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Notizen/Chemie/Säure-Base-Chemie (CHE-Sb)
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Säure-Base-Chemie (CHE-Sb)

Brönsted-Konzept, pH-/pOH-Skala, starke und schwache Säuren/Basen, Pufferlösungen (Henderson-Hasselbalch), Titration und Indikatoren.

6 Abschnitte·~28 Min Lesezeit·3 Kompetenzen·Stand 06/2026

T·0555 / 12
Prüfungsprofil
CHE-Sb-5.1 · Brönsted-Säure-Base-Reaktionen und konjugierte Paare beschreibenCHE-Sb-5.2 · pH-Wert berechnen (starke / schwache Säuren und Basen)CHE-Sb-5.3 · Puffersysteme und Titrationskurven analysieren
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Inhalt · 6 Abschnitte▾
  1. Säure-Base-Chemie (CHE-Sb)
    • 01Brönsted-Konzept und konjugierte Säure-Base-Paare○
    • 02pH-Berechnung: starke und schwache Säuren/Basen◐
    • 03Pufferlösungen und Henderson-Hasselbalch●
    • 04Titration und Indikatoren◐
    • 05Säure- und Basestärke: Ks, Kb und pKs●
    • 06Neutralisation, Salzbildung und Hydrolyse◐

6 Abschnitte · 30 Merksätze · 7 Formeln · 30 Fehlerwarnungen

§ 01
§ 01

Brönsted-Konzept und konjugierte Säure-Base-Paare#

~5 Min Lesezeit●○○BasisLPCHE-Sb-5.1

Kernpunkte

Was haben Magensäure, Seife und Zitronensaft gemeinsam? Sie alle lassen sich über den Austausch von Protonen verstehen. Das Brönsted-Konzept definiert eine Säure als Protonendonator (gibt HX+\ce{H+}HX+ ab) und eine Base als Protonenakzeptor (nimmt HX+\ce{H+}HX+ auf). Jede Säure-Base-Reaktion ist damit ein Protonenübergang von der Säure zur Base - ein einziges einigendes Prinzip für ein ganzes Reaktionskapitel.
Bei diesem Übergang entstehen neue Teilchen: Gibt eine Säure HA\ce{HA}HA ihr Proton ab, bleibt die konjugierte Base AX−\ce{A-}AX− zurück; nimmt eine Base B\ce{B}B ein Proton auf, entsteht die konjugierte Säure BHX+\ce{BH+}BHX+. Säure und konjugierte Base unterscheiden sich also stets um genau ein Proton - das ist der schnellste Weg, ein konjugiertes Paar in einer Gleichung zu erkennen.
Manche Teilchen können je nach Partner Säure ODER Base sein - sie sind amphoter. Das wichtigste Beispiel ist Wasser: Gegenüber der starken Säure HCl\ce{HCl}HCl wirkt es als Base (HX2O+HCl→HX3OX++ClX−\ce{H2O + HCl -> H3O+ + Cl-}HX2​O+HCl​HX3​OX++ClX−), gegenüber der Base Ammoniak als Säure (HX2O+NHX3→NHX4X++OHX−\ce{H2O + NH3 -> NH4+ + OH-}HX2​O+NHX3​​NHX4​X++OHX−). Auch HCOX3X−\ce{HCO3-}HCOX3​X− und HSOX4X−\ce{HSO4-}HSOX4​X− verhalten sich amphoter.
Diese Doppelnatur zeigt das Wasser sogar mit sich selbst: Zwei Wassermoleküle tauschen ein Proton aus - die Autoprotolyse 2 HX2O⇌HX3OX++OHX−\ce{2 H2O <=> H3O+ + OH-}2HX2​O​HX3​OX++OHX−. Das zugehörige Ionenprodukt Kw=[HX3OX+][OHX−]=10−14K_{w}=[\ce{H3O+}][\ce{OH-}]=10^{-14}Kw​=[HX3​OX+][OHX−]=10−14 (bei 25 °C) ist konstant; daraus folgt für reines, neutrales Wasser [HX3OX+]=[OHX−]=10−7[\ce{H3O+}]=[\ce{OH-}]=10^{-7}[HX3​OX+]=[OHX−]=10−7 mol/L, also pH 7 ().

pH-Skala mit Alltagsbeispielen

pH-Skala mit AlltagsbeispielenZahlenstrahl, Magensaft 1,5, Cola 2,5, Kaffee 5, Blut 7,4, Seife 10, Bleichlauge 1302468101214Magensaft 1,5Cola 2,5Kaffee 5Blut 7,4Seife 10Bleichlauge 13
Abb. 1Logarithmische Skala 0-14: links sauer, neutral bei pH 7, rechts basisch. Pro pH-Einheit ändert sich die HX3OX+\ce{H3O+}HX3​OX+-Konzentration um den Faktor 10.
Abb. 1 ↓
Säuren unterscheiden sich darin, wie vollständig sie ihr Proton abgeben. Starke Säuren (HCl\ce{HCl}HCl, HBr\ce{HBr}HBr, HI\ce{HI}HI, HNOX3\ce{HNO3}HNOX3​, HClOX4\ce{HClO4}HClOX4​, HX2SOX4\ce{H2SO4}HX2​SOX4​) dissoziieren in Wasser praktisch vollständig; schwache Säuren (Essigsäure, Phosphorsäure, NHX4X+\ce{NH4+}NHX4​X+) nur zu einem kleinen Teil, sodass sich ein Gleichgewicht einstellt. Die Liste der wenigen starken Säuren sollte man auswendig kennen.
Mehrprotonige Säuren geben ihre Protonen stufenweise und mit jeweils eigener Stärke ab. Phosphorsäure HX3POX4\ce{H3PO4}HX3​POX4​ etwa hat drei pKa\mathrm{p}K_{a}pKa​-Werte (2,1; 7,2; 12,4): Jede weitere Abspaltung fällt schwerer, weil ein Proton aus einem bereits negativ geladenen Teilchen gelöst werden muss. Wie stark eine Säure genau ist, quantifiziert der eigene Abschnitt über KsK_{s}Ks​ und pKs\mathrm{p}K_{s}pKs​.

Vokabeln

→ Kartei
  • Brönsted-SäureTeilchen, das ein Proton abgeben kann.
  • Brönsted-BaseTeilchen, das ein Proton aufnehmen kann; dafür braucht es ein freies Elektronenpaar.
  • konjugiertes PaarSäure und die aus ihr durch Protonenabgabe entstandene Base; sie unterscheiden sich um genau ein $\ce{H+}$.
  • ProtolyseÜbertragung eines Protons von einer Säure auf eine Base.
  • amphoterFähigkeit eines Teilchens, je nach Partner als Säure oder als Base zu wirken.
  • AutoprotolyseProtonenübertragung zwischen zwei Molekülen desselben Stoffs, etwa zwischen zwei Wassermolekülen.

Ionenprodukt von Wasser

Kw=[HX3OX+]⋅[OHX−]=1,0⋅10−14  (25 ∘ ⁣C)K_{w}=[\ce{H3O+}]\cdot[\ce{OH-}]=1{,}0\cdot 10^{-14}\;(25\,^{\circ}\!\text{C})Kw​=[HX3​OX+]⋅[OHX−]=1,0⋅10−14(25∘C)

[HX3OX+][\ce{H3O+}][HX3​OX+] und [OHX−][\ce{OH-}][OHX−] sind die Gleichgewichtskonzentrationen in mol/L. KwK_{w}Kw​ hängt von der Temperatur ab: bei 25 °C beträgt es 1,0⋅10−141{,}0\cdot10^{-14}1,0⋅10−14, bei 60 °C bereits rund 9,6⋅10−149{,}6\cdot10^{-14}9,6⋅10−14 - der Neutralpunkt liegt dann unter pH 7.

Autoprotolyse von Wasser

HX2O+HX2O⇌HX3OX++OHX−\ce{H2O + H2O <=> H3O+ + OH-}HX2​O+HX2​O​HX3​OX++OHX−

Zwei Wassermoleküle tauschen ein Proton: eines wirkt als Säure, das andere als Base. Der Doppelpfeil zeigt, dass das Gleichgewicht extrem weit links liegt - in reinem Wasser sind bei 25 °C nur 10−710^{-7}10−7 mol/L jeder Ionensorte vorhanden.

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Musterbeispiel

Konjugierte Paare bestimmen und Amphoterie zeigen

Bestimme in den Reaktionen (1) HCOX3X−+HX2O⇌HX2COX3+OHX−\ce{HCO3- + H2O <=> H2CO3 + OH-}HCOX3​X−+HX2​O​HX2​COX3​+OHX− und (2) HCOX3X−+HX2O⇌COX3X2−+HX3OX+\ce{HCO3- + H2O <=> CO3^2- + H3O+}HCOX3​X−+HX2​O​COX3​X2−+HX3​OX+ die konjugierten Säure-Base-Paare und begründe, dass HCOX3X−\ce{HCO3-}HCOX3​X− amphoter ist.

  1. Reaktion 1 analysieren

    HCOX3X−\ce{HCO3-}HCOX3​X− nimmt ein Proton auf und wird zu HX2COX3\ce{H2CO3}HX2​COX3​ - es wirkt als Base (Paar HX2COX3/HCOX3X−\ce{H2CO3}/\ce{HCO3-}HX2​COX3​/HCOX3​X−). Wasser gibt ein Proton ab und ist hier Säure (Paar HX2O/OHX−\ce{H2O}/\ce{OH-}HX2​O/OHX−).

  2. Reaktion 2 analysieren

    HCOX3X−\ce{HCO3-}HCOX3​X− gibt ein Proton ab und wird zu COX3X2−\ce{CO3^2-}COX3​X2− - es wirkt als Säure (Paar HCOX3X−/COX3X2−\ce{HCO3-}/\ce{CO3^2-}HCOX3​X−/COX3​X2−). Wasser nimmt das Proton auf und ist hier Base (Paar HX3OX+/HX2O\ce{H3O+}/\ce{H2O}HX3​OX+/HX2​O).

