itself as one of the year's most talked-about films."

  2. 02Plot (spoiler-free)

    "The film follows Nora, a Korean-Canadian playwright in New York, who reconnects online with Hae Sung, the boy who was her closest friend in Seoul. When Hae Sung eventually visits, the reunion forces both characters - and Nora's patient husband Arthur - to examine paths not taken."

  3. 03Strengths

    "The strengths of the film lie in its remarkable restraint. Song trusts long, contemplative takes; her camera lingers on small gestures - a touched hand, a held breath - rather than chasing melodrama. Greta Lee's lead performance is a quiet revelation: she conveys a lifetime of choice with little more than a glance."

  4. 04Weaknesses

    "That said, viewers expecting conventional romantic tension may find the pacing testing. The middle act, in particular, drifts almost meditatively, and not every dialogue scene fully earns its silences. It is a film that asks for patience, not just attention."

  5. 05Recommendation

    "If you are drawn to films that haunt you for days afterwards rather than thrill you in the moment, 'Past Lives' is well worth your evening. Four stars out of five - a bittersweet meditation on the lives we did not live."

  6. 06C1 markers

    Präzise Lexis: contemplative takes, quiet revelation, bittersweet meditation. Idiomatisch: paths not taken, haunt you for days. Hedging: "may find", "almost meditatively".

Ergebnis: Endtext ca. 250 Wörter, ausgewogen, klare Empfehlung mit Sterne-Rating, lebendig. Erwartet: 5/5/5/5.

Maturafokus

  • Werk-Identifikation in der Einleitung (Titel, Autor*in, Datum).
  • Zwei Bewertungsdimensionen (Plus + Minus) - das wirkt ausgewogen.
  • Klare Zielgruppen-Empfehlung am Schluss.
  • Lexikalische Vielfalt: Synonyme für "good"/"bad" (compelling, stellar, mediocre, lacklustre).
  • Vermeide simple Floskeln ("it was nice").

Typische Fehler

  • Spoiler in Handlungsangabe - das vergiftet die Empfehlung.
  • Nur Lob oder nur Kritik - wirkt unausgewogen.
  • Werk-Identifikation fehlt (Titel ohne Autor).
  • Empfehlung fehlt am Schluss.
  • Adjektiv-Wiederholung (good/bad/cool/nice).

§ 04

Aktive Wiederholung

Write a 250-word review of a film you have recently seen for a school magazine. Include: 1) hook + identification (title, director, year, genre), 2) brief plot summary (no spoilers), 3) strengths, 4) weaknesses, 5) recommendation with rating.

Passende Aufgaben üben50 Fragen zum Thema→

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: SRDP Englisch - Standardisierte Reife- und Diplomprüfung (BMBWF / IQS) · Cambridge English B2 First - Handbook for Teachers (Schreibdeskriptoren) (Cambridge University Press & Assessment) · BBC Learning English - 6 Minute English / News Review (BBC) · Oxford Learner's Dictionaries - collocations & word origin (Oxford University Press)

§ 05
§ 05

Summary - sachliche Zusammenfassung eines Textes#

~3 Min Lesezeit●●○StandardLPE-W-Sum-1.1

Kernpunkte

Die Summary gibt einen vorgegebenen Quelltext sachlich und neutral wieder. zeigt ihr Register: dritte Person, unpersönlich, mit Redeeinleitungen wie „the author states", „the article argues". Der entscheidende Unterschied zu Review und Essay ist das Fehlen jeder eigenen Wertung — die Summary sagt, was der Text sagt, und sonst nichts.