  3. 03Schluss ziehen

    Dasselbe Teilchen HCOX3X−\ce{HCO3-}HCOX3​X− wirkt einmal als Base, einmal als Säure - es ist also amphoter (amphiprotisch).

Ergebnis: HCOX3X−\ce{HCO3-}HCOX3​X− ist amphoter: in (1) Base, in (2) Säure. Genau diese Doppelrolle macht das Hydrogencarbonat zum Herzstück des Blutpuffers (siehe Abschnitt „Pufferlösungen").

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Brönsted: Säuren geben Protonen ab, Basen nehmen sie auf. Jede Säure hat ihre Schattenbase.

  2. 2

    Wasser ist Chamaeleon - mit HCl\ce{HCl}HCl ist es Base, mit NHX3\ce{NH3}NHX3​ ist es Säure.

  3. 3

    Die Autoprotolyse zeigt: Reines Wasser hat schon 10−710^{-7}10−7 mol/L HX3OX+\ce{H3O+}HX3​OX+ und OHX−\ce{OH-}OHX−, daher pH 7.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank4 Punkte

Aufgabenstellung

Erläutere am Beispiel der Reaktion von Ammoniak mit Wasser den Begriff der konjugierten Säure-Base-Paare.

Maturafokus

  • Identifiziere in jeder Gleichung BEIDE konjugierten Paare - die Partner unterscheiden sich um genau ein Proton, und die Ladung ändert sich entsprechend um eine Einheit.
  • Ordne Wasser je nach Partner zu: gegenüber HCl\ce{HCl}HCl wirkt es als Base, gegenüber NHX3\ce{NH3}NHX3​ als Säure - es ist amphoter.
  • Nenne die Autoprotolyse als Grund dafür, dass auch reines Wasser einen pH besitzt, und KwK_{w}Kw​ als deren Gleichgewichtskonstante.
  • Schreibe die Protolyse mehrprotoniger Säuren stufenweise; HX2SOX4\ce{H2SO4}HX2​SOX4​ und HX2COX3\ce{H2CO3}HX2​COX3​ geben ihre Protonen nacheinander ab, nicht gemeinsam.
  • Grenze Brönsted von Arrhenius ab: Erst das Protonenkonzept erklärt, warum NHX3\ce{NH3}NHX3​ ohne eigene OHX−\ce{OH-}OHX−-Gruppe basisch reagiert.

Typische Fehler

  • Die konjugierte Base wird ohne Ladungsänderung notiert. Aus HCOX3X−\ce{HCO3-}HCOX3​X− entsteht durch Protonenabgabe COX3X2−\ce{CO3^{2-}}COX3​X2−, nicht COX3X−\ce{CO3-}COX3​X−.
  • Wasser wird fest als Säure oder als Base eingeordnet. Es ist amphoter; welche Rolle es spielt, entscheidet der Reaktionspartner.
  • Mehrprotonige Säuren werden wie einprotonige behandelt - bei der Titration fällt damit die halbe Stoffmenge weg.
  • Proton und Wasserstoffatom werden gleichgesetzt. Übertragen wird HX+\ce{H+}HX+ ohne Elektron; in Wasser existiert es nur gebunden als HX3OX+\ce{H3O+}HX3​OX+.
  • „Säure" und „sauer" werden vermengt: NHX4X+\ce{NH4+}NHX4​X+ ist eine Brönsted-Säure, obwohl es ein Kation ist und keine erkennbare Säuregruppe trägt.

§ 01

Aktive Wiederholung

Gib für (a) HF\ce{HF}HF, (b) HSOX4X−\ce{HSO4-}HSOX4​X−, (c) NHX3\ce{NH3}NHX3​ jeweils die konjugierte Säure ODER Base an.

Passende Aufgaben üben52 Fragen zum Thema→

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: OpenStax Chemistry 2e Kap. 14 Acid-Base Equilibria (OpenStax)

§ 02
§ 02

pH-Berechnung: starke und schwache Säuren/Basen#

~5 Min Lesezeit●●○StandardLPCHE-Sb-5.2

Kernpunkte

Der pH-Wert macht die Protonenkonzentration handhabbar: Statt mit winzigen Zahlen wie 10−710^{-7}10−7 mol/L zu hantieren, verwendet man den negativen Zehnerlogarithmus pH=−log⁡10[HX3OX+]\mathrm{pH}=-\log_{10}[\ce{H3O+}]pH=−log10​[HX3​OX+]. Analog ist pOH=−log⁡10[OHX−]\mathrm{pOH}=-\log_{10}[\ce{OH-}]pOH=−log10​[OHX−], und wegen des Ionenprodukts gilt bei 25 °C stets pH+pOH=14\mathrm{pH}+\mathrm{pOH}=14pH+pOH=14 (). Jede pH-Einheit entspricht dabei einem Faktor 10 in der Protonenkonzentration.

pH-Skala mit Alltagsbeispielen

pH-Skala mit AlltagsbeispielenZahlenstrahl, Magensaft 1,5, Cola 2,5, Kaffee 5, Blut 7,4, Seife 10, Bleichlauge 1302468101214Magensaft 1,5Cola 2,5Kaffee 5Blut 7,4Seife 10Bleichlauge 13
Abb. 2Logarithmische Skala 0-14: links sauer, neutral bei pH 7, rechts basisch. Pro pH-Einheit ändert sich die HX3OX+\ce{H3O+}HX3​OX+-Konzentration um den Faktor 10.
Abb. 2 ↓
Bei einer starken Säure ist die Rechnung einfach, weil sie vollständig dissoziiert: Die Protonenkonzentration ist gleich der Ausgangskonzentration, also pH=−log⁡c0\mathrm{pH}=-\log c_{0}pH=−logc0​. Eine 0,1 mol/L Salzsäure hat damit pH 1. Diese Formel gilt aber nur, solange c0≫10−7c_{0}\gg 10^{-7}c0​≫10−7 - bei extrem verdünnten Säuren muss zusätzlich die Autoprotolyse des Wassers berücksichtigt werden.
Eine schwache Säure protolysiert nur teilweise, daher ist [HX3OX+][\ce{H3O+}][HX3​OX+] viel kleiner als c0c_{0}c0​. Über das Säuregleichgewicht erhält man die Näherung pH≈12(pKa−log⁡c0)\mathrm{pH}\approx \tfrac{1}{2}(\mathrm{p}K_{a}-\log c_{0})pH≈21​(pKa​−logc0​), gültig solange weniger als etwa 5 % protolysieren. Eine 0,1 mol/L Essigsäure (pKa=4,76\mathrm{p}K_{a}=4{,}76pKa​=4,76) hat so pH 2,88 - deutlich weniger sauer als eine gleich konzentrierte starke Säure.
Bei Basen rechnet man zuerst den pOH und wandelt am Ende um. Eine starke Base wie NaOH\ce{NaOH}NaOH liefert pOH=−log⁡c0\mathrm{pOH}=-\log c_{0}pOH=−logc0​ und damit pH=14−pOH\mathrm{pH}=14-\mathrm{pOH}pH=14−pOH; eine 0,01 mol/L NaOH hat also pH 12. Für eine schwache Base gilt analog pOH≈12(pKb−log⁡c0)\mathrm{pOH}\approx \tfrac{1}{2}(\mathrm{p}K_{b}-\log c_{0})pOH≈21​(pKb​−logc0​), verbunden durch pKa+pKb=14\mathrm{p}K_{a}+\mathrm{p}K_{b}=14pKa​+pKb​=14 für ein konjugiertes Paar.
Der pKa\mathrm{p}K_{a}pKa​-Wert misst die Säurestärke: Je kleiner, desto stärker. Salzsäure liegt bei etwa −7-7−7, Phosphorsäure (1. Stufe) bei 2,1, Essigsäure bei 4,76, Blausäure HCN\ce{HCN}HCN erst bei 9,2. Mit dieser Skala ordnet man Säuren rasch und wählt zugleich die richtige pH-Formel (stark oder schwach) aus.
Den ungefähren pH-Bereich macht ein Indikator sichtbar, der je nach pH die Farbe wechselt (); für genaue Werte misst man mit der pH-Elektrode. Eine nützliche Faustregel: Verdünnt man eine starke Säure um den Faktor 10, steigt der pH um genau 1 - bei einer schwachen Säure dagegen nur um etwa 0,5, weil die Verdünnung das Protolysegleichgewicht nachschiebt.

Indikator-Umschlagsbereiche

Indikator-UmschlagsbereicheBalkendiagramm: pH-Umschlagspunkt, Daten: Umschlags-pH · Methylorange: 4; Umschlags-pH · Methylrot: 5.1; Umschlags-pH · Bromthymolblau: 6.8; Umschlags-pH · Lackmus: 7; Umschlags-pH · Phenolphthalein: 902468MethylorangeMethylrotBromthymolblauLackmusPhenolphthalein45.16.879pH-Umschlagspunkt
Abb. 3pH-Bereiche typischer Säure-Base-Indikatoren.
Abb. 3 ↓

Vokabeln

→ Kartei
  • pH-WertNegativer dekadischer Logarithmus der Oxoniumionen-Konzentration in mol/L.
  • pOH-WertNegativer dekadischer Logarithmus der Hydroxidionen-Konzentration; bei 25 °C gilt pH + pOH = 14.
  • Ionenprodukt des Wassers$K_{w}=[\ce{H3O+}]\cdot[\ce{OH-}]$; bei 25 °C gleich $1{,}0\cdot10^{-14}$.
  • ProtolysegradAnteil der Säureteilchen, die tatsächlich ein Proton abgegeben haben.
  • Oxoniumion$\ce{H3O+}$ - die Form, in der ein Proton in wässriger Lösung vorliegt.
  • NäherungsformelVereinfachte pH-Gleichung für schwache Säuren; gültig, solange die Protolyse unter 5 % bleibt.

pH-Definition und Ionenprodukt von Wasser

pH=−log⁡10 ⁣([HX3OX+]),pH+pOH=14  (25 ∘ ⁣C)\mathrm{pH}=-\log_{10}\!\left([\ce{H3O+}]\right),\quad \mathrm{pH}+\mathrm{pOH}=14\;(25\,^{\circ}\!\text{C})pH=−log10​([HX3​OX+]),pH+pOH=14(25∘C)

[HX3OX+][\ce{H3O+}][HX3​OX+] ist die Oxoniumionen-Konzentration in mol/L; der Logarithmus ist dekadisch, sodass eine pH-Einheit einem Faktor 10 entspricht. Die Summenbeziehung pH+pOH=14\mathrm{pH}+\mathrm{pOH}=14pH+pOH=14 folgt aus KwK_{w}Kw​ und gilt in dieser Form nur bei 25 °C.

Säurekonstante und Näherungs-pH einer schwachen Säure

Ka=[HX3OX+][AX−][HA],pH≈12 (pKa−log⁡c0)K_{a}=\dfrac{[\ce{H3O+}][\ce{A-}]}{[\ce{HA}]},\quad \mathrm{pH}\approx \tfrac{1}{2}\,(\mathrm{p}K_{a}-\log c_{0})Ka​=[HA][HX3​OX+][AX−]​,pH≈21​(pKa​−logc0​)

KaK_{a}Ka​ (in der Schulliteratur KsK_{s}Ks​) ist die Gleichgewichtskonstante der Protolyse; Wasser erscheint nicht, weil es im Überschuss vorliegt. c0c_{0}c0​ ist die Ausgangskonzentration der Säure in mol/L. Die Näherung setzt voraus, dass der Protolysegrad unter 5 % bleibt - darüber ist die quadratische Gleichung zu lösen.

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Musterbeispiel

pH einer schwachen Säure (Essigsäure)

Berechne den pH-Wert einer Essigsäurelösung mit c0=0,100 mol/Lc_{0}=0{,}100\,\text{mol/L}c0​=0,100mol/L. Es gilt pKa(CHX3COOH)=4,76\mathrm{p}K_{a}(\ce{CH3COOH})=4{,}76pKa​(CHX3​COOH)=4,76.

  1. 01Säurekonstante

    Ka=10−4,76≈1,74⋅10−5K_{a}=10^{-4{,}76}\approx 1{,}74\cdot 10^{-5}Ka​=10−4,76≈1,74⋅10−5.

  2. 02Näherung

    Da Ka≪c0K_{a}\ll c_{0}Ka​≪c0​, gilt [HX3OX+]≈Ka⋅c0[\ce{H3O+}]\approx\sqrt{K_{a}\cdot c_{0}}[HX3​OX+]≈Ka​⋅c0​​.

  3. 03Einsetzen

    [HX3OX+]≈1,74⋅10−5⋅0,100=1,74⋅10−6≈1,32⋅10−3 mol/L[\ce{H3O+}]\approx\sqrt{1{,}74\cdot 10^{-5}\cdot 0{,}100}=\sqrt{1{,}74\cdot 10^{-6}}\approx 1{,}32\cdot 10^{-3}\,\text{mol/L}[HX3​OX+]≈1,74⋅10−5⋅0,100​=1,74⋅10−6​≈1,32⋅10−3mol/L.

  4. 04pH

    pH=−log⁡10(1,32⋅10−3)≈2,88\mathrm{pH}=-\log_{10}(1{,}32\cdot 10^{-3})\approx 2{,}88pH=−log10​(1,32⋅10−3)≈2,88.

    pH≈12(pKa−log⁡c0)=12(4,76+1)=2,88\mathrm{pH}\approx \tfrac{1}{2}(\mathrm{p}K_{a}-\log c_{0})=\tfrac{1}{2}(4{,}76+1)=2{,}88pH≈21​(pKa​−logc0​)=21​(4,76+1)=2,88

Ergebnis: pH-Wert: ≈2,88\approx 2{,}88≈2,88 - schwach sauer, weit über dem pH einer gleich konzentrierten starken Säure (pH = 1).

Musterbeispiel

pH einer starken Base

Berechne den pH einer Natronlauge mit c0=0,010 mol/Lc_{0}=0{,}010\,\text{mol/L}c0​=0,010mol/L.

  1. 01OH- aus NaOH

    NaOH dissoziiert vollständig: [OHX−]=0,010 mol/L[\ce{OH-}]=0{,}010\,\text{mol/L}[OHX−]=0,010mol/L.

  2. 02pOH

    pOH=−log⁡0,010=2,00\mathrm{pOH}=-\log 0{,}010=2{,}00pOH=−log0,010=2,00.

  3. 03pH

    pH=14−pOH=12,00\mathrm{pH}=14-\mathrm{pOH}=12{,}00pH=14−pOH=12,00.

Ergebnis: pH=12,0\mathrm{pH}=12{,}0pH=12,0 - stark basisch, kommt aus vollständiger Dissoziation in NaX+\ce{Na+}NaX+ und OHX−\ce{OH-}OHX−.

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    pH ist die negative Zehnerpotenz der Protonenkonzentration - jede Einheit ist Faktor 10.

    pH-Skala mit Alltagsbeispielen

    pH-Skala mit AlltagsbeispielenZahlenstrahl, Magensaft 1,5, Cola 2,5, Kaffee 5, Blut 7,4, Seife 10, Bleichlauge 1302468101214Magensaft 1,5Cola 2,5Kaffee 5Blut 7,4Seife 10Bleichlauge 13
    Abb.Logarithmische Skala 0-14: links sauer, neutral bei pH 7, rechts basisch. Pro pH-Einheit ändert sich die HX3OX+\ce{H3O+}HX3​OX+-Konzentration um den Faktor 10.
  2. 2

    Starke Säure: pH = -log c. Schwache Säure: Näherung mit pKa.

  3. 3

    Bei verdünnten starken Säuren in Wassernähe pH 7 immer das Ionenprodukt berücksichtigen.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank5 Punkte

Aufgabenstellung

Erkläre den Unterschied im pH-Wert zwischen einer 0,1 mol/L Salzsäure und einer 0,1 mol/L Essigsäure und berechne beide pH-Werte.

Maturafokus

  • Prüfe zuerst, ob die Säure stark oder schwach ist: bei starker gilt [HX3OX+]=c0[\ce{H3O+}]=c_{0}[HX3​OX+]=c0​, bei schwacher brauchst du KsK_{s}Ks​.
  • Rechne bei Basen über den pOH und wandle erst am Schluss um - bei 25 °C gilt pH=14−pOH\mathrm{pH}=14-\mathrm{pOH}pH=14−pOH.
  • Verwende die Näherung pH≈12(pKs−log⁡c0)\mathrm{pH}\approx\tfrac{1}{2}(\mathrm{p}K_{s}-\log c_{0})pH≈21​(pKs​−logc0​) nur, wenn der Protolysegrad unter 5 % bleibt; sonst löse die quadratische Gleichung.
  • Berücksichtige die Autoprotolyse bei sehr verdünnten Säuren: Eine 10−810^{-8}10−8-molare Salzsäure hat nicht pH 8, sondern etwa 6,98.
  • Gib den pH auf zwei Nachkommastellen an und prüfe die Plausibilität - Säure unter 7, Base über 7.

Typische Fehler

  • Der pH einer 0,01-molaren Base wird wie bei einer Säure gerechnet und mit 2 statt 12 angegeben.
  • pKs\mathrm{p}K_{s}pKs​ der konjugierten Säure und pKb\mathrm{p}K_{b}pKb​ der Base werden vertauscht; die Brücke ist pKs+pKb=14\mathrm{p}K_{s}+\mathrm{p}K_{b}=14pKs​+pKb​=14.
  • Die Zehnerregel wird auf schwache Säuren übertragen. Zehnfache Verdünnung hebt den pH einer starken Säure um 1, den einer schwachen nur um etwa 0,5.
  • Die Näherungsformel wird bei konzentrierten schwachen Säuren ungeprüft verwendet, obwohl der Protolysegrad dort die 5-%-Grenze überschreitet.
  • Für eine sehr verdünnte starke Säure kommt ein pH über 7 heraus. Eine Säure kann eine wässrige Lösung nie basisch machen - hier fehlt die Autoprotolyse in der Bilanz.

§ 02

Aktive Wiederholung

Berechne den pH von (a) 0,005 mol/L HCl\ce{HCl}HCl, (b) 0,10 mol/L NHX3\ce{NH3}NHX3​ (pKb=4,75\mathrm{p}K_{b}=4{,}75pKb​=4,75), (c) 0,05 mol/L HCOOH\ce{HCOOH}HCOOH (pKa=3,75\mathrm{p}K_{a}=3{,}75pKa​=3,75).