Summary - Textsortenmerkmale

SummaryTabelle mit 3 Spalten und 4 Zeilen, Daten: Merkmal · Konvention · Beispiel; Inhalt · nur Kernaussagen · keine Details; Stimme · neutral, 3. Pers. · keine Meinung; Sprache · eigene Worte · kein Zitat; Länge · stark gekürzt · ca. 1/3MerkmalKonventionBeispielInhaltnur Kernaussagenkeine DetailsStimmeneutral, 3. Pers.keine MeinungSpracheeigene Wortekein ZitatLängestark gekürztca. 1/3
Abb. 5Eine sachliche Zusammenfassung: nur Kernaussagen, neutrale dritte Person ohne eigene Meinung, in eigenen Worten und stark gekürzt - keine Zitate, keine Details.
Abb. 5 ↓
Die Quellenangabe steht in der ersten Zeile und nennt Titel, Verfasserschaft, Publikationsort und Datum, gefolgt von der Kernaussage in ein bis zwei Sätzen: „In her article ‚The cost of convenience' (The Guardian, 4 March 2025), Mira Adler argues that …". Fehlt sie, fehlt der Bezugsrahmen — und mit ihm der erste Inhaltspunkt.
Der Body folgt den Hauptpunkten des Originals in dessen Reihenfolge. Die häufigste Fehlform ist die Verwechslung von Haupt- und Nebenpunkten: Ein anschauliches Beispiel aus dem Quelltext bleibt haften und wird aufgenommen, während das Argument, das es illustriert, fehlt. Markieren Sie deshalb vor dem Schreiben die Argumentlinie, nicht die eindrucksvollen Stellen.
Die Wortzahl liegt bei einem Viertel bis einem Drittel des Originals; in der SRDP-Variante meist bei 100 bis 150 Wörtern. Diese Beschränkung ist der eigentliche Prüfungsgegenstand — sie zwingt zur Unterscheidung zwischen tragend und schmückend, und genau diese Unterscheidung wird bewertet.
Paraphrasieren ist Pflicht, Zitieren die Ausnahme. Als Faustregel dürfen höchstens drei bis vier zusammenhängende Wörter aus dem Original übernommen werden; Eigennamen und Fachbegriffe bleiben unverändert, weil es für sie keine Paraphrase gibt. Wörtlich übernommene Passagen gelten als Abschreiben und kosten Inhaltspunkte.
Variieren Sie die Redeeinleitungen, statt fünfmal „the author says" zu schreiben: claims, argues, points out, suggests, emphasises, concedes, concludes. Sie sind zugleich präzise Bedeutungsträger — concedes markiert ein Zugeständnis, claims eine unbelegte Behauptung. Wer sie bewusst wählt, gibt die Argumentstruktur des Originals mit wieder.

Vokabeln

→ Kartei
  • summary/ˈsʌməri/Sachliche, neutrale Zusammenfassung.
  • source text/sɔːs tekst/Quelltext, der zusammengefasst wird.
  • to paraphrase/ˈpærəfreɪz/Mit eigenen Worten wiedergeben.
  • to concede/kənˈsiːd/Einräumen; markiert ein Zugeständnis.
  • to point out/pɔɪnt aʊt/Hinweisen auf; neutrale Redeeinleitung.
  • gist/dʒɪst/Kernaussage des Textes.
Musterbeispiel

Modell-Summary eines fiktiven Artikels

Summarise a 600-word article titled "Why four-day weeks are catching on" by Tom Lewis, The Guardian, 14 February 2026.

  1. 01Source + Thesis

    "In 'Why four-day weeks are catching on' (The Guardian, 14 February 2026), Tom Lewis argues that the four-day working week, once dismissed as utopian, is rapidly entering the mainstream of European labour policy."

  2. 02Key Point 1

    "Lewis first points out that recent trials in Iceland, Belgium and the UK have produced consistently positive results, with productivity either holding steady or rising by an average of 4 per cent."

  3. 03Key Point 2

    "He goes on to highlight three reasons for the shift: tightening labour markets, rising mental-health concerns, and a generational expectation that work should not consume all available time."

  4. 04Counter + Conclusion

    "While acknowledging legitimate worries about implementation in customer-facing industries, Lewis concludes that the change is here to stay and that policymakers - rather than firms alone - will need to set the terms of the new working week."

  5. 05Reporting verbs used

    argues, points out, highlights, acknowledges, concludes - variiert und kontextpassend.

Ergebnis: Endtext ca. 145 Wörter, Quelle identifiziert, Hauptpunkte paraphrasiert, keine eigene Meinung. Erwartet: 5/5/5/5.

Maturafokus

  • Quellen-Identifikation in der ersten Zeile.
  • Kein "I think" / keine eigene Meinung.
  • Hauptpunkte paraphrasieren - nicht wörtlich zitieren.
  • Reporting verbs variieren (state, claim, argue, suggest, conclude).
  • Wortzahl streng einhalten.

Typische Fehler

  • Eigene Meinung eingeflochten.
  • Wortliche Zitate ohne Paraphrase.
  • Nebenpunkte aufgenommen, Hauptpunkte vergessen.
  • Quellenangabe fehlt.
  • Wortzahl überschritten (oft 200+ statt 150).

§ 05

Aktive Wiederholung

Take a 600-word feature article from The Guardian. Summarise it in 150 words, including (a) source identification, (b) main thesis, (c) two or three key supporting points, (d) the author's conclusion. Vary reporting verbs.

Passende Aufgaben üben50 Fragen zum Thema→

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Quellen: SRDP Englisch - Standardisierte Reife- und Diplomprüfung (BMBWF / IQS) · Cambridge English B2 First - Handbook for Teachers (Schreibdeskriptoren) (Cambridge University Press & Assessment) · IQS Beurteilungsraster Englisch - Schreiben (IQS) · Oxford Learner's Dictionaries - collocations & word origin (Oxford University Press)

§ 06
§ 06

Textsorte und Register entschlüsseln - vom Prompt zur richtigen Form#

~3 Min Lesezeit●●○StandardLPE-W-LtE-1.1LPE-W-Raster-1.1

Kernpunkte

Jeder SRDP-Writing-Prompt nennt vier Dinge ausdrücklich: Textsorte, Adressat, Zweck und meist ein Medium. Aus diesen vieren folgen Register und Konventionen, noch bevor der erste Inhaltsgedanke steht. ordnet die zehn Textsorten auf einer Registerskala — sie ist die Landkarte, auf der jeder Prompt seinen Platz findet.