Passende Aufgaben üben52 Fragen zum Thema→

Aktiv abrufen

Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: OpenStax Chemistry 2e Kap. 14.5 Strong and Weak Acids (OpenStax)

§ 03
§ 03

Pufferlösungen und Henderson-Hasselbalch#

~4 Min Lesezeit●●●VertiefungLPCHE-Sb-5.3

Kernpunkte

Lebende Zellen, Blut und viele technische Prozesse vertragen nur winzige pH-Schwankungen - schon kleine Mengen Säure oder Base könnten den pH dramatisch verändern. Pufferlösungen verhindern das: Sie halten den pH bei Zugabe begrenzter Mengen Säure oder Base nahezu konstant. Ein Puffer besteht aus einer schwachen Säure und ihrer konjugierten Base (oder einer schwachen Base und ihrer konjugierten Säure) im Gemisch.
Die Pufferwirkung beruht auf zwei bereitstehenden „Fängern": Gibt man eine starke Säure zu, fängt die konjugierte Base die Protonen ab (AX−+HX+→HA\ce{A- + H+ -> HA}AX−+HX+​HA); gibt man eine Base zu, neutralisiert die schwache Säure die Hydroxidionen (HA+OHX−→AX−+HX2O\ce{HA + OH- -> A- + H2O}HA+OHX−​AX−+HX2​O). In beiden Fällen wird die starke Störung in ein schwaches Gleichgewichtsteilchen umgewandelt, und der pH bleibt fast unverändert.
Quantitativ liefert die Henderson-Hasselbalch-Gleichung den pH: pH=pKa+log⁡[AX−][HA]\mathrm{pH}=\mathrm{p}K_{a}+\log\dfrac{[\ce{A-}]}{[\ce{HA}]}pH=pKa​+log[HA][AX−]​. Sie zeigt unmittelbar: Liegen Säure und konjugierte Base im Verhältnis 1:1 vor, wird der Logarithmus null und es gilt pH=pKa\mathrm{pH}=\mathrm{p}K_{a}pH=pKa​ ().

Pufferkurve nach Henderson-Hasselbalch (pKa = 4,76)

Pufferkurve nach Henderson-Hasselbalch (pKa = 4,76)Schaubild von pH = pKa + log([A⁻]/[HA]), steigend, im Bereich x von 0.05 bis 0.950.10.20.30.40.50.60.70.80.933.544.555.566.57pH = pKa(Verhältnis 1:1)pH = pKa +log([A⁻]/[HA])pHAnteil A⁻ (konjugierte Base)
Abb. 4Im Bereich pH=pKa±1\mathrm{pH}=\mathrm{p}K_{a}\pm 1pH=pKa​±1 ändert sich der pH nur flach - dort ist die Pufferwirkung am stärksten; beim Verhältnis 1:1 gilt pH=pKa\mathrm{pH}=\mathrm{p}K_{a}pH=pKa​.
Abb. 4 ↓
Die Pufferkapazität - wie viel Säure oder Base abgefangen werden kann - ist genau bei pH=pKa\mathrm{pH}=\mathrm{p}K_{a}pH=pKa​ (Verhältnis 1:1) maximal; ein brauchbarer Pufferbereich liegt etwa bei pH∈[pKa±1]\mathrm{pH}\in[\mathrm{p}K_{a}\pm 1]pH∈[pKa​±1] (). Außerhalb davon ist einer der Partner fast aufgebraucht und der Puffer versagt. Deshalb wählt man eine Pufferkomponente mit einem pKa\mathrm{p}K_{a}pKa​ nahe dem gewünschten pH.
Der wichtigste biologische Puffer ist das Bicarbonatsystem HX2COX3/HCOX3X−\ce{H2CO3}/\ce{HCO3-}HX2​COX3​/HCOX3​X− (pKa=6,35\mathrm{p}K_{a}=6{,}35pKa​=6,35) im Blut: Es hält den pH zuverlässig zwischen 7,35 und 7,45 - Voraussetzung für die Funktion der Enzyme und die Sauerstoffbindung am Hämoglobin. Lunge (CO2-Abatmung) und Niere (HCO3--Regulation) stützen diesen Puffer zusätzlich.
Zur Abgrenzung: Eine Mischung aus starker Säure und starker Base ist KEIN Puffer - es bleibt kein Gleichgewichtspaar übrig, das eine Störung abfangen könnte. Und bei der Henderson-Hasselbalch-Gleichung ist immer der pKa\mathrm{p}K_{a}pKa​ der schwachen Säure einzusetzen, nie ihr pKb\mathrm{p}K_{b}pKb​ - ein häufiger Fehler.

Vokabeln

→ Kartei
  • PufferLösung aus einer schwachen Säure und ihrer konjugierten Base, deren pH sich bei Zugabe von Säure oder Base kaum ändert.
  • Henderson-Hasselbalch-GleichungBerechnet den pH eines Puffers aus $\mathrm{p}K_{s}$ und dem Verhältnis von konjugierter Base zu Säure.
  • PufferbereichpH-Fenster $\mathrm{p}K_{s}\pm1$, in dem ein Puffer wirksam arbeitet.
  • PufferkapazitätStoffmenge an Säure oder Base, die ein Puffer aufnehmen kann, bevor der pH ausbricht.
  • HalbäquivalenzpunktTitrationspunkt, an dem Säure und konjugierte Base gleich konzentriert sind; dort gilt $\mathrm{pH}=\mathrm{p}K_{s}$.
  • Hydrogencarbonat-PufferWichtigstes Puffersystem des Blutes; hält den pH bei etwa 7,4.

Henderson-Hasselbalch-Gleichung (Puffer)

pH=pKa+log⁡10 ⁣[AX−][HA]\mathrm{pH}=\mathrm{p}K_{a}+\log_{10}\!\dfrac{[\ce{A-}]}{[\ce{HA}]}pH=pKa​+log10​[HA][AX−]​

pKa\mathrm{p}K_{a}pKa​ gehört zur schwachen Säure des Puffers, [AX−][\ce{A-}][AX−] ist die Konzentration ihrer konjugierten Base und [HA][\ce{HA}][HA] die der Säure - beide in mol/L, wobei nur ihr VERHÄLTNIS eingeht. Sind beide gleich groß, wird der Logarithmus null und es gilt pH=pKa\mathrm{pH}=\mathrm{p}K_{a}pH=pKa​.

Musterbeispiel

Pufferlösung mit Henderson-Hasselbalch

Welche Konzentrationen an Acetat und Essigsäure ergeben einen Puffer mit pH=5,00\mathrm{pH}=5{,}00pH=5,00? pKa=4,76\mathrm{p}K_{a}=4{,}76pKa​=4,76.

  1. 01Henderson-Hasselbalch

    5,00=4,76+log⁡[AX−][HA]5{,}00 = 4{,}76 + \log\dfrac{[\ce{A-}]}{[\ce{HA}]}5,00=4,76+log[HA][AX−]​.

  2. 02Auflösen nach Verhältnis

    log⁡[AX−][HA]=0,24\log\dfrac{[\ce{A-}]}{[\ce{HA}]}=0{,}24log[HA][AX−]​=0,24, also [AX−][HA]=100,24≈1,74\dfrac{[\ce{A-}]}{[\ce{HA}]}=10^{0{,}24}\approx 1{,}74[HA][AX−]​=100,24≈1,74.

  3. 03Konkrete Konzentrationen

    Z.B. [HA]=0,10 mol/L[\ce{HA}]=0{,}10\,\text{mol/L}[HA]=0,10mol/L und [AX−]=0,174 mol/L[\ce{A-}]=0{,}174\,\text{mol/L}[AX−]=0,174mol/L.

Ergebnis: Beliebige Konzentrationen im Verhältnis 1,74:11{,}74:11,74:1 (Acetat:Essigsäure) geben einen pH-5-Puffer; Pufferkapazität steigt mit Gesamtkonzentration.

Musterbeispiel

pH-Änderung nach NaOH-Zugabe in Puffer

Ein Puffer enthält 0,10 mol Essigsäure und 0,10 mol Natriumacetat in 1,00 L Wasser. Welche pH-Änderung tritt bei Zugabe von 0,01 mol NaOH\ce{NaOH}NaOH ein?

  1. 01Ausgangs-pH

    Verhältnis 1:1, also pH=pKa=4,76\mathrm{pH}=\mathrm{p}K_{a}=4{,}76pH=pKa​=4,76.

  2. 02Reaktion mit OH-

    CHX3COOH+OHX−→CHX3COOX−+HX2O\ce{CH3COOH + OH- -> CH3COO- + H2O}CHX3​COOH+OHX−​CHX3​COOX−+HX2​O; 0,01 mol HAc wird verbraucht, 0,01 mol AX−\ce{A-}AX− entsteht.

  3. 03Neue Konzentrationen

    [HA]=0,09 mol/L[\ce{HA}]=0{,}09\,\text{mol/L}[HA]=0,09mol/L, [AX−]=0,11 mol/L[\ce{A-}]=0{,}11\,\text{mol/L}[AX−]=0,11mol/L.

  4. 04Neuer pH

    pH=4,76+log⁡(0,11/0,09)=4,76+0,087=4,85\mathrm{pH}=4{,}76+\log(0{,}11/0{,}09)=4{,}76+0{,}087=4{,}85pH=4,76+log(0,11/0,09)=4,76+0,087=4,85.

  5. 05Vergleich

    Ohne Puffer würde dieselbe NaOH\ce{NaOH}NaOH-Menge in reinem Wasser den pH von 7 auf 12 anheben.

Ergebnis: pH steigt nur um 0,09 Einheiten - klassische Pufferwirkung in Aktion.

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Ein Puffer ist immer ein Paar - schwache Säure plus konjugierte Base.

  2. 2

    Henderson-Hasselbalch zeigt: der pH liegt beim pKa, modifiziert durch das Verhältnis.

  3. 3

    Im Blut sorgt Bicarbonat für pH-Konstanz - ohne diesen Puffer wäre Sport schon nach wenigen Minuten lebensgefährlich.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank5 Punkte

Aufgabenstellung

Erkläre die Bedeutung des Bicarbonat-Puffersystems im menschlichen Blut und mache deutlich, wie es pH-Schwankungen abfängt.

Maturafokus

  • Setze in Henderson-Hasselbalch den pKs\mathrm{p}K_{s}pKs​ der SÄURE ein und darüber das Verhältnis von konjugierter Base zu Säure.
  • Wähle für einen Zielpuffer die Säure, deren pKs\mathrm{p}K_{s}pKs​ höchstens eine Einheit vom Ziel-pH abweicht - der Pufferbereich ist pKs±1\mathrm{p}K_{s}\pm1pKs​±1.
  • Erkläre die Pufferwirkung mit zwei Reaktionsgleichungen: Die schwache Säure fängt zugegebenes OHX−\ce{OH-}OHX− ab, ihre konjugierte Base zugegebenes HX3OX+\ce{H3O+}HX3​OX+.
  • Unterscheide Pufferbereich (wo der pH stabil bleibt) von Pufferkapazität (wie viel Säure oder Base der Puffer verkraftet).
  • Nenne ein reales System: Der Hydrogencarbonat-Puffer hält das Blut bei etwa pH 7,4 und ist über die Atmung gekoppelt.

Typische Fehler

  • Eine Mischung aus starker Säure und starker Base wird als Puffer bezeichnet. Ein Puffer braucht ein Gleichgewicht, also eine schwache Säure mit ihrer konjugierten Base.
  • In Henderson-Hasselbalch wird pKb\mathrm{p}K_{b}pKb​ eingesetzt. Die Gleichung ist auf die Säure formuliert und verlangt pKs\mathrm{p}K_{s}pKs​.
  • Pufferbereich und Pufferkapazität werden gleichgesetzt. Ein Puffer aus 0,01-molaren Komponenten hat denselben Bereich, aber ein Zehntel der Kapazität eines 0,1-molaren.
  • Der Bruch wird umgekehrt eingesetzt; im Zähler steht die konjugierte Base, im Nenner die Säure.
  • Beim Verdünnen wird ein pH-Sprung erwartet. Weil nur das Verhältnis zählt, bleibt der pH eines Puffers beim Verdünnen nahezu unverändert.

§ 03

Aktive Wiederholung

Welches Verhältnis von Phosphat-Hydrogenphosphat (HX2POX4X−/HPOX4X2−\ce{H2PO4-/HPO4^{2-}}HX2​POX4​X−/HPOX4​X2−, pKa=7,2\mathrm{p}K_{a}=7{,}2pKa​=7,2) ergibt einen Puffer mit pH=7,4\mathrm{pH}=7{,}4pH=7,4?

Passende Aufgaben üben52 Fragen zum Thema→

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: OpenStax Chemistry 2e Kap. 14.6 Buffers (OpenStax)

§ 04
§ 04

Titration und Indikatoren#

~4 Min Lesezeit●●○StandardLPCHE-Sb-5.3

Titration: starke Säure mit starker Base

Titration: starke Säure mit starker BaseSchaubild von pH(V), y-Achsenabschnitt bei y = 1, steigend, im Bereich x von 0 bis 5010203040502468101214Äquivalenzpunkt(pH 7)pH(V)pHV(NaOH) / mL
Abb. 6pH-Sprung am Äquivalenzpunkt bei V = 25 mL (NaOH zu HCl).

Kernpunkte

Die Titration ist die wichtigste quantitative Methode der Säure-Base-Chemie: Man bestimmt die unbekannte Konzentration einer Lösung, indem man eine Maßlösung bekannter Konzentration tropfenweise zugibt, bis die Reaktion exakt vollständig ist. Der Verbrauch an Maßlösung verrät über die Stöchiometrie die gesuchte Stoffmenge.
Der entscheidende Moment ist der Äquivalenzpunkt: Hier sind Säure und Base genau im stöchiometrischen Verhältnis umgesetzt - bei einer einprotonigen Säure also n(Sa¨ure)=n(Base)n(\text{Säure})=n(\text{Base})n(Sa¨ure)=n(Base). Daraus folgt die Auswertungsformel cS VS=cB VBc_{S}\,V_{S}=c_{B}\,V_{B}cS​VS​=cB​VB​. Am Äquivalenzpunkt steigt der pH sprunghaft an ().

Titrationskurve - starke Säure mit starker Base

Titrationskurve - starke Säure mit starker BaseSchaubild von pH(V), y-Achsenabschnitt bei y = 1, steigend, im Bereich x von 0 bis 5010203040502468101214Äquivalenzpunkt(pH 7)pH 7VaeqpH(V)pHV (Base) / mL
Abb. 5Steiler pH-Sprung am Äquivalenzpunkt (pH 7); Indikator muss in diesem Bereich umschlagen.
Abb. 5 ↓
Anders als oft angenommen liegt der Äquivalenzpunkt nicht immer bei pH 7 - er hängt vom entstehenden Salz ab: starke Säure + starke Base ergibt ein neutrales Salz (pH 7); schwache Säure + starke Base ein basisches Salz (pH > 7, ); starke Säure + schwache Base ein saures Salz (pH < 7). Das ist eine direkte Folge der Salzhydrolyse (siehe Abschnitt „Neutralisation").

Titration: schwache Säure (CH3COOH) mit NaOH

Titration: schwache Säure (CH3COOH) mit NaOHSchaubild von pH(V), y-Achsenabschnitt bei y = 2.901, steigend, im Bereich x von 0 bis 405101520253035402468101214Halbäquivalenz: pH = pKaÄquivalenzpunkt(pH ≈ 8,7)pH(V)pHV(NaOH) / mL
Abb. 7Pufferplateau um pKa = 4,76, Äquivalenzpunkt im basischen Bereich (pH ca. 8,7).
Abb. 7 ↓
Damit man den Äquivalenzpunkt erkennt, wählt man einen Indikator, dessen Umschlagsbereich im steilen Teil der Kurve liegt (). Für eine schwache Säure mit NaOH\ce{NaOH}NaOH (ÄP im Basischen) passt Phenolphthalein (8,2-10), für eine schwache Base mit HCl\ce{HCl}HCl (ÄP im Sauren) Methylorange (3,1-4,4). Liegt der Umschlag außerhalb des Sprungs, zeigt der Indikator den ÄP falsch an.

Indikator-Umschlagsbereiche

Indikator-UmschlagsbereicheBalkendiagramm: pH-Umschlagspunkt, Daten: Umschlags-pH · Methylorange: 4; Umschlags-pH · Methylrot: 5.1; Umschlags-pH · Bromthymolblau: 6.8; Umschlags-pH · Lackmus: 7; Umschlags-pH · Phenolphthalein: 902468MethylorangeMethylrotBromthymolblauLackmusPhenolphthalein45.16.879pH-Umschlagspunkt
Abb. 8pH-Bereiche typischer Säure-Base-Indikatoren.
Abb. 8 ↓
Ein eleganter Nebeneffekt: Am Halbäquivalenzpunkt einer schwachen Säure ist genau die Hälfte protolysiert, also [HA]=[AX−][\ce{HA}]=[\ce{A-}][HA]=[AX−] - dort gilt nach Henderson-Hasselbalch pH=pKa\mathrm{pH}=\mathrm{p}K_{a}pH=pKa​. So lässt sich der pKa\mathrm{p}K_{a}pKa​-Wert direkt aus der Titrationskurve ablesen ().
Mehrprotonige Säuren werden stufenweise titriert und zeigen entsprechend mehrere Äquivalenzpunkte - Phosphorsäure HX3POX4\ce{H3PO4}HX3​POX4​ etwa drei (einen pro abspaltbarem Proton). Jeder Sprung entspricht der vollständigen Neutralisation einer Protolysestufe; zwischen den Sprüngen liegen jeweils Pufferbereiche.

Vokabeln

→ Kartei
  • TitrationMaßanalytisches Verfahren, bei dem eine Maßlösung bis zum Endpunkt zugegeben wird.
  • ÄquivalenzpunktPunkt, an dem Säure und Base in stöchiometrisch gleicher Stoffmenge vorliegen.
  • EndpunktPunkt, an dem der Indikator umschlägt; er soll dem Äquivalenzpunkt möglichst nahekommen.
  • UmschlagsbereichpH-Intervall, in dem ein Indikator seine Farbe wechselt.
  • BüretteGraduiertes Glasrohr mit Hahn zur genau dosierten Zugabe der Maßlösung.
  • WendepunktSteilste Stelle der Titrationskurve; sie markiert den Äquivalenzpunkt.
Musterbeispiel

Permanganat-Titration auswerten

Eine Fe(II)-Lösung wird mit KMnOX4\ce{KMnO4}KMnOX4​ titriert. Verbrauch: V=24,5 mLV=24{,}5\,\text{mL}V=24,5mL einer 0,0200 mol/L0{,}0200\,\text{mol/L}0,0200mol/L-Permanganatloesung. Welche Stoffmenge Fe(II) lag vor?

  1. 01n(\ce{KMnO4})

    n=c⋅V=0,0200 molL⋅0,0245 L=4,90⋅10−4 moln=c\cdot V=0{,}0200\,\tfrac{\text{mol}}{\text{L}}\cdot 0{,}0245\,\text{L}=4{,}90\cdot 10^{-4}\,\text{mol}n=c⋅V=0,0200Lmol​⋅0,0245L=4,90⋅10−4mol.

  2. 02Stöchiometrie

    1 mol MnOX4X−\ce{MnO4-}MnOX4​X− oxidiert 5 mol FeX2+\ce{Fe^{2+}}FeX2+ (aus ausgeglichener Gleichung).

  3. 03n(Fe²+)

    n(FeX2+)=5⋅4,90⋅10−4 mol=2,45⋅10−3 moln(\ce{Fe^{2+}})=5\cdot 4{,}90\cdot 10^{-4}\,\text{mol}=2{,}45\cdot 10^{-3}\,\text{mol}n(FeX2+)=5⋅4,90⋅10−4mol=2,45⋅10−3mol.

Ergebnis: Die Probe enthielt ≈2,45 mmol  FeX2+\approx 2{,}45\,\text{mmol}\;\ce{Fe^{2+}}≈2,45mmolFeX2+, also rund 137 mg137\,\text{mg}137mg Eisen.

Musterbeispiel

Säure-Base-Titration auswerten

Eine Probe von 20,0 mL Essigsäurelösung benötigt 22,5 mL einer 0,150 mol/L NaOH-Lösung bis zum Äquivalenzpunkt. Berechne c(CHX3COOH)c(\ce{CH3COOH})c(CHX3​COOH).