Register-Skala - informal bis formal

Textsorten nach RegisterTabelle mit 2 Spalten und 9 Zeilen, Daten: Textsorte · Register; Blog Comment · sehr informal; Email (Freund) · informal; Blog Post · eher informal; Article · neutral; Review · neutral-formal; Newsletter · eher formal; Opinion Essay · formal; Letter to Editor · formal; Report · sehr formalTextsorteRegisterBlog Commentsehr informalEmail (Freund)informalBlog Posteher informalArticleneutralReviewneutral-formalNewslettereher formalOpinion EssayformalLetter to EditorformalReportsehr formal
Abb. 6Textsorten auf der Skala von informal (Blog Comment, Email an Freund) bis formal (Letter to the Editor, Report). Register steuert Anrede, Kontraktionen, Wortwahl und Satzbau - das falsche Register kostet im Kriterium Aufgabenerfüllung.
Abb. 6 ↓
Die Registerskala läuft von informell zu formell: Blog Comment und Email an Freunde (informell), Blog Post, Newsletter und Article (neutral-informativ), Opinion Essay und Letter to the Editor (formell-argumentativ), Report und Summary (formell-sachlich); der Review steht quer dazu als bewertende Textsorte mit persönlicher Stimme.
Der Adressat steuert Anrede und Pronomen: ein öffentliches Publikum (Article, Blog Post) erlaubt „you" und die direkte Leseransprache; eine bekannte Person (Email) verlangt die namentliche Anrede; eine Behörde oder Redaktion (Report, Letter to the Editor) verlangt formelle Distanz und verträgt keinen Slang.
Der Zweck steuert die dominante Sprachhandlung: informieren (Report, Newsletter), überzeugen (Opinion Essay, Letter to the Editor), bewerten (Review), zusammenfassen (Summary), erzählen und kommentieren (Blog Post, Blog Comment). Wer den Zweck falsch bestimmt, schreibt einen sprachlich guten Text der falschen Sorte — der teuerste Einzelfehler im Writing.
Jede Textsorte trägt einen Konventionsmarker, und dieser Marker ist punktewirksam: Betreffzeile und Grußformel bei Email und Letter, Zwischenüberschriften bei Report und Newsletter, Empfehlungssatz beim Review, Quellenangabe bei der Summary, Titel bei Article und Essay. Sie kosten je einen Satz und sichern Aufbau-Punkte.
Die bullet points bleiben in jeder Textsorte verbindliche Inhaltspunkte, kein Themenvorschlag. Arbeiten Sie den Prompt deshalb in fester Reihenfolge ab: Textsorte, Adressat, Zweck und bullet points unterstreichen; Register festlegen; Konventionsmarker setzen; nach dem Schreiben jeden bullet point einzeln abhaken. Vier Handgriffe, die den größten Teil der Inhalts- und Aufbaufehler verhindern.

Vokabeln

→ Kartei
  • prompt/prɒmpt/Aufgabenstellung mit Textsorte und bullet points.
  • convention marker/kənˈvenʃn ˈmɑːkə/Textsortenmerkmal (Betreff, Zwischenüberschrift).
  • purpose/ˈpɜːpəs/Zweck; steuert die dominante Sprachhandlung.
  • register scale/ˈredʒɪstə skeɪl/Skala von informell bis formell.
  • to decode a task/diːˈkəʊd ə tɑːsk/Eine Aufgabenstellung entschlüsseln.
  • target audience/ˈtɑːɡɪt ˈɔːdiəns/Zielleserschaft des Textes.
Musterbeispiel

Einen Prompt entschlüsseln - Textsorte, Adressat, Register, Marker

Decodiere diesen Prompt, ohne den Text zu schreiben: "Write a report (400 words) for the headteacher about the results of a survey on homework load. Suggest two improvements."

  1. 01Textsorte + Adressat markieren

    Genre: "report" -> sachlich-formell. Adressat: "the headteacher" -> formelles, unpersönliches Register, keine Ich-Meinung.

  2. 02Zweck + Bullet points

    Zweck: über Umfrageergebnisse berichten UND verbessern. Pflichtinhalte: (a) results of the survey, (b) two improvements - beide müssen erkennbar vorkommen, sonst Inhalt-Abzug.