  1. 01n(\ce{NaOH})

    n=c⋅V=0,150⋅0,0225=3,375⋅10−3 moln=c\cdot V=0{,}150\cdot 0{,}0225=3{,}375\cdot 10^{-3}\,\text{mol}n=c⋅V=0,150⋅0,0225=3,375⋅10−3mol.

  2. 02Stöchiometrie

    Reaktion CHX3COOH+NaOH→CHX3COONa+HX2O\ce{CH3COOH + NaOH -> CH3COONa + H2O}CHX3​COOH+NaOH​CHX3​COONa+HX2​O, Verhältnis 1:1.

  3. 03c(HAc)

    c=nV=3,375⋅10−30,0200=0,169 mol/Lc=\dfrac{n}{V}=\dfrac{3{,}375\cdot 10^{-3}}{0{,}0200}=0{,}169\,\text{mol/L}c=Vn​=0,02003,375⋅10−3​=0,169mol/L.

Ergebnis: Die Essigsäurelösung hat eine Konzentration von ≈0,169 mol/L\approx 0{,}169\,\text{mol/L}≈0,169mol/L, das entspricht ca. 1 % Essig (Haushaltsessig).

Schritt-für-Schritt Erklärung3 Schritte
  1. 1

    Die Titrationskurve ist ein Fingerabdruck der Säure - schwache und starke unterscheiden sich klar.

    Titration: schwache Säure (CH3COOH) mit NaOH

    Titration: schwache Säure (CH3COOH) mit NaOHSchaubild von pH(V), y-Achsenabschnitt bei y = 2.901, steigend, im Bereich x von 0 bis 405101520253035402468101214Halbäquivalenz: pH = pKaÄquivalenzpunkt(pH ≈ 8,7)pH(V)pHV(NaOH) / mL
    Abb.Pufferplateau um pKa = 4,76, Äquivalenzpunkt im basischen Bereich (pH ca. 8,7).
  2. 2

    Am Halbäquivalenzpunkt gilt pH = pKa - eine elegante Methode zur Bestimmung der Säurestärke.

  3. 3

    Indikatoren wechseln die Farbe über einen pH-Bereich - der Umschlag sollte am Äquivalenzpunkt liegen.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank5 Punkte

Aufgabenstellung

Skizziere die Titrationskurven (a) einer starken Säure mit starker Base und (b) einer schwachen Säure mit starker Base. Erläutere die markanten Punkte.

Maturafokus

  • Rechne am Äquivalenzpunkt über die Stoffmengen: cS VS⋅zS=cB VB⋅zBc_{S}\,V_{S}\cdot z_{S}=c_{B}\,V_{B}\cdot z_{B}cS​VS​⋅zS​=cB​VB​⋅zB​, wobei zzz die Zahl übertragbarer Protonen je Teilchen ist.
  • Wähle den Indikator so, dass sein Umschlagsbereich im pH-Sprung liegt: Phenolphthalein (8,2 bis 10,0) für schwache Säure mit starker Base, Methylorange (3,1 bis 4,4) für starke Säure mit schwacher Base.
  • Lies aus der Kurve drei Punkte ab: Startwert, Halbäquivalenzpunkt mit pH=pKs\mathrm{pH}=\mathrm{p}K_{s}pH=pKs​ und Äquivalenzpunkt im Wendepunkt des Sprungs.
  • Begründe die Lage des Äquivalenzpunkts über die Hydrolyse des entstandenen Salzes, nicht über die Faustregel „pH 7".
  • Beschreibe die Durchführung vollständig - Bürette, Vollpipette, Erlenmeyerkolben, Dreifachbestimmung und Mittelwert.

Typische Fehler

  • Indikatorumschlag und Äquivalenzpunkt werden gleichgesetzt. Der Umschlag markiert den Endpunkt; er trifft den Äquivalenzpunkt nur bei passend gewähltem Indikator.
  • Der Äquivalenzpunkt einer Titration von Essigsäure mit Natronlauge wird bei pH 7 angesetzt. Das entstehende Acetat reagiert basisch, der Punkt liegt bei rund pH 8,7.
  • Bei mehrprotonigen Säuren wird die Wertigkeit vergessen; HX2SOX4\ce{H2SO4}HX2​SOX4​ verbraucht doppelt so viel Lauge wie HCl\ce{HCl}HCl gleicher Konzentration.
  • Der Halbäquivalenzpunkt bleibt ungenutzt, obwohl er den pKs\mathrm{p}K_{s}pKs​ direkt ablesbar macht.
  • Die Kurve wird als Gerade gedeutet. Ihr Verlauf ist S-förmig, und nur im steilen Bereich ändert eine kleine Zugabe den pH stark.

§ 04

Aktive Wiederholung

Eine unbekannte HCl\ce{HCl}HCl-Lösung wird mit 0,10 mol/L NaOH titriert. Bei einem Probenvolumen von 25,0 mL werden 18,4 mL NaOH bis zum Äquivalenzpunkt verbraucht. Wie hoch ist c(HCl)c(\ce{HCl})c(HCl)?

Passende Aufgaben üben52 Fragen zum Thema→

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: OpenStax Chemistry 2e Kap. 14.7 Titrations (OpenStax)

§ 05
§ 05

Säure- und Basestärke: Ks, Kb und pKs#

~5 Min Lesezeit●●●VertiefungLPCHE-Sb-5.2

pH-Skala mit Alltagsbeispielen

pH-Skala mit AlltagsbeispielenZahlenstrahl, Magensaft 1,5, Cola 2,5, Kaffee 5, Blut 7,4, Seife 10, Bleichlauge 1302468101214Magensaft 1,5Cola 2,5Kaffee 5Blut 7,4Seife 10Bleichlauge 13
Abb. 9Logarithmische Skala 0-14: links sauer, neutral bei pH 7, rechts basisch. Pro pH-Einheit ändert sich die HX3OX+\ce{H3O+}HX3​OX+-Konzentration um den Faktor 10.

Kernpunkte

Warum ätzt konzentrierte Essigsäure weniger als verdünnte Salzsäure? Weil Stärke und Konzentration zwei verschiedene Dinge sind. Die Stärke beschreibt, welcher ANTEIL der Moleküle sein Proton tatsächlich abgibt, und wird durch die Säurekonstante KsK_{s}Ks​ gemessen; die Konzentration sagt nur, wie viele Moleküle überhaupt vorhanden sind. Diese Unterscheidung ist die häufigste Stolperstelle des Kapitels und wird in der mündlichen Prüfung fast immer geprüft.
Die Säurekonstante ist die Gleichgewichtskonstante der Protolyse HA+HX2O⇌HX3OX++AX−\ce{HA + H2O <=> H3O+ + A-}HA+HX2​O​HX3​OX++AX−; weil Wasser im Überschuss vorliegt, erscheint seine Konzentration nicht im Term. Da die Werte über viele Zehnerpotenzen streuen, arbeitet man mit pKs=−log⁡Ks\mathrm{p}K_{s}=-\log K_{s}pKs​=−logKs​. Die Skala läuft dabei umgekehrt zur Anschauung: Je KLEINER der pKs\mathrm{p}K_{s}pKs​, desto stärker die Säure. Salzsäure liegt bei etwa −6-6−6, Essigsäure bei 4,75, Blausäure bei 9,2 und Wasser selbst bei 15,7.
Als stark gelten Säuren, die in Wasser praktisch vollständig protolysieren: HCl\ce{HCl}HCl, HBr\ce{HBr}HBr, HI\ce{HI}HI, HNOX3\ce{HNO3}HNOX3​, HClOX4\ce{HClO4}HClOX4​ und HX2SOX4\ce{H2SO4}HX2​SOX4​ in der ersten Stufe. In ihren Lösungen existieren kaum noch undissoziierte Moleküle, weshalb alle bei gleicher Konzentration denselben pH liefern - man spricht vom nivellierenden Effekt des Wassers. Schwache Säuren liegen dagegen überwiegend undissoziiert vor: In 0,1-molarer Essigsäure protolysieren nur rund 1,3 % der Moleküle.
Zu jeder Säure gehört ihre konjugierte Base, und beide Stärken sind gegenläufig gekoppelt: pKs+pKb=14\mathrm{p}K_{s}+\mathrm{p}K_{b}=14pKs​+pKb​=14 bei 25 °C, weil das Produkt Ks⋅KbK_{s}\cdot K_{b}Ks​⋅Kb​ gerade das Ionenprodukt des Wassers ergibt. Daraus folgt der Merksatz, der viele Aufgaben löst: Eine starke Säure hat eine sehr schwache konjugierte Base. Das Chlorid-Ion aus Salzsäure reagiert in Wasser gar nicht mehr basisch, während das Acetat-Ion mit pKb=9,25\mathrm{p}K_{b}=9{,}25pKb​=9,25 eine merklich basische Lösung ergibt.
Mehrprotonige Säuren geben ihre Protonen stufenweise ab, und jede weitere Abspaltung fällt schwerer, weil das Proton ein zunehmend negativ geladenes Teilchen verlassen muss. Kohlensäure hat pKs1=6,35\mathrm{p}K_{s1}=6{,}35pKs1​=6,35 und pKs2=10,33\mathrm{p}K_{s2}=10{,}33pKs2​=10,33, Phosphorsäure 2,15, 7,20 und 12,35. Der Abstand von vier bis fünf Einheiten zwischen den Stufen ist typisch und hat eine praktische Folge: In der Titrationskurve erscheinen die Stufen als getrennte Sprünge, sodass die einzelnen Äquivalenzpunkte unterscheidbar bleiben.
Die Stärke einer Säure lässt sich strukturell begründen, und genau das verlangt der Operator „begründen". Entscheidend ist die Stabilität der konjugierten Base: Je besser die negative Ladung verteilt werden kann, desto leichter wird das Proton abgegeben. Trichloressigsäure (pKs=0,65\mathrm{p}K_{s}=0{,}65pKs​=0,65) ist deshalb weit stärker als Essigsäure - die drei elektronegativen Chloratome ziehen Elektronendichte ab und stabilisieren das Anion (induktiver Effekt). Aus demselben Grund ist eine Carbonsäure stärker als ein Alkohol: Das Carboxylat-Anion ist mesomeriestabilisiert, das Alkoholat nicht.
Ein Hinweis zur Schreibweise, der Verwirrung erspart: Die österreichische und deutsche Schulliteratur schreibt KsK_{s}Ks​ und pKs\mathrm{p}K_{s}pKs​ (s für Säure), die internationale KaK_{a}Ka​ und pKa\mathrm{p}K_{a}pKa​ (a für acid). Gemeint ist dieselbe Größe mit denselben Zahlenwerten. In der Prüfung ist beides zulässig, solange die Bezeichnung innerhalb einer Antwort einheitlich bleibt.

Vokabeln

→ Kartei
  • SäurekonstanteGleichgewichtskonstante $K_{s}$ der Protolyse einer Säure in Wasser; Maß für ihre Stärke.
  • pKs-WertNegativer dekadischer Logarithmus von $K_{s}$; je kleiner, desto stärker die Säure.
  • ProtolysegradAnteil der Säureteilchen, die tatsächlich protolysiert sind; hängt von Stärke UND Konzentration ab.
  • nivellierender EffektWirkung des Wassers, alle starken Säuren auf die Stärke des Oxoniumions einzuebnen.
  • induktiver EffektElektronenziehende oder -schiebende Wirkung von Substituenten längs der Bindungen; stabilisiert oder destabilisiert das Anion.
  • MesomeriestabilisierungEnergieabsenkung eines Teilchens durch Delokalisierung der Ladung über mehrere Atome.

Säurekonstante und Paarbeziehung (25 °C)

Ks=[AX−] [HX3OX+][HA],pKs+pKb=14K_s = \frac{[\ce{A-}]\,[\ce{H3O+}]}{[\ce{HA}]}, \qquad \mathrm{p}K_s + \mathrm{p}K_b = 14Ks​=[HA][AX−][HX3​OX+]​,pKs​+pKb​=14

KsK_{s}Ks​ ist die Säurekonstante der Protolyse HA+HX2O⇌HX3OX++AX−\ce{HA + H2O <=> H3O+ + A-}HA+HX2​O​HX3​OX++AX−, alle Konzentrationen in mol/L. Die zweite Beziehung folgt aus Ks⋅Kb=KwK_{s}\cdot K_{b}=K_{w}Ks​⋅Kb​=Kw​ und verknüpft eine Säure mit ihrer konjugierten Base; sie gilt in dieser Form nur bei 25 °C.

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Musterbeispiel

Säuren ordnen und pKb berechnen

Ordne HF\ce{HF}HF (pKs=3,2\mathrm{p}K_s=3{,}2pKs​=3,2), CHX3COOH\ce{CH3COOH}CHX3​COOH (pKs=4,75\mathrm{p}K_s=4{,}75pKs​=4,75) und HCN\ce{HCN}HCN (pKs=9,2\mathrm{p}K_s=9{,}2pKs​=9,2) nach Stärke und berechne pKb\mathrm{p}K_bpKb​ der konjugierten Base von HCN\ce{HCN}HCN.

  1. 01Nach Stärke ordnen

    Kleiner pKs\mathrm{p}K_spKs​ = stärker: HF\ce{HF}HF (3,2) > CHX3COOH\ce{CH3COOH}CHX3​COOH (4,75) > HCN\ce{HCN}HCN (9,2).

  2. 02pKb der konjugierten Base

    Konjugierte Base von HCN\ce{HCN}HCN ist CNX−\ce{CN-}CNX−. pKb=14−9,2=4,8\mathrm{p}K_b = 14 - 9{,}2 = 4{,}8pKb​=14−9,2=4,8.

  3. 03Interpretieren

    Die schwächste Säure (HCN\ce{HCN}HCN) hat die stärkste konjugierte Base (CNX−\ce{CN-}CNX−, kleinster pKb\mathrm{p}K_bpKb​).

Ergebnis: Stärkereihe HF>CHX3COOH>HCN\ce{HF} > \ce{CH3COOH} > \ce{HCN}HF>CHX3​COOH>HCN; pKb(CNX−)=4,8\mathrm{p}K_b(\ce{CN-}) = 4{,}8pKb​(CNX−)=4,8. Bezug: Thema "Pufferlösungen" nutzt diese pKs\mathrm{p}K_spKs​-Werte.

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank3 Punkte

Aufgabenstellung

Begründe, warum Trichloressigsäure (pKs=0,7\mathrm{p}K_s=0{,}7pKs​=0,7) eine viel stärkere Säure ist als Essigsäure (pKs=4,76\mathrm{p}K_s=4{,}76pKs​=4,76).

Maturafokus

  • Ordne Säuren nach ihren pKs\mathrm{p}K_{s}pKs​-Werten - der kleinere Wert gehört zur stärkeren Säure.
  • Berechne den pKb\mathrm{p}K_{b}pKb​ der konjugierten Base über pKs+pKb=14\mathrm{p}K_{s}+\mathrm{p}K_{b}=14pKs​+pKb​=14 und gib die Temperatur mit an.
  • Begründe Stärkeunterschiede über die Stabilität der konjugierten Base: induktiver Effekt elektronegativer Substituenten oder Mesomeriestabilisierung.
  • Unterscheide Säurestärke (Protolysegrad, intensiv) ausdrücklich von Säurekonzentration (Stoffmenge, extensiv).
  • Nenne bei mehrprotonigen Säuren alle pKs\mathrm{p}K_{s}pKs​-Stufen und begründe, warum sie ansteigen.

Typische Fehler

  • Säurestärke und Konzentration werden vermengt. Eine verdünnte Salzsäure bleibt eine starke Säure, eine konzentrierte Essigsäure eine schwache.
  • Ein großer pKs\mathrm{p}K_{s}pKs​ wird als starke Säure gedeutet. Die Skala läuft umgekehrt: klein bedeutet stark.
  • Bei mehrprotonigen Säuren gelten alle Protonen als gleich leicht abspaltbar; zwischen den Stufen liegen typischerweise vier bis fünf pKs\mathrm{p}K_{s}pKs​-Einheiten.
  • pKs+pKb=14\mathrm{p}K_{s}+\mathrm{p}K_{b}=14pKs​+pKb​=14 wird ohne Temperaturangabe benutzt. Die Beziehung folgt aus KwK_{w}Kw​ und gilt in dieser Form nur bei 25 °C.
  • Die konjugierte Base einer starken Säure wird als starke Base bezeichnet. ClX−\ce{Cl-}ClX− ist praktisch nicht basisch - starke Säure heißt sehr schwache konjugierte Base.

§ 05

Aktive Wiederholung

Vergleiche Essigsäure (pKs=4,75\mathrm{p}K_s = 4{,}75pKs​=4,75) und Ameisensäure (pKs=3,75\mathrm{p}K_s = 3{,}75pKs​=3,75) hinsichtlich ihrer Stärke und berechne den pKb\mathrm{p}K_bpKb​ der jeweils konjugierten Base.

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: OpenStax Chemistry 2e, Kap. 14 "Acid-Base Equilibria" (OpenStax)

§ 06
§ 06

Neutralisation, Salzbildung und Hydrolyse#

~5 Min Lesezeit●●○StandardLPCHE-Sb-5.1LPCHE-Sb-5.3

pH-Skala mit Alltagsbeispielen

pH-Skala mit AlltagsbeispielenZahlenstrahl, Magensaft 1,5, Cola 2,5, Kaffee 5, Blut 7,4, Seife 10, Bleichlauge 1302468101214Magensaft 1,5Cola 2,5Kaffee 5Blut 7,4Seife 10Bleichlauge 13
Abb. 10Logarithmische Skala 0-14: links sauer, neutral bei pH 7, rechts basisch. Pro pH-Einheit ändert sich die HX3OX+\ce{H3O+}HX3​OX+-Konzentration um den Faktor 10.