  3. 03Register auf der Skala verorten

    Auf der Register-Skala (Abb. 6) liegt der Report ganz rechts (formal): Passiv ("it was found"), Nominalisierung, keine contractions, keine persönliche Wertung.

  4. 04Konventionsmarker festlegen

    Zwei Pflichtmarker: Header-Block (To/From/Date/Subject) und die Vier-Block-Struktur (Introduction, Findings, Conclusion, Recommendations). Empfehlungen mit "should".

Ergebnis: Decodierung: Report -> formal, Adressat Schulleitung, Pflicht: Ergebnisse + 2 Verbesserungen, Marker: Header + Vier-Block-Struktur. Erst dieser 60-Sekunden-Scan, dann schreiben - so verfehlt man weder Textsorte noch Register.

Maturafokus

  • Unterstreiche im Prompt zuerst Textsorte, Adressat, Zweck und alle Bullet points, bevor du zu schreiben beginnst.
  • Wähle bewusst das Register und halte es konsequent durch - kein "kids/stuff/gonna" in Report oder Letter to the Editor.
  • Setze den zur Textsorte gehörenden Konventionsmarker (Betreff, Gruss, Zwischenüberschrift, Empfehlungssatz) - das sichert Aufbau-Punkte.
  • Hake jeden Bullet point ab, sobald er erkennbar behandelt ist (Inhalt 5/5).
  • Prüfe vor Abgabe, ob Anrede/Schlussformel zur gewählten Förmlichkeit passen (Dear Sir/Madam -> Yours faithfully; Dear Mr Smith -> Yours sincerely).

Typische Fehler

  • Register verfehlt: informeller Blog-Ton in einem formellen Report oder Letter to the Editor.
  • Konventionsmarker fehlt (kein Betreff in der Email, keine Quelle in der Summary).
  • Ein Bullet point übersehen oder nur gestreift - Inhalts-Abzug.
  • Anrede und Schlussformel passen nicht zusammen (Dear Sir/Madam + Yours sincerely).
  • Textsorte verwechselt (Opinion Essay statt des geforderten neutralen Report).

§ 06

Aktive Wiederholung

Take three different SRDP-style prompts (one Report, one Letter to the Editor, one Review). For each, underline genre, addressee, purpose and bullet points, then list the register level and two obligatory convention markers. Do not write the full texts - only decode the prompts.

Passende Aufgaben üben50 Fragen zum Thema→

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: SRDP Englisch - Standardisierte Reife- und Diplomprüfung (BMBWF / IQS) · IQS Beurteilungsraster Englisch - Schreiben (IQS) · Cambridge English B2 First - Handbook for Teachers (Schreibdeskriptoren) (Cambridge University Press & Assessment)

Stand 06/2026 · Vollständige Fassung über den Tiefenregler — gleiche Stelle, gleiche Anker

Inhalt

Abschnitt -- / 06

    • 01Letter to the Editor - öffentliche Stellungnahme●
    • 02Newsletter - regelmäßiger Informationsbrief an eine Community◐
    • 03Report - sachlich-formelle Berichterstattung●
    • 04Review - Film, Buch, Restaurant oder Veranstaltung◐
    • 05Summary - sachliche Zusammenfassung eines Textes◐
    • 06Textsorte und Register entschlüsseln - vom Prompt zur richtigen Form◐

0/6 Gelesen

Aus den Notizen ins Training

Textsorten B - Letter to the Editor, Newsletter, Report, Review, Summary

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Schreibe einen Letter to the Editor (250 +/- 10 % Wörter) als Antwort auf einen Artikel zur Einführung einer 4-Tage-Schulwoche. Berücksichtige: 1) Bezug auf den Artikel + eigene Position, 2) zwei stärkste Gegenargumente mit Beleg, 3) konstruktiver Alternativvorschlag, 4) Schluss mit Forderung.

20 BE · 2022

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Belege & Quellen

Quellen

BMBWF / IQS

  • SRDP Englisch - Standardisierte Reife- und Diplomprüfung
  • Matura.gv.at - Aufgabenarchiv Englisch (BHS und AHS)

Cambridge University Press & Assessment

  • Cambridge English B2 First - Handbook for Teachers (Schreibdeskriptoren)

IQS

  • IQS Beurteilungsraster Englisch - Schreiben

BBC

  • BBC Learning English - 6 Minute English / News Review

Oxford University Press

  • Oxford Learner's Dictionaries - collocations & word origin

Siehe auch

  • Textsorten A - Article, Blog Post, Blog Comment, Email, EssayDie fünf ersten Textsorten; die Registerskala umfasst alle zehn.
  • Vokabel-Cluster B - Media, Education, Health, TravelDie Paraphrasetechnik, ohne die keine Summary gelingt.
  • Writing-Prozess - Planung, Drafting, Editing und BewertungslogikAbsatzarchitektur und Bewertungsraster hinter jeder Textsorte.

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