Kernpunkte

„Säure plus Base ergibt Salz und Wasser" ist richtig, aber unvollständig - und die Lücke kostet in der Prüfung Punkte. Denn die entstandene Salzlösung ist nur in einem von vier Fällen wirklich neutral. Ob sie sauer, neutral oder basisch reagiert, entscheidet die Stärke der beiden Ausgangsstoffe, aus denen das Salz hervorgegangen ist.
Bei der Neutralisation überträgt die Säure ein Proton auf die Base. Sind beide stark, liegen sie in Wasser bereits vollständig als Ionen vor, und die eigentliche Reaktion lautet HX3OX++OHX−→2 HX2O\ce{H3O+ + OH- -> 2 H2O}HX3​OX++OHX−​2HX2​O; Natrium- und Chlorid-Ionen sind bloße Zuschauerionen. Der Vorgang ist stark exotherm: Die Neutralisationsenthalpie beträgt für starke Säure mit starker Base rund −57-57−57 kJ je Mol gebildeten Wassers und ist deshalb vom eingesetzten Paar nahezu unabhängig. Bei schwachen Partnern fällt sie kleiner aus, weil ein Teil der Energie für deren Protolyse aufgewendet werden muss.
Das Salz besteht aus dem Kation der Base und dem Anion der Säure; seine Formel folgt aus dem Ladungsausgleich. Salzsäure und Natronlauge ergeben NaCl\ce{NaCl}NaCl, Schwefelsäure und Kalilauge KX2SOX4\ce{K2SO4}KX2​SOX4​, Salpetersäure und Calciumhydroxid Ca(NOX3)X2\ce{Ca(NO3)2}Ca(NOX3​)X2​. In der Gleichung müssen beide Produkte stehen - das Salz UND das Wasser -, und die Koeffizienten folgen der Protonenzahl der Säure: HX2SOX4+2 KOH→KX2SOX4+2 HX2O\ce{H2SO4 + 2 KOH -> K2SO4 + 2 H2O}HX2​SOX4​+2KOH​KX2​SOX4​+2HX2​O.
Ob die entstandene Lösung neutral ist, entscheidet die Hydrolyse, also die Reaktion der Salzionen mit Wasser. Vier Fälle sind zu unterscheiden. Starke Säure mit starker Base ergibt ein neutrales Salz wie NaCl\ce{NaCl}NaCl - weder NaX+\ce{Na+}NaX+ noch ClX−\ce{Cl-}ClX− reagieren mit Wasser. Schwache Säure mit starker Base ergibt eine basische Lösung, weil das Anion eine Base ist: CHX3COOX−+HX2O⇌CHX3COOH+OHX−\ce{CH3COO- + H2O <=> CH3COOH + OH-}CHX3​COOX−+HX2​O​CHX3​COOH+OHX−. Starke Säure mit schwacher Base ergibt eine saure Lösung, denn hier ist das Kation die Säure: NHX4X++HX2O⇌NHX3+HX3OX+\ce{NH4+ + H2O <=> NH3 + H3O+}NHX4​X++HX2​O​NHX3​+HX3​OX+. Im vierten Fall - schwache Säure mit schwacher Base - entscheiden die pK\mathrm{p}KpK-Werte beider Partner gegeneinander.
Aus dieser Systematik folgt unmittelbar die Lage des Äquivalenzpunkts einer Titration, und genau so ist die Frage in der Prüfung zu beantworten. Titriert man Salzsäure mit Natronlauge, entsteht NaCl\ce{NaCl}NaCl und der Äquivalenzpunkt liegt bei pH 7. Titriert man Essigsäure mit Natronlauge, entsteht Natriumacetat und der Punkt liegt im Basischen bei etwa pH 8,7. Titriert man Ammoniak mit Salzsäure, entsteht Ammoniumchlorid und der Punkt liegt bei etwa pH 5,3. Die Indikatorwahl ergibt sich daraus zwingend.
Neutralisationen sind zugleich Alltagschemie. Ein Antazidum bindet überschüssige Magensäure - Magnesiumhydroxid nach Mg(OH)X2+2 HCl→MgClX2+2 HX2O\ce{Mg(OH)2 + 2 HCl -> MgCl2 + 2 H2O}Mg(OH)X2​+2HCl​MgClX2​+2HX2​O -, gelöschter Kalk hebt den pH saurer Böden, und in der Abwasserreinigung wird der pH vor der Einleitung eingestellt. Bei jedem dieser Beispiele gehört die Frage nach dem Salz mitgedacht: Es bleibt im System, und ob es die Lösung sauer oder basisch macht, ist Teil der Beurteilung.

Vokabeln

→ Kartei
  • NeutralisationReaktion einer Säure mit einer Base zu Salz und Wasser.
  • NettoionengleichungGleichung ohne Zuschauerionen; bei zwei starken Partnern lautet sie $\ce{H3O+ + OH- -> 2 H2O}$.
  • HydrolyseReaktion von Salzionen mit Wasser, die den pH der Lösung verschiebt.
  • NeutralisationsenthalpieWärme je Mol gebildeten Wassers; rund $-57$ kJ/mol bei starker Säure mit starker Base.
  • AntazidumArzneimittel, das überschüssige Magensäure durch Neutralisation bindet.
  • ZuschauerionIon, das an der eigentlichen Reaktion nicht teilnimmt und aus der Gleichung gekürzt wird.

Nettogleichung der Neutralisation

HX3OX++OHX−→2 HX2O\ce{H3O+ + OH- -> 2 H2O}HX3​OX++OHX−​2HX2​O

Beide Partner liegen in Wasser bereits vollständig dissoziiert vor, sodass Metall- und Säurerestionen als Zuschauerionen herausfallen. Es bleibt die Vereinigung von Oxonium- und Hydroxidion zu Wasser; dabei werden rund 57 kJ je Mol Wasser frei.

Musterbeispiel

pH-Charakter von Salzlösungen beurteilen

Beurteile für (a) KCl\ce{KCl}KCl, (b) NHX4Cl\ce{NH4Cl}NHX4​Cl und (c) NaX2COX3\ce{Na2CO3}NaX2​COX3​, ob die wässrige Lösung sauer, neutral oder basisch reagiert, und begründe.

  1. 01Herkunft bestimmen

    (a) KCl\ce{KCl}KCl: starke Base (KOH\ce{KOH}KOH) + starke Säure (HCl\ce{HCl}HCl). (b) NHX4Cl\ce{NH4Cl}NHX4​Cl: schwache Base (NHX3\ce{NH3}NHX3​) + starke Säure. (c) NaX2COX3\ce{Na2CO3}NaX2​COX3​: starke Base + schwache Säure (HX2COX3\ce{H2CO3}HX2​COX3​).

  2. 02Hydrolyse prüfen

    (a) keine Hydrolyse -> neutral. (b) NHX4X++HX2O⇌NHX3+HX3OX+\ce{NH4+ + H2O <=> NH3 + H3O+}NHX4​X++HX2​O​NHX3​+HX3​OX+ -> sauer. (c) COX3X2−+HX2O⇌HCOX3X−+OHX−\ce{CO3^2- + H2O <=> HCO3- + OH-}COX3​X2−+HX2​O​HCOX3​X−+OHX− -> basisch.

  3. 03Zuordnen

    Der Ionentyp mit der schwächeren "Eltern"-Spezies bestimmt den pH-Charakter.

Ergebnis: (a) neutral, (b) sauer, (c) basisch. Querverweis: Thema "Titration" (Lage des Äquivalenzpunkts folgt aus dem Salztyp).

SRDP-Aufgaben

SelbsttestAus der Fragenbank4 Punkte

Aufgabenstellung

Eine Lösung von Ammoniumchlorid NHX4Cl\ce{NH4Cl}NHX4​Cl reagiert sauer. Stelle die Hydrolysegleichung auf und erkläre den sauren Charakter über die Herkunft der Ionen.

Maturafokus

  • Stelle die Neutralisationsgleichung vollständig auf - Salz UND Wasser - und gleiche über die Protonenzahl der Säure aus.
  • Beurteile den pH einer Salzlösung über den Hydrolysetyp: Welcher der beiden Ausgangsstoffe war schwach?
  • Formuliere die Hydrolyse als Gleichgewicht mit Wasser und benenne das dabei entstehende OHX−\ce{OH-}OHX− bzw. HX3OX+\ce{H3O+}HX3​OX+.
  • Leite aus dem Salztyp die Lage des Äquivalenzpunkts ab und wähle danach den Indikator.
  • Notiere bei zwei starken Partnern die Nettoionengleichung und begründe, warum die Zuschauerionen gekürzt werden.

Typische Fehler

  • Jede Salzlösung wird pauschal als neutral angenommen. Nur das Salz aus starker Säure und starker Base reagiert neutral.
  • Hydrolyse wird mit dem Lösen des Salzgitters verwechselt. Das Lösen ist ein physikalischer Vorgang; die Hydrolyse ist die Protonenübertragung danach.
  • In der Reaktionsgleichung fehlt das Wasser oder die Salzformel - damit stimmt die Massenbilanz nicht mehr.
  • Der Äquivalenzpunkt wird grundsätzlich bei pH 7 angesetzt. Bei Essigsäure gegen Natronlauge liegt er bei rund 8,7, bei Ammoniak gegen Salzsäure bei rund 5,3.
  • Die Neutralisationsenthalpie von −57-57−57 kJ/mol wird auf schwache Partner übertragen; der Wert gilt nur für starke Säure mit starker Base.

§ 06

Aktive Wiederholung

Erkläre, ob eine wässrige Lösung von Natriumacetat sauer, neutral oder basisch reagiert, und stelle die Hydrolysegleichung auf.

Passende Aufgaben üben52 Fragen zum Thema→

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Erinnere dich an die Kernpunkte — dann aufdecken.

Quellen: OpenStax Chemistry 2e, Kap. 14 "Hydrolysis of Salts" (OpenStax)

Stand 06/2026 · Vollständige Fassung über den Tiefenregler — gleiche Stelle, gleiche Anker

Inhalt

Abschnitt -- / 06

    • 01Brönsted-Konzept und konjugierte Säure-Base-Paare○
    • 02pH-Berechnung: starke und schwache Säuren/Basen◐
    • 03Pufferlösungen und Henderson-Hasselbalch●
    • 04Titration und Indikatoren◐
    • 05Säure- und Basestärke: Ks, Kb und pKs●
    • 06Neutralisation, Salzbildung und Hydrolyse◐

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Aus den Notizen ins Training

Säure-Base-Chemie (CHE-Sb)

Festige dieses Thema an passenden Aufgaben aus der Fragenbank.

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Beispielfrage

Erläutere am Beispiel der Reaktion von Ammoniak mit Wasser den Begriff der konjugierten Säure-Base-Paare.

4 BE · 2022

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Belege & Quellen

Quellen

OpenStax

  • OpenStax Chemistry 2e Kap. 14 Acid-Base Equilibria

Siehe auch

  • Stöchiometrie und Mol-Konzept (CHE-St)Titration und Konzentrationsrechnung bauen unmittelbar auf dem Mol-Konzept auf.
  • Reaktionsenergetik, Kinetik und Gleichgewicht (CHE-En)Ks, Kw und die Pufferwirkung sind Anwendungen des Massenwirkungsgesetzes.
  • Umwelt- und Atmosphärenchemie (CHE-Um)Saurer Regen und Gewässerversauerung sind Säure-Base-Chemie im Freiland.

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